Fensterlaibung mit Fräskanttechnik

Vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit Aluminiumverbundplatten - Teil 7

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) hat sich als bauphysikalisch sicherer Wandaufbau bewährt, bei dem keine Probleme mit Kondensatfeuchte entstehen. In einer Serie zeigen wir die Montage einer Fassadenkonstruktion mit Aluminium-Verbundplatten von der Planung bis zur Befestigung.

Für die Bekleidung der Fensterlaibung mit der Aluminium-Verbundplatte wird zunächst ein sogenanntes F-Profil (Flutzprofil) oder U-Profil – je nach Einbausituation – am Fensterrahmen, an der Rolloführungsschiene oder seitlich an der Laibung angeschraubt. Bei diesen Profilen handelt es sich um 2 mm dicke Aluminiumstrangpressprofile, die in der Fassadenfarbe (pulverbeschichtet) erhältlich sind. Die 4 mm breite und 25 mm tiefe Öffnung dieser Profile nimmt später die Verbundplatte auf und kaschiert eventuelle Toleranzen beim Fenstereinbau oder in der Unterkonstruktion. 

Danach muss die Laibungsbekleidung angearbeitet werden. Dafür wird das Maß genommen von Vorderkante Unterkonstruktion bis Innenkante Öffnung des F-/U-Profils und auf die Rückseite der Verbundplatte übertragen (automatisch sind so bereits 4 mm Luft berücksichtigt). Für das Längenmaß der Fassadenfläche muss jedoch ein Zumaß von 4 mm addiert werden, wenn die Strecke an der Innenkante des Flutzprofils abgenommen wurde (siehe Zeichnung auf Seite 117 im Handbuch Verlegerichtlinien). Das Fräsen erfolgt genauso wie bei der Bearbeitung der Innenecke (vgl. Praxistipp Nr. 5 ), entweder mit Oberfräse und dem spezifizierten Kegelfräser von Festool oder mit der Plattenfräse, ausgerüstet mit dem dementsprechenden Scheibenfräser. Auch hier bleiben drei Zehntel des Kunststoffs und die sichtbare Aluminiumdeckschicht stehen, um Risse in der Oberfläche zu vermeiden. Eine Absaugvorrichtung an der Fräse ermöglicht dabei staubfreies Arbeiten.

Knicken und anpassen

Die Verbundplatte kann nun ganz leicht um 90° Grad als Außenecke geknickt werden. Nun wird die Laibung angepasst und die 5°-Neigung des Fensterblechs angearbeitet. Mit einer Stellschmiege nehmen wir dazu den Winkel zwischen Fensterrahmen und Sohlbank ab und übertragen ihn auf die Verbundplatte (zwischen Laibung und Fenstersims circa 3 mm Luft lassen). Für den Zuschnitt eignet sich am besten eine Handkreissäge. Das Sägeblatt sollte bestückt sein mit Trapez- und Flachzahn im Wechsel und vielen Hartmetallzähnen. Die Ausklinkung des Bordstückes der Fensterbleche bekommt man schnell und sauber mit einem Blechknabber (zum Beispiel Fa. M.A.S.C.) hin. Das Befestigen der Verbundplatte geschieht wie im Praxistipp Nr. 6 bereits beschrieben: Platte mit 9,5 mm vorbohren, mittels Bohrhilfe die Aluminium-Unterkonstruktion zentrisch mit 5,1 mm vorbohren und schließlich noch festnieten. Gleit- und Festpunkte sind auch hier zu beachten.

Wichtig: Im Gegensatz zur Innenecke kann bei der Außenecke die Platte problemlos zwei- bis dreimal geöffnet und geschlossen werden, ohne dass es zu Rissbildungen an der Knickstelle kommt.

Autor

Thomas Weiß ist Zimmermeister und für die Schulungen in der Prefa-Academy in Neu-Ulm verantwortlich.

Farbschwankungen der Platten / Ausdehnung

Alle Metallicbeschichtungen unterliegen Farbschwankungen zwischen verschiedenen Herstellungschargen. Prefa empfiehlt, an derselben Fassadenseite Platten aus derselben Charge zu verwenden, um Abweichungen im Aussehen zu vermeiden. 

Die Aluminium-Verbundplatten verändern ihre Länge bei Temperaturschwankungen. Die Längenänderung beträgt 2,36 mm/m bei einer Temperaturerhöhung von 100 K. Für eine Platte mit einer Länge von 2 m bedeutet das, dass sie sich bei einer Temperaturerhöhung von 60 K um 2,83 mm ausdehnt, bei 100 K sind es schon 4,72 mm. Dunkle Platten sind von der Ausdehnung stärker betroffen als helle, da sie die Wärme stärker absorbieren. Mit Fix- und Gleitpunkten kann die Wärmeausdehnung ausgeglichen werden. Näheres dazu erfahren Sie im Teil 6 der Praxistipp-Reihe („Montage von Aluminium-Verbundplatten auf einer Unterkonstruktion“).

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