Spezialisiert auf Schieferdächer
Meyendriesch-Dach aus Bell-Leideneck setzt auf traditionelles Handwerk, Digitalisierung und WeiterbildungDie Firma Meyendriesch-Dach ist auf Schieferdachsanierungen spezialisiert und nimmt für spannende Dachprojekte auch lange Anfahrtswege in Kauf. Neben einer positiven Unternehmenskultur investiert Geschäftsführer Bastian Meyendriesch aktiv in die Weiterbildung seiner Mitarbeitenden.
Der Dachdeckerbetrieb Meyendriesch-Dach ist auf Schieferdächer spezialisiert und führt Projekte in einem großen Umkreis durch
Foto: Christopher Arnoldi
Die Meyendriesch-Dach GmbH & Co. KG wurde im Juli 2019 von Bastian Meyendriesch gegründet. Der gelernte Dachdeckermeister und geprüfte Betriebswirt im Handwerk war zuvor mehrere Jahre in anderen Dachdeckerbetrieben tätig. Seit ihrer Gründung vor knapp sieben Jahren ist die Firma Meyendriesch auf Schieferarbeiten spezialisiert und vor allem in der Denkmalpflege und Sanierung tätig. Der Betrieb hat seinen Sitz in Bell-Leideneck, einem kleinen Dorf in der Verbandsgemeinde Kastellaun (Rhein-Hunsrück-Kreis), führt aber Schieferdachprojekte in einem großen Umkreis in Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland durch.
„Für besondere Dachprojekte nehmen wir auch eine Anfahrtszeit von bis zu 1,5 Stunden auf uns“, sagt Bastian Meyendriesch. Dabei leitet der Geschäftsführer seinen Betrieb nicht nur vom Büro aus, sondern nimmt auf der Baustelle selbst gerne den Schieferhammer in die Hand. Die Arbeit mit dem Werkstoff Schiefer mache für ihn dabei den eigentlichen Reiz seines Berufes aus, so Meyendriesch.
Das Team der Firma Meyendriesch-Dach vor dem firmeneigenen Lkw-Autokran. Ein harmonisches Miteinander ist für den Betriebsinhaber Bastian Meyendriesch (oben rechts) besonders wichtig
Foto: Meyendriesch-Dach
Derzeit beschäftigt die Firma Meyendriesch-Dach 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter zwei Vorarbeiter, drei Dachdeckergesellen, zwei Hilfskräfte, zwei Zimmerer auf Minijob-Basis und zudem Margret Meyendriesch, die Ehefrau des Firmeninhabers, die sich im Büro unter anderem um die Buchhaltung, Kundenanfragen und das Marketing kümmert.
Investition in Weiterbildung und Förderung des Meisterkurses
Fabio Kapp arbeitet als Dachdeckergeselle bei der Firma Meyendriesch-Dach und beginnt im August 2026 seine Weiterbildung zum Dachdeckermeister
Foto: Meyendriesch-Dach
Für Bastian Meyendriesch ist es wichtig, in die Weiterbildung seiner Mitarbeitenden zu investieren. Daher wird Dachdeckergeselle Fabio Kapp, der schon länger zum Team gehört, ab August 2026 seine Weiterbildung zum Dachdeckermeister am Bundesbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks in Mayen beginnen. Für den angehenden Meister hat Bastian Meyendriesch im Betrieb bereits ein Dachmodell zum Üben gebaut. An diesem Modell kann Fabio Kapp nach Feierabend, bei Schlechtwetter oder am Wochenende üben, um für die Meisterprüfung gut vorbereitet zu sein. „Das Modell ist für Schieferdeckungen und insbesondere zum Lernen und Vertiefen der verschiedenen Kehldeckungen konzipiert und lässt sich auch um Gauben erweitern, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen“, erklärt Meyendriesch. Der Betriebsinhaber übernimmt die Kosten für die Meisterschule, dafür hat Fabio Kapp ihm zugesichert, dass er nach der erfolgreich absolvierten Meisterprüfung wieder in seinen ursprünglichen Betrieb zurückkehrt – eine Vereinbarung, die für beide Seiten Vorteile hat.
Positive Firmenkultur und faire Entlohnung
„Mir ist das ‚Wir-Gefühl‘ im Betrieb wichtig, dass wir ein schönes Teamgefüge haben und auch nach Feierabend gerne etwas zusammen unternehmen“, sagt Bastian Meyendriesch. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten daher nicht nur fachlich, sondern auch menschlich gut ins Team passen. Neben einem positiven Betriebsklima bietet der Dachdeckerbetrieb seinen Mitarbeitenden eine Bezahlung nach Tariflohn und geregelte Arbeitszeiten. Unter der Woche arbeitet das Team in der Regel von 6 Uhr bis 15:30 Uhr, freitags ist schon um 13 Uhr Feierabend. Zu den gemeinsamen Aktionen und Ausflügen des Teams gehört auch der Besuch von Veranstaltungen wie der Messe Dach+Holz im Februar 2026 in Köln oder die Teilnahme an der Verleihung des Deutschen Dachpreises „Dachkrone“. Vor zwei Jahren wurde die Firma Meyendriesch in der Kategorie „Nachhaltigstes Konzept“ der „Dachkrone“ mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Mehr dazu lesen Sie hier. Dieses Jahr hat sich der Betrieb erneut beworben – und zwar in der Kategorie „Bestes Projekt“.
