Unternehmensporträt über die Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH

Dachdeckerbetrieb setzt auf ein familiäres Betriebsklima und die kooperative Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen

Der Dachdeckermeisterbetrieb von Jakob Petker aus Lage (Kreis Lippe) deckt ein breites Angebotsspektrum ab: von Dachabdichtungs- und Holzbauarbeiten bis hin zur Kranlogistik und der Installation von PV-Anlagen. Die Vernetzung mit anderen Betrieben spielt für den Erfolg des Dachdeckerbetriebs eine wichtige Rolle. Wir stellen den Betrieb vor.

Jakob Petker ist Dachdeckermeister und Geschäftsführer eines Dachdeckerbetriebs in Lage im Kreis Lippe. Seine Ehefrau Lena Petker arbeitet in der Verwaltung des Unternehmens
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH

Jakob Petker ist Dachdeckermeister und Geschäftsführer eines Dachdeckerbetriebs in Lage im Kreis Lippe. Seine Ehefrau Lena Petker arbeitet in der Verwaltung des Unternehmens
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH
Vor 19 Jahren wurde die Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH gegründet. Seine Lehre zum Dachdecker hat der Unternehmensgründer Jakob Petker ursprünglich in einem Dachdeckerbetrieb in Augustdorf gemacht. Der Betrieb, in dem Petker seine Ausbildung absolviert hatte, meldete jedoch Insolvenz an, sodass er schnell eine neue Perspektive finden musste: „Es war ein Sturz in die Selbständigkeit“, erklärt Jakob Petker heute. Nach dem Abschied von seinem Ausbildungsbetrieb meldete er ein Gewerbe an, gründete im September 2001 ein Einzelunternehmen und absolvierte 2003 die Dachdeckermeisterschule. 2005 arbeitete Jakob Petker an einem Mehrfamilienhaus in der Nähe von Berlin. In diesem Zusammenhang überführte er das eigene Unternehmen in eine GmbH, um die Risiken zu minimieren. Der Grundstein für das mittlerweile fast 30 Personen umfassende Dachdeckerunternehmen war damit gelegt. Heute ist Jakob Petker Geschäftsführer seines eigenen Betriebs: der Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH mit Sitz in Lage im Kreis Lippe. Außerdem ist er Mitglied im „Roofer’s Club“, einem exklusiven Unternehmens-Club für die Geschäftsführer und Inhaberinnen von Dachhandwerksbetrieben.

Vielfältiges Leistungsspektrum

Das Unternehmen von Jakob Petker kann ein breites Angebotsspektrum abdecken. Dabei übernimmt der Betrieb nicht nur das Eindecken und Abdichten von Dächern, sondern auch Zimmermannsarbeiten, die Baulogistik mittels eigener Kräne und die Installation von Photovoltaikanlagen inklusive Genehmigung, Kalkulation und Anschluss. „Die Kunden wünschen sich alles aus einer Hand. Am liebsten möchten sie ein Rundum-Sorglos-Paket“, erklärt Petker.

Der Dachdeckerbetrieb von Jakob Petker übernimmt auch die Installation von Photovoltaikanlagen. Für die Genehmigung und den Anschluss der Anlagen arbeitet der Dachdeckerbetrieb aus Lage mit anderen Fachunternehmen zusammen
Foto: WER Solar

Der Dachdeckerbetrieb von Jakob Petker übernimmt auch die Installation von Photovoltaikanlagen. Für die Genehmigung und den Anschluss der Anlagen arbeitet der Dachdeckerbetrieb aus Lage mit anderen Fachunternehmen zusammen
Foto: WER Solar
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurde in Werkzeuge, Fahrzeuge und Kräne vom Hersteller Klaas investiert, die auch an externe Firmen verliehen werden – alles im Zeichen der Modernisierung und Arbeitserleichterung. „Wir arbeiten mittlerweile etwas weniger körperlich und viele Transportarbeiten erledigen wir mit dem Kran“, so Petker. Man helfe sich damit gegenseitig und kleinere Unternehmen müssten so insbesondere in der Anfangszeit nicht in eigenes Equipment investieren.

