Großer Andrang und viele Innovationen
Knapp 56 000 Besucherinnen und Besucher kamen zur Messe Dach+Holz 2026 nach KölnVolle Messehallen, innovative Produkte und viele Impulse für die Zukunft des Handwerks: Die Messe Dach+Holz in Köln wurde im Februar vier Tage lang zum Treffpunkt der Dach- und Holzbaubranche. Mit rund 56 000 Besucherinnen und Besuchern stellte die Messe am Standort Köln einen neuen Rekord auf.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen dieses Jahr zur Messe Dach+Holz nach Köln. Der Andrang an den Ständen war zum Teil sehr groß, so wie hier in Halle 6
Foto: GHM
Insgesamt 564 Aussteller aus 28 Ländern präsentierten auf der Messe Dach+Holz im Februar 2026 in Köln ihre Produkte für das Dachdecker-, Zimmerer- und Spenglerhandwerk. Mit 55 933 Besucherinnen und Besuchern zählt die Dach+Holz in diesem Jahr als die bisher besucherstärkste Ausgabe der Messe. Sie übertrifft die bisherige Bestmarke von 47 000 Gästen am Standort Köln aus dem Jahr 2014 deutlich. „Die Dynamik und die Intensität der Gespräche in den Hallen waren außergewöhnlich“, sagt Tobias Gröber, CEO und Präsident der Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM). „Auch wenn Prozesse zunehmend digitaler werden, lebt unser Handwerk vom persönlichen Austausch“, betont er.
Branche sendet positive Signale
Die Dachdeckermeister und ZVDH-Vizepräsidenten Dirk Sindermann (2. v. links) und Jan Voges (3. von links) informierten sich über einen neuen Flachdachausstieg von Lamilux
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Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und Holzbau Deutschland, die ebenfalls mit eigenen Ständen auf der Messe vertreten waren, bewerten die diesjährige Dach+Holz als wichtigen Impulsgeber für die Branche. Dazu sagt Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland: „Zukunftsweisende Innovationen, überzeugende Produktneuheiten und der persönliche Austausch zwischen Produktherstellern und Holzbaubetrieben haben für volle Messehallen gesorgt. Die positive Stimmung in der Branche war deutlich spürbar.“
Start-ups und Innovationen im Fokus
Mit dem „Start-up & Innovationen Award” der Messe wurde dieses Jahr die Fixpod GmbH ausgezeichnet. Sascha Müller, Gründer des Unternehmens, hat ein System für revisionslose Installa-tionsrohrübergänge im Holzbau entwickelt
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Mit 30 beteiligten Unternehmen war die „Start-up & Innovationen Area“ dieses Mal größer als in den Vorjahren und präsentierte aktuelle Entwicklungen für das Handwerk. Der „Start-up & Innovationen Award“ der Messe ging dieses Jahr an die Fixpod GmbH für eine patentierte Verbindungslösung im Holzbau. Das Unternehmen hat eine Hülse (den „Fixpod“) für revisionslose Installationsrohrübergänge zwischen vorgefertigten Holzbauelementen entwickelt. Der „Fixpod“ soll Prozesse vereinfachen und den Verschnitt von Leerrohren reduzieren, wie Sascha Müller, Gründer der Fixpod GmbH, erklärt. Das System werde laut Hersteller inzwischen von über 300 Holzbaubetrieben eingesetzt.
Auszeichnung für Leiterkopfsicherungen
Der zweite Platz ging an Benetics AI, das Unternehmen hat einen KI-Sprachassistenten für den Baustellenalltag entwickelt. Mit dem dritten Platz wurden zwei Unternehmen ausgezeichnet, die Lösungen zur Vermeidung von Leiterunfällen entwickelt haben: zum einen die Erfinder der Leitersicherung „Lock Jaw Ladder Grip“ aus Australien, zum anderen die Leikosi GmbH, die 2017 von Udo Heyl gegründet wurde. Der Dachdeckermeister hatte eine Leiterkopfsicherung („Leikosi“) für Anlegeleitern entwickelt, die sich mit wenigen Handgriffen vor dem Aufstellen an der Leiter montieren lässt. Die „Leikosi“ sichert die Leiter bereits beim ersten Anlegen an Dachrinnen und Flachdächer vor dem Umkippen und Wegrutschen und sorgt dafür, dass diese während des Auf- und Abstiegs sicher positioniert bleibt.
Nachhaltigkeit, Diversität und Künstliche Intelligenz
Im „Workspace Zukunft“ in Halle 6 gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema Diversität im Handwerk, unter anderem mit der Dachdeckerauszubildenden Alexandra Bode und Dachdeckermeister Etienne Sikora
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Das Rahmenprogramm der Messe in den „Workspaces“ war durchgehend gut besucht und griff zentrale Themen der Branche auf. Beiträge zum nachhaltigen Bauen stießen ebenso auf Interesse wie praxisnahe Einblicke in den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Betrieb. Dachdeckermeister Etienne Sikora berichtete außerdem im „Workspace Zukunft“ über seine Zeit auf der Wanderschaft. Das Thema Diversität im Handwerk wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion beleuchtet. Außerdem wurden neue Entwicklungen aus der Forschung und Praxis für den zukunftsfähigen Holzbau diskutiert.
Als „Gesichter“ und Botschafter für ihre Gewerke waren die Zimmerergesellin Theresa Damm und Dachdeckermeister Dominik Nöcker während der gesamten Messe in den Messehallen unterwegs. Für Theresa Damm war die Teilnahme eine Premiere, sie sagt: „Ich habe hier unglaublich viel entdeckt – zum Beispiel eine Kühlweste für die Baustelle – und sehr viele neue Menschen kennengelernt, auch gewerkeübergreifend.“ Dominik Nöcker betont die besondere Atmosphäre der Messe: „Überwältigend, beeindruckend, und es hat großen Spaß gemacht, die Messe mit meinem Gesicht zu repräsentieren.“ Die positive Stimmung und die vielen persönlichen Gespräche hätten für ihn den Charakter der Veranstaltung ausgemacht.
Die Zimmerer-Nationalmannschaft absolvierte auf der Messe Dach+Holz 2026 in Köln ebenfalls ein öffentliches Training und übte das Vorbereiten und Ausarbeiten eines Holzbaumodells in einer vorgegenenen Zeit. Dabei kam es auf Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Präzision beim Arbeiten unter Wettbewerbsbedingungen an
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Die Messe Dach+Holz wird das nächste Mal vom 7. bis 10. März 2028 in Stuttgart stattfinden. Bereits im Mai 2026 startet die Bewerbungsphase für die „Gesichter“ (Botschafter) der kommenden Messe Dach+Holz. Weitere Informationen zur Messe finden Sie online unter www.dach-holz.com.
Mélanie Diss ist Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM).
