Mobiler Wohncontainer sucht Produzent

Der Trend nach kleinen Häusern dürfte anhalten, denn nicht nur Wohnraum ist knapp, auch Bauplätze sind in dicht besiedelten Gegenden oft Mangelware. Das Architekturbüro Slawik aus Hannover hat sich diesem Problem schon vor einigen Jahren angenommen und ein portables Haus in Containergröße geplant und gebaut. Das Mini-Holzhaus in den Maßen eines Fracht­containers kann transportiert und variabel gestaltet werden.
Die tragenden Bauteile bestehen aus Dickholzwänden und -decken. An den Ecken der Wohnbox befinden sich Stahl-ISO-Container-Corners, damit die Boxen per LKW, Bahn oder Schiff transportiert werden können.
Die HomeBox1 – so die Bezeichnung des Prototypen – steht seit September 2009 auf dem Gelände der Fakultät für Architektur und Landschaft der Leibniz-Universität Hannover. Das mobile Minihaus ist auf drei Stockwerken bewohnbar und hat mit 6,06 m Höhe, 2,44 m Breite und 2,90 m Tiefe exakt die Maße eines ISO-Frachtcontainers. Bei einer Gesamtnutzfläche von 14,35 m² (ohne Treppen) kommt dem funktionalen Konzept der Architekten eine große Bedeutung zu. Im Erdgeschoss befinden sich der Essplatz, eine Mini-Küche und das Bad mit Dusche, WC und Waschbecken. Eine Doppelglastür sorgt für Licht und führt auf eine kleine Holzterrasse. Innen gelangt man über eine Treppe in den Arbeits- und Schlafbereich. Einige Stufen darüber liegt der Wohnraum mit einer Doppelglastür nach außen. Bei der Farbgebung hat sich das Architektenteam mit Unterstützung des Farbenherstellers Sikkens für blaue Fenster- und Türrahmen entschieden, die gut zu den beschichteten Holzelementen passen. Einsatzmöglichkeiten gibt es genügend: Als Baulückenfüller, Notunterkunft oder Hotelersatz bei Großveranstaltungen.
Obwohl der Bau des Prototyps nunmehr zwei Jahre her ist, steht einer Serienfertigung eigentlich nichts im Wege, „außer einem Investor und einem entsprechenden Betrieb, der die Umsetzung übernimmt“, sagt Architekt Han Slawik. Inzwischen ist auch schon die HomeBox2 mit einigen Modfikationen von den Architekten gebaut worden. Und hier gilt das gleiche: Die Umsetzung für eine Serienfertigung kann mit einem entsprechenden Betrieb sofort beginnen.
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