Zusammenarbeit statt Konkurrenz

Ohnehin bilde das Vernetzen mit anderen Betrieben eine wichtige Basis für seinen Erfolg als Unternehmer. Bei einigen Projekten wird die Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH als Generalunternehmer beauftragt und profitiert dabei von der guten Zusammenarbeit mit externen Firmen. Ob es denn keine Konkurrenz zwischen den Dachdeckerbetrieben in der Region gebe? Jakob Petker verneint ganz klar: „Vom Konkurrenzdenken bin ich von Beginn an weg. Wir Dachdecker haben doch alle mehr als genug Arbeit.“

Sanierung als Trend

Dieses Jahr wird der Dachdeckerbetrieb unter anderem zwei Dachsanierungen fertigstellen. In Porta Westfalica wird ein ehemaliges Berghotel umgebaut, in dem Gebäude sollen nach dem Umbau Seniorenwohnungen, eine Kita und ein Ärztehaus entstehen. Die energetische Dachsanierung umfasst unter anderem den Einbau von 42 Fenstern, die Installation einer PV-Anlage und eine Dachüberstands-Erweiterung. Dabei kooperiert Jakob Petker bei den Photovoltaikarbeiten mit dem Unternehmen „Sun4You-OWL“, das den Anschluss der PV-Anlage an das Stromnetz und die Genehmigung der Anlage übernimmt.

In Bad Salzuflen hat das Team von Dachdeckermeister Jakob Petker vor kurzem das Dach einer denkmalgeschützten Villa saniert und neu eingedeckt
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH

In Bad Salzuflen hat das Team von Dachdeckermeister Jakob Petker vor kurzem das Dach einer denkmalgeschützten Villa saniert und neu eingedeckt
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH
Ebenfalls dieses Jahr wurde das Dach einer denkmalgeschützten Stadtvilla im Herzen von Bad Salzuflen durch den Dachdeckerbetrieb von Jakob Petker saniert. Dass es sich bei beiden Fällen um Sanierungen und keine Neubauten handelt, ist aus Sicht des Geschäftsführers kein Zufall: „Die Sanierung ist und bleibt ganz klar der Trend. Es gibt draußen noch Millionen von Quadratmetern an Dachflächen, die zu sanieren sind.“

Familie und Teamgeist als Fundament

Eine Besonderheit in seinem Unternehmen sei das familiäre Betriebsklima, erklärt Jakob Petker. Doch was zeichnet ein Familienunternehmen aus? Für den Dachdeckerbetrieb mit Sitz im ostwestfälischen Lage ist die Antwort eindeutig: das familiäre Gefühl des Zusammenhalts und großes Verständnis für die Unwägbarkeiten, die das Leben mit Kindern mit sich bringe. „Wir können mit jedem im Betrieb mitfühlen, wenn beispielsweise das Kind krank ist. Alle hier fühlen sich familiär aufgehoben. Ein Mitarbeiter hat sogar mal gesagt: ,Meine Familie ist die Firma‘“, erklärt Jakob Petker.

Der Zusammenhalt im Team ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dachdeckerbetriebs wichtig. Nach Feierabend treffen sich die Mitarbeitenden regelmäßig zu Tischtennisduellen
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH

Der Zusammenhalt im Team ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dachdeckerbetriebs wichtig. Nach Feierabend treffen sich die Mitarbeitenden regelmäßig zu Tischtennisduellen
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH
Dass für ihn ein familiäres Betriebsklima so wichtig ist, liegt vielleicht auch in seiner eigenen Familiengeschichte begründet. Jakob Petkers Vater war ein engagierter Pfarrer der evangelischen deutschen Gemeinde im heutigen Kasachstan, was damals noch zur Sowjetunion gehörte. Für sein religiöses Engagement musste er allerdings mit dem Leben bezahlen. Mit nur neun Jahren kam Jakob Petker Anfang der 1990er Jahre nach Deutschland. Mit 15 Jahren verließ er das eigene Elternhaus und zog zu seiner Schwester. Später begann er seine Ausbildung zum Dachdecker. Im Alter von 19 Jahren heiratete er seine Ehefrau Lena Petker, ein Jahr später folgte der Bau eines Eigenheims und die Geburt der gemeinsamen Tochter.

Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH Team Eine Besonderheit des Dachdeckerbetriebs von Jakob Petker ist das familiäre Betriebsklima. Auf dem Bild ist der Geschäftsführer (ganz rechts) mit einem Teil seines Teams zu sehen
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH

Eine Besonderheit des Dachdeckerbetriebs von Jakob Petker ist das familiäre Betriebsklima. Auf dem Bild ist der Geschäftsführer (ganz rechts) mit einem Teil seines Teams zu sehen
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH
Heute trägt seine eigene Familie das selbst gegründete Unternehmen mit: Milena Stotz, die älteste Tochter von Jakob Petker, ist Mitarbeiterin in der Verwaltung und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Dachdeckerbetriebs. Auch der jüngste Sohn hat vor kurzem den Ausbildungsvertrag zum Zimmermann bei seinem Vater unterzeichnet. Seine Ehefrau Lena Pekter hat von Beginn an in der Verwaltung mitgearbeitet. Jakob Petker weiß, auf welchem Fundament er baut: „Ohne meine Frau wäre ich nicht da, wo ich heute bin.“

Um die Wertschätzung für das Engagement der Mitarbeitenden deutlich zu machen, gibt es unter anderem die jährlichen Betriebsurlaube sowie Sommerfeste für und mit der ganzen Familie – die Kosten dafür übernimmt der Firmenchef. Kein Wunder, dass Jakob Petker sich bei der „Dachkrone 2024“ für die Kategorie „Team- und Traditionsverständnis“ beworben hat und zwar mit Erfolg: Am 24. Mai 2024 wurde die Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH bei der „Dachkrone“ mit dem 3. Platz in der Kategorie „Team- und Traditionsverständnis“ ausgezeichnet!

