Hoch Hinaus

Alles Gute kommt von Oben! Bei der Steiger-Tour befördern die Berliner Dachdecker den erhofften Nachwuchs in schwindelerregende Höhen. Ein Ausblick über den Berliner Alexanderplatz und ein Bewerbungsgespräch in luftiger Höhe sind die Belohnung.

Die Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin beförderte den erhofften Nachwuchs im Januar auf dem Alexanderplatz in schwindelerregende Höhen. Bei einer Kranfahrt in 35 Metern Höhe über der Stadt konnten sich mutige Berliner Schülerinnen und Schüler nicht nur dem höchsten Bewerbungsgespräch der Stadt stellen, sondern auch gleich ein Steiger-Selfie machen – für Facebook, Twitter, Instagram und Co.

Rund 170 Bewerber und Interessierte konnten sich so auf die Probe stellen und dieses Erlebnis gleich übers Internet mit dem Freundeskreis teilen. Im Rahmen der neuen „Mach was Richtiges. Werde DachdeckerIn“-Kampagne gewannen sie außerdem einen ersten Eindruck von einem Beruf, der trotz guter Beschäftigungschancen und fairem Gehalt unter sinkenden Nachwuchszahlen leidet. Als besonders gravierend gilt die Situation dabei in Berlin: Hier werden in den kommenden drei Jahren 30 Prozent der Dachdecker in den Ruhestand gehen.

„Kein Bock auf Büro“

Sie hinterlassen volle Auftragsbücher und eine Lücke, die bei sinkenden Nachwuchszahlen nicht geschlossen werden kann. Umso mehr gilt es, ganz bewusst in Konkurrenz mit den vorherrschenden Trendberufen der Medienlandschaft zu treten und das Berufsbild des Dachdeckers kreativ in Szene zu setzen: als praktisch, vielseitig und modern. Unter dem Motto „Kein Bock auf Büro“ und der Anspielung auf die überlaufenen Jobs in der „Irgendwas mit Medien“-Branche wirbt die Innung in Berlin deshalb mit einer Portion Humor und einer direkten Sprache für den anspruchsvollen Handwerksberuf. Maik Strahlendorff, 39, aus Berlin-Wedding, bildet seit drei Jahren Dachdecker-Lehrlinge aus und sagt: „Dachdecken ist das vielseitigste Handwerk. Die wenigsten wissen, dass wir es mit vielen verschiedenen, zum Teil hochtechnisierten, Werkstoffen zu tun haben und deswegen eine große Bandbreite an verschiedenen Arbeitstechniken drauf haben müssen.“

Neben den ersten Eindrücken vom Arbeitsplatz fernab des Büroalltags gab es bei der aufsehenerregenden Aktion in Berlin-Mitte deshalb gleich einen ersten Erfahrungsaustausch mit Ausbildern und Azubis, die den neugierigen Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren während der Steiger-Fahrt Rede und Antwort standen und Erfahrungen aus dem Berufsalltag teilten. Auch Fragen rund um die dreijährige Ausbildung oder die Anforderungen an den Schulabschluss konnten hier gestellt werden. Worauf es letztlich aber wirklich ankommt, bringt Aurel Mettig (23), Azubi aus Lankwitz, auf den Punkt: „Offen, lustig und teamfähig sollte man sein – und Durchhaltevermögen haben.“

Weitere Informationen für Interessierte aus Berlin gibt es unter www.werdedachdecker.de. Infos für alle Interessierten am Dachdeckerhandwerk deutschlandweit finden sich auf www.dachdeckerdeinberuf.de.

Autorin
Tatjana Debel ist Junior PR-Beraterin der Agentur Eckel Public Relations in Berlin.

Weitere Fotos der Steiger-Tour der Berliner Dachdeckerinnung finden Sie online. Geben Sie dazu einfach den Webcode in die Suchleiste ein.

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