Neue DIN für umweltgerechtes Bauen mit Holz
Die neue Holzschutznorm DIN 68800 Teil 1 und 2 kann ab sofort verwendet werden. Somit erhält umweltgerechtes (konstruktives) Bauen Vorfahrt vor der Behandlung von Hölzern mit der chemischen Keule. Holzbau Deutschland und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) hatten sich in der vergangenen Jahren intensiv in die Normungsarbeit eingebracht und können diesen Schritt nun als großen Erfolg verbuchen. Bis in die obersten Instanzen wurde von der Bauchemieindustrie die Einführung des neuen Regelwerks angegangen. Diese hatte sich für eine stärkere Verwendung chemischer Holzschutzmittel bei Insekten und Pilzen eingesetzt.
Mit dem neuen Regelwerk wurden unter Anderem folgende Regeln erreicht:
Holzschutzmittel in Aufenthaltsräumen dürfen nicht mehr angewendet werden.
Bauliche Holzschutzmaßnahmen sollten gegenüber jenen mit Holzschutzmitteln bevorzugt werden.
Holz darf nur noch mit einer Holzfeuchte unter 20 Prozent eingebaut werden.
Dach- und Konterlatten werden der Gebrauchsklasse 0 (GK0) zugeordnet. Dies bedeutet, dass Dach- und Konterlatten nur noch in begründeten Ausnahmefällen mit Holzschutzmitteln eingebaut werden dürfen.
Die Gefahr eines Bauschadens durch holzzerstörende Insekten wird bei technisch getrocknetem Holz als vernachlässigbar eingestuft. Somit brauchen Sparrenköpfe und ähnliche Bauteile der Gebrauchsklasse 1 (GK1) aus technisch getrockneten Hölzern nicht mehr mit einem Biozid gegen Insekten behandelt werden. Der Einsatz von Konstruktionsvollholz ist möglich.
Wenn im Leistungsverzeichnis nicht ausdrücklich die alte Ausgabe der DIN 68800 verlangt wird, so ist die neue DIN 68800 als vereinbart anzusehen. Der Kommentar zur neuen DIN erscheint voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2012 im Beuth-Verlag und enthält neben dem gesamten Normentext auch viele Hinweise, wie die Norm inhaltlich zu verstehen ist.