Kegelförmiges Dach für neuen Zuckersilo

Außerdem hat sich der Betrieb in der Kategorie „Bestes Projekt“ mit einem ungewöhnlichen Projekt beworben: dem Neubau eines Zuckersilos in Lage. Dabei hat der Dachdeckerbetrieb das Speichergebäude zwar nicht errichtet, aber den Auftrag für die Konstruktion und Erstellung des kegelförmigen Silodaches erhalten. Das Dach erhält eine Stehfalzeindeckung, außerdem wird eine 200 m² große Teildachfläche mit Bitumenbahnen abgedichtet. Dabei werden laut Jakob Petker rund 1700 m² Aluminium-Stehfalzbleche eingesetzt.

In direkter Nachbarschaft des Dachdeckerbetriebs in Lage wird ein Zuckersilo aus Beton errichtet. Dabei hat Jakob Petkers Unternehmen den Auftrag für die Konstruktion und Erstellung des kegelförmigen Silodaches erhalten
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH

In direkter Nachbarschaft des Dachdeckerbetriebs in Lage wird ein Zuckersilo aus Beton errichtet. Dabei hat Jakob Petkers Unternehmen den Auftrag für die Konstruktion und Erstellung des kegelförmigen Silodaches erhalten
Foto: Jakob Petker Dachdeckermeister GmbH
Die wohl größte Herausforderung bei diesem Projekt ist es, die Montage auf 55 m Höhe zu bewältigen, zumal die Windkräfte auf dieser Höhe bei niedriger Bebauung in der Umgebung deutlich intensiver sind als bei anderen Projekten. Die freitragende Dacheindeckung wird vom Kern des Silos aus mittels Traggerüst, einem Druckring und gespannten, tragenden Bändern bewältigt. Auf den Bändern werden die Holzbalken als Unterkonstruktion für die Stehfalzeindeckung montiert.

Die Konstruktion des Zuckersilos ist eine ungewöhnliche Herausforderung: Die Betonwände mit einem Umfang von 45 m wurden von einer Spezialfirma mittels Gleitschalung in einem Stück mit schnell aushärtendem Beton gegossen. Neben der Dacheindeckung des Silos übernimmt der Betrieb von Jakob Petker die Abdichtung und Verkleidung der Verbindungsbrücke für Förderbänder von Silo 6 zu Silo 5 mit Maßen von 5 x 4 m. Die Arbeiten erfolgen am Boden, damit die Brücke anschließend zweiteilig zwischen den Silos montiert werden kann. Ende Juli 2024 soll der Auftrag planmäßig fertiggestellt sein.

Beginnende Umstrukturierung

Jakob Petker, Gründer und Inhaber des Dachdeckerunternehmens (links) gemeinsam mit seinem langjährigen Mitarbeiter und stellvertretenden Geschäftsführer Patrick Hagelgans beim Auftaktevent des „Roofer’s Club“ im März 2024 in Hamburg
Foto: Erdal Top

Jakob Petker, Gründer und Inhaber des Dachdeckerunternehmens (links) gemeinsam mit seinem langjährigen Mitarbeiter und stellvertretenden Geschäftsführer Patrick Hagelgans beim Auftaktevent des „Roofer’s Club“ im März 2024 in Hamburg
Foto: Erdal Top
Und wohin geht die Reise für den Betrieb? Jakob Petker möchte die Geschäftsführung künftig auf mehr Schultern verteilen. Sein langjähriger Mitarbeiter Patrick Hagelgans wird dieses Jahr in die Geschäftsleitung eintreten. Jakob Petker, der seit 2017 aufgrund einer Lungenkrankheit nicht mehr körperlich arbeiten kann, ist froh über die beginnende Umstrukturierung. Auf der Suche nach einer Vertretung stellte er Patrick Hagelgans vor einigen Jahren ein. Nun blickt er zuversichtlich in eine gesicherte Zukunft seines Betriebs.


Autorin

Nathalie Brum ist freischaffende Architektin und Fachjournalistin. Ihr Fokus liegt auf dem Umbau und der Sanierung von Wohnbauten. Sie lebt und arbeitet in Köln.

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