Verschattung durch Photovoltaik auf Steildächern untersucht
Aktuelle Forschungsergebnisse und Empfehlungen 28.05.2026Angesichts der steigenden Nutzung regenerativer Energie kommt auf Steildächern immer mehr Photovoltaik zum Einsatz. Wurden früher nur wenige Module installiert, wird heute oft nahezu die gesamte Dachfläche belegt. Mit Blick auf die Auswirkungen von Photovoltaik auf den Feuchteschutz der darunterliegenden Dachkonstruktion folgt Isover bei der Entwicklung entsprechender Systeme konsequent den baupraktischen Nachweisverfahren wie der Berücksichtigung von verschatteten Steildächern bei hygrothermischen Simulationsmodellen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP in Holzkirchen informiert der Dämmstoffhersteller über aktuelle Forschungsergebnisse und bringt diese in Fachkreise und Normung ein.
Photovoltaik-Module sind elementare Bestandteile der Energiewende, stellen aber gerade auf Steildächern im Gebäudebestand aufgrund der Verschattung ein gewisses Risiko dar
Foto: Mariana Serdynska / Shutterstock.com
Dass Photovoltaikanlagen auf Flachdächern mit Herausforderungen verbunden sind, ist längst bekannt. Für Steildächer liegen fundierte Nachweise dagegen erst seit einem von Isover 2025 beauftragten Freilandversuch des IBP vor. Das Ergebnis: Die Belegung von Dachflächen mit Photovoltaikanlagen verändert maßgeblich die Temperaturen in der Dachkonstruktion und somit deren Feuchteverhalten. Je nach Dachaufbau und Region, in der das Haus steht, kann es so zu einer Feuchteanreicherung innerhalb der Dachkonstruktion kommen. Untersuchungen haben ergeben, dass vor allem Dächer mit alten, dichten Unterdeckbahnen eine bauphysikalische Prüfung erfordern. Eine nach außen diffusionsoffene Konstruktion mit großer Dämmstärke und innenliegender variabler Dampfbremse gilt dagegen als sichere Konstruktionsvariante. Entsprechende Forschungsergebnisse wurden im Spätsommer 2025 unter anderem in der Fachpresse kommuniziert.
Fraunhofer-Institut veröffentlicht Simulationsmodelle
Im April 2026 hat das Fraunhofer-Institut nun seine beim Freilandversuch eingesetzten hygrothermischen Simulationsmodelle mit effektiven Übergangsparametern vorgestellt. Die Parameter resultieren aus Forschungsergebnissen an verschiedenen Dachkonstruktionen mit und ohne Solaranlagen. Somit kann erstmals Verschattung durch Photovoltaik rechnerisch berücksichtigt werden.
„Diese Simulationen haben einen entsprechenden detaillierteren Datensatz für variable Folien erforderlich gemacht. Denn wenn bei der Messung zu wenige Stützpunkte verwendet werden, oder wenn bei der Auswertung das Feuchteprofil in der Dampfbremse nicht berücksichtigt wird, kann das zur deutlichen Abweichung vom realen Verhalten der Dachkonstruktion und damit zu Fehleinschätzungen führen, insbesondere wenn es um eher kritische Konstruktionen geht", erklärt Dominik Noé, Fachbereichsleiter Wärme- und Feuchteschutz bei Isover.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.isover.de/verschattete-steildaecher
