LWL-Museum erhält Neubau in Holzbauweise
Eingangs- und Ausstellungsgebäude von Züblin Timber umgesetzt 10.07.2026Das neue Eingangs-, Service- und Ausstellungsgebäude des LWL-Museum Hellerlecht in Detmold ist fertiggestellt und wurde am 2.7.2026 feierlich eröffnet. Die Holzbauspezialistin Züblin Timber war für die Fassaden aller drei Bauwerke verantwortlich. Für Besucherinnen und Besucher ist das Gebäude ab Juli 2026 zugänglich.
Das Gebäudeensemble gliedert sich in drei Baukörper, die durch eine großzügige Freitreppe voneinander getrennt werden
Foto: Zimmermeister André Kasten
Das LWL-Museum Hellerlecht in Detmold, das am Rande des Teutoburger Waldes liegt, ist das größte Freilichtmuseum Deutschlands. Es begrüßt jährlich ca. 200.000 Besucherinnen und Besucher. Mit etwa 120 historischen Gebäuden auf rund 90 ha vermittelt es Einblicke in den Wandel der westfälischen Kulturgeschichte.
Der vom LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb errichtete Neubau, bestehend aus Eingangs-, Service- und Ausstellungsbereich, umfasst rund 5000 m² Bruttogrundfläche. Der offizielle Spatenstich fand im Juni 2022 statt. Das Gebäudeensemble gliedert sich in drei Baukörper, die durch eine großzügige Freitreppe voneinander getrennt sind und als sogenannte „Trittsteine“ einen eindrucksvollen Zugang zur höhergelegenen Ausstellungslandschaft ermöglichen. Neben ihrer Funktion als Erschließungsbauten sind die Gebäude zugleich als Ausstellungsräume konzipiert, sodass auf etwa 900 m² Sonderausstellungen gezeigt werden können.
Fassaden von Züblin Timber
Die gesamte Fassade hat eine Fläche von rd. 2.500 m², davon entfallen rd. 1.200 m² auf Holzrahmenbau-Wände
Foto: Zimmermeister André Kasten
Die ACMS Architekten GmbH aus Wuppertal erstellte die Pläne, Züblin Timber übernahm die Umsetzung aller Fassadenteile und war somit für die Lieferung und Montage der gesamten Außenhülle (Fassadenkonstruktionen) an allen drei Gebäuden zuständig. Die gesamte Fassade hat eine Fläche von etwa 2500 m², davon entfallen rund 1300 m² auf eine Holz-Glas-Fassade und rund 1200 m² auf Holzrahmenbauwände. Vor den Pfosten der Glasfassade wurden jeweils gebäudehohe Lisenen aus vorvergrautem Fichten-Brettschichtholz angebracht. Vor den Wandelementen wurde eine Holzschalung montiert, die teilweise in die Glasfassade übergeht. Die anspruchsvolle, außergewöhnliche Formgebung macht das Projekt zu etwas Besonderem.
Nachhaltigkeit als wichtiger Bestandteil
Bei dem Projekt wird eine DGNB-Zertifizierung in Platin angestrebt
Foto: Zimmermeister André Kasten
Der Neubau zählt als Modellprojekt zu den ersten Museumsbauten, die ein ganzheitlich nachhaltiges Gesamtkonzept verfolgen. So wird der Energiebedarf vollständig durch regenerative Quellen direkt vor Ort gedeckt und durch eine durchdachte Gebäudestruktur und Konstruktion ergänzt. Zum Einsatz kamen neben Holz auch noch weitere traditionelle und nachhaltige Materialien wie Stroh und Lehm. Als Ziel wird eine Zertifizierung nach DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) in Platin, der höchsten Bewertungsstufe, angestrebt.
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