Editorial zur dach+holzbau 02.2026
Trotz aller Digitalisierung bleiben persönliche Begegnungen und der Austausch vor Ort nach wie vor wichtig!
volle Messehallen, viele Gespräche und zahlreiche Livevorführungen: Die Messe Dach+Holz im Februar 2026 in Köln war ein voller Erfolg. Fast 56 000 Besucherinnen und Besucher kamen zu der Messe, damit gilt sie laut Veranstalter als die bisher besucherstärkste Ausgabe der Dach+Holz seit Bestehen der Messe. In einer „Start-up-Area“ in Halle 9 präsentierten rund 30 Unternehmen ihre Lösungen und digitalen Services für das Handwerk. Welche Unternehmen in diesem Jahr mit dem „Start-up und Innovationen Award“ der Messe ausgezeichnet wurden, erfahren Sie im Nachbericht.
Das Start-up „Dach Control“ hat seinen Ursprung im Dachdeckerhandwerk. Gegründet wurde es von Lucas Wilhelm, der als Geschäftsführer gemeinsam mit seinem Vater die Wilhelm Bedachungsgesellschaft mbH in Naumburg (Saale) leitet. Die digitale Plattform „Dach Control“ bietet Gebäudeeigentümern, Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften einen Überblick über den Zustand, anstehende Inspektionen und Wartungen von Dachflächen. Das Team des Start-ups besteht aus geschulten Mitarbeitenden, sowohl Dachdeckern als auch Mitarbeitern im Backoffice, und prüft Dächer mit Drohnen und digitalen Checklisten – ein sicherer Umgang mit Tablets und Drohnen ist dabei entscheidend. Mehr über die Entwicklung des Start-ups „Dach Control“ und über die Wilhelm Bedachungsgesellschaft mbH lesen Sie hier.
Die Digitalisierung spielt auch für den Dachdeckerbetrieb von Paul Hobeck in Belgern eine wichtige Rolle. Neben einer Software für Angebote und die Buchhaltung setzt der Betrieb auf Drohnen, um Dachaufmaße zu erstellen. Die Drohnenbilder werden mithilfe einer KI-Software zu einem 3D-Modell des Gebäudes zusammengefügt, was eine genaue Maßermittlung ermöglicht. Das digitale Aufmaß kommt nicht nur bei Kunden, sondern auch bei den Azubis der Dachdeckerei gut an. Wir stellen den Betrieb vor, der bei der „Dachkrone“ im Mai 2025 in der Kategorie „Erfolgreichste Unternehmensnachfolge“ mit dem 3. Platz ausgezeichnet wurde (siehe hier).
Trotz aller Digitalisierung bleiben persönliche Begegnungen und der direkte Austausch vor Ort nach wie vor wichtig. Eine gute Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und sich weiterzuentwickeln, bietet die traditionelle Wanderschaft im Handwerk, auch „Walz“ genannt. In welchen Gewerken Handwerkerinnen und Handwerker heutzutage auf die Walz gehen und welche Erfahrungen sie dabei machen, zeigt ein neuer Bildband des Fotografen Holger Keifel. Dieser umfasst zahlreiche Porträts von Gesellinnen und Gesellen, die auf der Walz sind oder waren. Wir geben Einblicke in das Buch (siehe hier).
Manche Handwerker zieht es nach ihrer Gesellenprüfung sogar in ferne Länder, so wie die Zimmerer Marko Benz und Lukas Hauer. Sie sind fast fünf Monate lang durch Japan gereist, haben neue Menschen und Kulturen kennengelernt, Tempeldächer saniert, Wohnhäuser aufgerichtet und einen Wettbewerb für Holzhandwerker erlebt. Den zweiten Teil ihres Reiseberichts lesen Sie hier. Falls Sie den ersten Teil verpasst haben sollten, können Sie diesen in der Ausgabe 01.2026 der dach+holzbau nachlesen (hier geht es zum ersten Teil des Reiseberichts).
Frohes Schaffen wünscht,
Stephan Thomas
Chefredakteur des Magazins dach+holzbau
