Lüftungsprofile richtig montiert

Serie vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit Aluminiumverbundplatten, Teil 1

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade hat sich als bauphysikalisch sicherer Wandaufbau bewährt, bei dem keine Probleme mit Kondensatfeuchte entstehen. In einer Serie zeigen wir die Montage einer ­solchen Fassadenkonstruktion mit Aluminium-Verbundplatten von der Planung bis zur Befestigung.

Um eine Fassade mit der 4 mm dicken und nur etwa 7,5 kg schweren, aber trotzdem sehr robusten Prefa-Fassadenverbundplatte (ein Composite-Werkstoff) fachgerecht zu montieren, benötigt der Handwerker ein gewisses Know-how. Mit ein paar Kniffs, Tricks und dem richtigen Handwerkszeug erzielt man das gewünschte Ergebnis: eine Fassade, die optisch ansprechend, dauerhaft und sicher ist. Die Verbundplatte ist in vielen verschiedenen Standard- und auch Sonderfarben erhältlich. Prefa liefert die Composite-Panels sowohl mit schwer entflammbarem FR-Kern der Baustoffklasse B1 als auch nicht brennbar (A2) für Fassaden von Gebäuden mit einer Höhe ab der Hochhausgrenze (höher als 22 m).

Der große bauphysikalische Vorteil der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) ist die Hinterlüftungsebene hinter der Fassadenbekleidung. Jede Form von Feuchtigkeit wird in dieser Ebene durch die ständige Luftzirkulation abtransportiert. Gemäß DIN 18516-1 muss der Lüftungsquerschnitt – unabhängig von der Gebäudehöhe – mindestens 20 mm betragen. Er kann örtlich auf 5 mm reduziert werden, im Sockelbereich und am Dachrand darf er aber 50 cm²/lfm Wand nicht unterschreiten. Ein Lüftungsprofil als Kleintierschutz ist erst ab einem Lüftungsspalt ≥ 20 mm erforderlich. Durch die permanente Zugluft halten sich dort erfahrungsgemäß keine Insekten. Zur Montage des Lüftungsprofils benötigt der Fachmann handelsübliche Werkzeuge zur Blechbearbeitung, wie Blechscheren, Falzzange, Nietbohrer und Nietzange. Als „dritte Hand“ zur Fixierung sind entweder Grip- oder Schnellspannzwingen sehr hilfreich.

Damit sich auf der Sichtseite der Verbundplatte der Niet und das Lüftungsprofil nicht abzeichnen, wird es zwischen den Tragprofilen eingepasst. Tipp: Vorderen Schenkel des Lochblechwinkels am Steg 45° einschneiden, die Lasche um 90° nach hinten kanten und seitlich am Profil vernieten oder verschrauben.  Bei gedämmten VHF wird die Dämmung im Sockelbereich von unten aus optischen Gründen geschlossen. Dies ist möglich mittels teilgelochtem Flachblech oder dreiteiligem Sockelprofil. Falls eine Sickenmaschine mit Lochwalzen vorhanden ist, kann man die Lüftungslöcher selbst stanzen.

Autor

Thomas Weiß ist Zimmermeister und für die Schulungen in der Prefa-Academy in Neu-Ulm verantwortlich. Er vertritt die Firma Prefa unter anderem im Fachverband vorgehängte hinterlüftete Fassade (FVHF).

Prefa-Fassadentage – online anmelden

Bei den Prefa-Fassadentagen in den Akademien Neu-Ulm und Wasungen geht es unter anderem um die Themen Brandschutz, Unterkonstruktion, Wärmeschutz und Dämmung. Termine und die Möglichkeit zur Anmeldung unter www.prefa.de/verarbeiter/academy/schulungsprogramm/Fassadentag.

Unterkonstruktion für die Fassade

Die Unterkonstruktionen der verschiedenen Hersteller basieren prinzipiell alle auf dem gleichen System: Festpunktkonsole, Gleitpunktkonsolen, Verankerungsmittel (Dübel), Verbindungsmittel zwischen Konsolen und horizontalem oder vertikalem Tragprofil, in der Regel 2 mm-Profile aus Aluminium. Dabei werden T-Profile an allen vertikalen Plattenfugen geplant und dazwischen gemäß statischer Vorgabe mit L-Profilen ergänzt.

Da die Wandkonsolen punktuelle Wärmebrücken darstellen, die bei der U-Wert-Berechnung berücksichtigt werden müssen, gibt es diese aufgrund der unterschiedlichen λ-Werte aus verschiedenen Materialien, etwa Glasfaserkunststoff, Edelstahl oder Aluminium. Unterkonstruktionen aus Holz sind selbstverständlich auch möglich, sogar bis zu den Gebäudeklassen 4+5.

Die Abstände der Tragprofile und Konsolen untereinander werden von vielen Faktoren beeinflusst. Entscheidend ist die Tragfähigkeit des Untergrunds, die Ausladung der UK, das Gewicht der Fassadenbekleidung und die Windlasten. Die Statik hierfür erstellt häufig der Unterkonstruktions-Hersteller oder darauf spezialisierte Planungsbüros.

Vor allem bei Sanierungen gibt es häufig keine Unterlagen über die Tragfähigkeit der Wand. In diesem Fall können über Auszugsversuche am Objekt die statischen Werte ermittelt werden. Diese Versuche führen Anwendungstechniker von Dübelherstellern durch.

Fassadendämmung

Bei der Dämmung ist darauf zu achten, dass sie für den Anwendungsfall „Außendämmung der Wand hinter Bekleidung“ (WAB) geeignet ist. Unbedingt beachten: Die Fassadendämmung muss gemäß Herstellerangaben verdübelt werden (meist 5 Dübel/m²). Bei Fassaden mit offenen Fugen verwendet man eine vlieskaschierte Dämmung in Verbindung mit schwarz eloxierten Alu-Tragprofilen oder ein EPDM-Fugenband auf Holz-UK bei alternativen Dämmstoffen. Im letzteren Fall wird eine Fassadenbahn (schwarz oder farbig) über die Dämmung verlegt. Hinweis: Bei Kindergärten müssen offene Fugen mit entsprechenden Profilen geschlossen werden (Einklemmgefahr!).

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