Bitumendach mit Flüssigkunststoff saniert

Abdichten von Fläche und Details, Aufbringen eines Wartungswegs

Die Bitumendachabdichtung eines Wohn- und Geschäftshauses in Berlin zeigte Risse und Versprödungen und musste dringend saniert werden. Als neue Abdichtungsschicht kam vliesarmierter Flüssigkunststoff zum Einsatz. Sekuranten, Lüfter und Lichtkuppeln ließen sich dabei gut in die Abdichtung einbinden.

Flachdächer stellen hohe Ansprüche an die Dachabdichtung. Zum einen sollte die Abdichtung zuverlässigen Schutz vor Feuchteeintrag bieten. Zum anderen muss sie gegen die chemischen, mechanischen und thermischen Umwelteinwirkungen gewappnet sein. Diesen Anforderungen wurde die etwa 17 Jahre alte Bitumenabdichtung des Daches eines Wohn- und Geschäftshauses im Berliner Stadtteil Friedrichshagen nicht mehr gerecht. In einigen Bereichen zeigte sie Versprödungen und Risse. In den Anschlussbereichen, etwa an den Rohrdurchführungen der Kaltdachentlüfter, drang Feuchtigkeit ein.

Ohne Rückbau neu abgedichtet

Um massiven Schäden rasch entgegenzuwirken und den Erhalt der Immobilie zu sichern, entschloss sich die HCP Invest GmbH & Co. KG als Hausbesitzer zur Instandsetzung der Dachabdichtung. Sie beauftragte damit die Berliner ABD Bedachungen GmbH, die das Objekt zuvor gewartet und dem Eigentümer die Dachsanierung empfohlen hatte.

Für die neue Dachabdichtung war ein kostengünstiges Material gefragt, das ohne Rückbau auf dem vorhandenen Untergrund aufgebracht werden konnte. Aufgrund der zahlreichen Dachdurchdringungen wie Anschlagpunkten, Lüftern und einer Lichtkuppel kam nur ein Material infrage, das Bewegungen aus der Konstruktion schadlos aufnimmt. Außerdem war eine Lösung gewünscht, die eine schnelle und einfache Umsetzung von Wartungswegen ermöglichte. Das Material zur Dachabdichtung sollte sich auch bei schlechter Witterung und niedrigen Temperaturen verarbeiten lassen.

Geringes Flächengewicht

Diesen Anforderungen wird die Abdichtung „Triflex Protect“ gerecht – zu diesem Schluss kamen der Dachdeckermeister und ABD-Geschäftsführer René Zschiebsch und der Bauherr nach einer gemeinsamen Dachbegehung mit Triflex-Gebietsverkaufsleiter Joachim Meurer. Untergrundtemperaturen von bis zu 0 °C stellen kein Problem für die Verarbeitung des Flüssigkunststoffs dar. Die Abdichtung hat ein sehr geringes Flächengewicht von unter 4 kg/m², sie konnte damit ohne Probleme für die Gebäudestatik auf die vorhandenen Bitumenbahnen aufgebracht werden. Zeit und Kosten für den Rückbau der alten Dachabdichtung konnten so gespart werden. Der Flüssigkunststoff legt sich nach dem Auftragen wie eine zweite Haut auch um komplizierte Geometrien und umschließt sie sicher. Für Elastizität sorgt ein inte-griertes Spezialvlies.

Abdichten von Dachfläche und Details

Bei der Sanierung galt es, die Mieter so wenig wie möglich durch Schmutz und Lärm zu beeinträchtigen. Deshalb nutzten die Dachdecker auch eine temporäre Absturzsicherung anstelle eines Gerüstes für die Dacharbeiten. Im Dachrandbereich in einem Abstand von 2,50 m ab der Traufkante wurde mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) gearbeitet. Vor dem Aufbringen der neuen Dachabdichtung fegten die Dachdecker die alte Dachhaut ab und entfernten lose Bestandteile. Vorhandene Blasen in den Bitumenbahnen wurden überarbeitet. Anschließend dichteten die Dachdecker alle Details und Durchdringungen mit vliesarmierten „Triflex Prodetail“-Flüssigkunststoff ab. Auf die Fläche trugen die Dachdecker „Triflex Protect“ auf, betteten in den Flüssigkunststoff ein Spezialvlies ein und trugen eine zweite Lage des Flüssigkunststoffs auf. Für die Erstellung der Wartungswege kam die rutschhemmende Beschichtung „Triflex Cryl SC 237“ in der Farbe Verkehrsgelb zum Einsatz. Diese haftet vollflächig und ist schon zwei Stunden nach dem Auftragen begehbar. „Das ist insbesondere in Verbindung mit Feuchtigkeit und Eisbildung von Vorteil“, sagt René Zschiebsch.

Ohne den Rückbau der alten Bitumenabdichtung wurde das Dach des Wohn- und Geschäftshauses in Berlin langzeitsicher abgedichtet. „Durch das optisch eindeutige Definieren der Wartungswege ist zudem das Risiko einer Beschädigung der Dachhaut durch andere Gewerke überschaubar“, sagt René Zschiebsch.

Autor

Dipl.-Ing. Jan Wittemöller ist technischer Berater bei der Triflex GmbH & Co. KG in Minden (NRW).

Bautafel (Auswahl)

Projekt Abdichtung des Bitumendaches eines Wohn- und Geschäftshauses in der Berliner Bölschestraße

Bauherr HCP Invest GmbH & Co. KG, 13088 Berlin, www.holst-city-projekte.de

Dachdecker ABD Bedachungen GmbH, 13127 Berlin, www.abd-bedachungen.de

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