Liebe Leserinnen, liebe Leser

es gibt immer wieder neue, spannende Methoden für das Bauen mit Holz. Der Bau eines „gedrehten“ Aussichtsturms aus Brettsperrholz in Urbach in Baden-Württemberg ist ein Beispiel dafür. Die Form des Turms erzielte man über das natürliche Quell- und Schwindverhalten des Holzes. Dafür stellte man Zweischichtholzplatten so her, dass sie sich in eine vorausberechnete Form krümmten. Die Entwickler des Verfahrens, die ETH Zürich, die Universität Stuttgart und die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt in der Schweiz, sprechen von einem Selbstformungsprozess. Um aus den gewölbten Holzplatten die 14 m langen Brettsperrholzelemente des Turms zu fertigen, reichten allerdings die Selbstformungskräfte des Holzes allein nicht aus. Welche Arbeitsschritte für den Bau noch nötig waren, vom Trocknen über das Fräsen bis zur Montage vor Ort, stellen wir in unserer Baustelle des Monats vor.

Bauen mit Holz ist klimafreundlich, denn das Holz bindet CO2 und der Rohstoff Holz wächst nach. Kritiker der Holzbauweise bemängeln, dass bei vielen Holzhäusern Klebstoffe, Nägel, Schrauben oder anderes eingesetzt werden, die die Klimabilanz verschlechtern. Diesen Vorwurf kann man den reinen Massivholzsystemen des Architekten Werner Grosse aus Stuttgart allerdings nicht machen. Sein neuestes System trägt den Namen „Woodbrick“. Der Name setzt sich zusammen aus den englischen Worten Wood für Holz und Brick, was übersetzt Ziegel oder Backstein bedeutet. Die „Woodbricks“ sind handliche Holzbausteine, die im Verbund gestapelt und mit Holzdübeln verbunden werden. Mit den Holzbausteinen zu bauen ist laut Werner Grosse vergleichbar mit dem Mauern von Wänden – nur, dass man keinen Mörtel braucht. Eine Zielgruppe für den Einsatz des Systems sind daher, so die Idee des Entwicklers, Handwerksbetriebe, die sonst mit Kalksandsteinen oder Mauerziegeln bauen. Zurzeit wird eine Produktion in Stuttgart aufgebaut, um die Holzbausteine in großen Mengen herzustellen. Langfristiges Ziel von Werner Grosse ist es, mehrgeschossige Wohnhäuser mit den „Woodbricks“ zu bauen. Dieser Plan ist nicht unrealistisch: Die zuvor von ihm entwickelten Holzbausysteme kamen bereits mehrfach für den Bau von Wohnhäusern zum Einsatz. Mehr über das System „Woodbrick“ und weitere Massivholzbausysteme lesen Sie hier.

Zum Anpassen von Holzbauteilen auf der Baustelle sind Werkzeuge wie Akku-Handkreissägen oder Akku-Stichsägen nützlich. Für den Zuschnitt von Dämmstoffen, Hart- oder Weichholz sowie runde Ausschnitte eignet sich die neue Akku-Stichsäge „JS 18.0-EC“ der Flex GmbH. Die Lasterkennung der Säge sorgt für einen sauberen Schnittansatz, die doppelte Rollen-Sägeblattführung für ausrissfreie Schnitte – so verspricht es zumindest der Hersteller. Wir bieten den Leserinnen und Lesern der dach+holzbau jetzt die Möglichkeit, die Akku-Stichsäge einmal selbst zu testen. Nutzen Sie die Chance und bewerben Sie sich für den Lesertest!

Ich wünsche Ihnen frohes Schaffen,

Die kompakten Holzbauteile werden nur mit Holzdübeln
verbunden, ohne Nägel, Schrauben und Leim!

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