Ökologische Alternativen zur Holz-Beton-Decke

Forschungsprojekt zu Holz-Beton-Verbunddecken mit natürlichen Rohstoffen gestartet

Am Institut für Holzbau der Hochschule Augsburg ist in Zusammenarbeit mit zwei Industriepartnern eine Projektidee entstanden, die klassische Deckenbauweisen mit Zement und Stahl durch Hybridkonstruktionen aus Holz und Calciumsulfat ersetzen soll.

Hohe CO2-Emmissionen vermeiden

Der Titel des Projekts lautet „Optimierung der Holz-Beton-Verbundbauweise durch Verwendung natürlicher und ökologischer Werkstoffe“. Mit der Holz-Beton-Verbundbauweise – bei der Holz an der Unterseite (Zugzone) und Beton an der Oberseite (Druckzone) im Verbund zusammen wirken – können im Vergleich zu üblichen Holzdecken höhere Spannweiten, ein günstigeres Schwingungsverhalten und ein besserer Brandschutz erreicht werden. Nachteilig sind dabei aber die Verwendung der Werkstoffe Zement als Bindemittel und Stahl als Bewehrung, die beide mit hohen CO2-Emmissionen verbunden sind. Ökologische Alternativen sind bisher nicht marktreif und auch noch nicht bauaufsichtlich für tragende Zwecke im Holz-Beton-Verbundbau zulässig.

 

Ökologische Werkstoffe für Geschossdecken

Das Ziel des Projekts ist es, marktreife Lösungen für die Verwendung von natürlichen und ökologischen Werkstoffen im Bau von Geschossdecken in Holz-Beton-Verbundbauweise zu entwickeln. Durch die ökologische Substitution von Zement und Stahl soll die Ressourceneffizienz und CO2-Bilanz der Hybridbauweise verbessert werden. Hierfür ist das natürlich vorkommende Mineral Anhydrit/Cal­cium­sulfat als Bindemittel sowie eine (vorzugsweise biogene) Faserbewehrung vor­ge­­sehen. Dabei ist vor allem eine gute Recyclingfähigkeit der Verbundwerkstoffe von besonderer Bedeutung. ­Weiterhin ist wichtig, dass durch die Verwendung alternativer Baustoffe die Leistungsfähigkeit der HBV-Bauweise erhalten bleibt. Es sollen mindestens gleichhohe Tragfähigkeiten wie bei gängigen HBV-Decken erreicht werden.

Das Projekt wird ab Juli 2019 vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) im Rahmen des Projektverbunds „ForCycle II“ für 36 Monate finanziert.

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