Dachdeckerhandwerk erweist sich als wirtschaftlich stabil

Stagnierende Umsätze / Steigende Ausbildungszahlen / Niedrige Insolvenzrate

Das Dachdeckerhandwerk in Deutschland erweist sich trotz struktureller Herausforderungen als wirtschaftlich stabil. Wie der Zentralverband des deutschen Dachdeckerhanderks (ZVDH) mitteilt, waren zum 31.12.2025 insgesamt 15 241 Dachdeckerbetriebe in der tariflichen Sozialkasse des Dachdeckerhandwerks registriert. Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Dachdeckerhandwerk lag zum selben Zeitpunkt bei 61 723 Personen, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dieser Trend seit laut ZVDH vor allem auf das Ausscheiden älterer Fachkräfte zurückzuführen und könne durch Nachwuchskräfte, trotz eines beachtlichen Zuwaches, nicht vollständig ausgeglichen werden. Diese und weitere Zahlen und Fakten finden sich im aktuellen Steckbrief des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks, der jeweils im Frühjahr und Herbst erscheint (siehe Downloadlink unten).

Umsatzentwicklung und Ausbildungszahlen

Felix Fink ist Leiter des Bereichs Wirtschaft und Unternehmensführung beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)
Quelle: Photo Herzmann

Felix Fink ist Leiter des Bereichs Wirtschaft und Unternehmensführung beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)
Quelle: Photo Herzmann
Im vergangenen Jahr verzeichnete das Dachdeckerhandwerk laut ZVDH einen vorläufigen Gesamtumsatz von 13,5 Mrd. Euro – stagnierend im Vergleich zum Vorjahr. „Die Branche bleibt jedoch krisensicher“, erklärt Diplom-Ökonom Felix Fink, Leiter des Bereichs Wirtschaft und Unternehmensführung beim ZVDH. Erfreulich ist die Entwicklung bei den Auszubildenden: 2026 wurde im Dachdeckerhandwerk der höchste Stand an Ausbildungsverhältnissen seit 2003 erreicht. Im 1. Lehrjahr gab es einen Anstieg von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt stieg die Zahl der Azubis über alle drei Lehrjahre hinweg um 4,1 Prozent. Der Anteil an weiblichen Dachdeckerauszubildenden stieg 2026 ebenfalls um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ausbildungsvergütungen wurden 2026 weiter angehoben – im 3. Lehrjahr erhalten Auszubildende beispielsweise aktuell 1400 Euro monatlich, ab Oktober 2026 werden es 1460 Euro sein.

Betriebsstrukturen und Insolvenzen

Das Dachdeckerhandwerk bleibt laut den Statistiken des ZVDH stark kleinbetrieblich geprägt: Rund 78 Prozent der Betriebe beschäftigen weniger als zehn Arbeitnehmende. Die Insolvenzzahlen sind auf einem niedrigem Niveau: 2025 wurden 105 Insolvenzeröffnungen verzeichnet, was einer Quote von 0,7 Prozent entspricht.

„Das Dachdeckerhandwerk steht vor großen Herausforderungen, zeigt aber auch beeindruckende Stärken“, so Felix Fink vom ZVDH. „Die steigenden Auszubildendenzahlen und der wachsende Frauenanteil sind ein klares Signal für die Zukunftsfähigkeit unseres Handwerks. Gleichzeitig müssen wir weiter an der Fachkräftesicherung arbeiten, um den demografischen Wandel zu meistern.“

Den aktuellen Steckbrief des ZVDH mit Zahlen und Fakten zum Dachdeckerhandwerk (Stand: März 2026) können Sie unter dem Link unten herunterladen.

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