Schieferdachsanierung in Bonn
Anschließend wurde die Turmspitze mithilfe eines Krans und Hubarbeitsbühnen wieder auf das Dach der Kirche gesetzt und dort befestigt
Foto: Meyendriesch-Dach
Das Bewerbungsprojekt des Dachdeckerbetriebs für die „Dachkrone 2026“ ist eine aufwendige Kirchendachsanierung in Bonn-Ippendorf. Dort hat der Betrieb das Dach der St.-Barbara-Kirche saniert und mit Schiefer neu eingedeckt. Dafür wurde die Kirche vorab rundum eingerüstet. Eine besondere Herausforderung des Projekts war die Sanierung des Kirchturms. „Am Kirchturm waren tragende Hölzer im Bereich der Vierungspunkte der Kehlauflager und Traufpfetten verrottet, sodass hier eine größere Sanierung notwendig war“, berichtet Bastian Meyendriesch. Die Turmspitze des 35 m hohen Turms wurde deshalb mithilfe eines 70-t-Autokrans und zwei Hubarbeitsbühnen abgebaut, am Boden neu verschalt, verschiefert und später per Kran wieder aufgesetzt. Der offene Kirchturm wurde während der Bauzeit mit Trapezblechen abgedeckt.
Der Start der Sanierungsarbeiten war im Juni 2024, abgeschlossen wurde die Dachsanierung der St.-Barbara-Kirche in Bonn im Dezember 2025.
Digitalisierung im Betrieb und auf der Baustelle
Neben der handwerklichen Arbeit mit dem Werkstoff Schiefer spielt für Meyendriesch-Dach auch die Digitalisierung im Büro und auf der Baustelle eine wichtige Rolle. Dazu gehört die digitale Arbeitszeiterfassung und Baustellendokumentation über die Handwerkssoftware von Plancraft. „Früher hatten wir eine hohe Fehlerquote durch die händische Erfassung von Arbeitszeiten“, erzählt Bastian Meyendriesch. „Seit etwa einem Jahr nutzen wir die neue Software von Plancraft. Inzwischen gehören herumfliegende Zettel im Büro und in den Fahrzeugen der Vergangenheit an.“ Die Arbeitszeiten werden stattdessen per App auf der Baustelle erfasst, dabei lassen sich auch Fahrzeiten, Krankmeldungen, Überstunden oder Pausen in der Plancraft-App eintragen. Die digitale Arbeitszeiterfassung liefert zudem genaue Daten für die Lohnabrechnung und Nachkalkulation im Büro.
Um das Marketing und die Social-Media-Kanäle des Dachdeckerbetriebs kümmert sich Margret Meyendriesch. Über eine gemeinsame Messenger-Gruppe, auf die das gesamte Team Zugriff hat, werden Videos und Fotos von Baustellen gesammelt, die für Beiträge in den sozialen Medien genutzt werden können. Außerdem gab es vor kurzem einen „Content-Tag“ im Betrieb, an dem mehrere Videos mit dem Team aufgenommen wurden, die nacheinander veröffentlicht werden sollen. Um aufwendigere Videos zu erstellen, wie etwa die Bewerbungsvideos für die „Dachkrone“, arbeitet der Betrieb mit einer externen Videoagentur zusammen.
Austausch und Vernetzung im „Roofer's Club“
Bastian Meyendriesch (rechts) ist Geschäftsführer des Dachdeckerbetriebs aus Bell-Leideneck. Seine Ehefrau Margret Meyendriesch ist im Büro für die Buchhaltung, Kundenanfragen und das Marketing zuständig. Das Bild zeigt die beiden während eines Netzwerktreffens des „Roofer's Club” im Januar 2026 in Bielefeld
Foto: Stephan Thomas
Durch die Mitgliedschaft im „Roofer's Club“ sind Bastian und Margret Meyendriesch im regelmäßigen Kontakt mit anderen Inhaberinnen und Inhabern von Dachdecker-, Spengler- und Zimmereibetrieben. Zuletzt nahm Bastian Meyendriesch am Jahrestreffen des „Roofer's Club“ in Frankfurt am Main teil. Der Austausch mit anderen Clubmitgliedern über aktuelle Betriebsführungsthemen, neue Produkte und digitale Tools wie Drohnen oder Handwerkssoftware sei für ihn wichtig und bringe seinen Betrieb weiter, erklärt Bastian Meyendriesch.
Neubau von Werkshalle mit Bürogebäude
Der Dachdeckerbetrieb aus Bell-Leideneck verfügt nicht nur über einen Lkw-Autokran von Klaas, sondern hat vor kurzem auch in einen Klaas-Anhängerkran investiert. „Der Anhängerkran ist sehr wendig und lässt sich auch auf Baustellen mit wenig Platz einsetzen“, erklärt Bastian Meyendriesch. Momentan baut der Dachdeckerbetrieb außerdem eine neue Werkshalle mit Bürogebäude in Roth in der Verbandsgemeinde Kastellaun, nur etwa 13 km vom bisherigen Firmensitz entfernt. Die Halle soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Der Umzug an den neuen Standort soll spätestens im Februar 2027 erfolgen. Mehr über den Dachdeckerbetrieb Meyendriesch-Dach erfahren Sie unter diesem Link.
AutorStephan Thomas ist Chefredakteur des Magazins dach+holzbau.
