Mocopinus stellt Produktion ein

Keine Investorenlösung für den Geschäftsbetrieb gefunden

Die Mocopinus GmbH & Co. KG wird ihren Geschäftsbetrieb einstellen. Trotz eines umfassenden Investorenprozesses in den vergangenen Monaten konnte kein Investor gefunden werden, der das Traditionsunternehmen oder Teile davon als laufenden Betrieb übernimmt. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung mündet daher in die geordnete Ausproduktion und anschließende Stilllegung der Standorte Ulm, Karlsruhe und Ammelshain.

Die Geschäftsführung, die Sanierungsexperten und M&A-Berater haben bis zuletzt mit zahlreichen Interessenten verhandelt. Das Ergebnis spiegelt die schwierige Lage der Bau- und Holzbranche wider: Es lagen zwar Angebote für die Vermögenswerte vor – insbesondere für die Immobilien –, jedoch kein tragfähiges Angebot für die Übernahme des operativen Geschäftsbetriebs. Ohne einen Investor, der eine wirtschaftliche Grundlage für das Unternehmen und die Arbeitsplätze bietet, wird eine dauerhafte Fortführung nicht möglich sein.

„Das ist ein extrem bitterer Tag für Mocopinus und unsere Mitarbeitenden“, sagt CEO Ulrich Braig. „Wir haben bis zur letzten Minute gekämpft, um das Unternehmen zu retten. Dass uns dies trotz der operativen Stabilisierung in den letzten Wochen nicht gelungen ist, schmerzt uns sehr.“

Verhandlungen mit Betriebsrat und geordnete Ausproduktion

Die Geschäftsführung hat die Betriebsräte über die Entwicklung informiert und wird unverzüglich Verhandlungen zu einem Interessenausgleich und Sozialplan aufnehmen. Der Betrieb soll nicht sofort eingestellt werden. Um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten und die Lagerbestände bestmöglich zu nutzen, ist geplant, an den Produktionsstandorten Karlsruhe und Ammelshain eine geordnete Ausproduktion umzusetzen. Dies bedeutet: Kundenaufträge werden in den kommenden Monaten noch regulär gefertigt und ausgeliefert. Danach soll der Geschäftsbetrieb eingestellt werden. Die rund 270 Mitarbeitenden wurden in Mitarbeiterversammlungen über die aktuelle Situation und die weiteren Schritte informiert.

Nicht von der Schließung betroffen ist die Tochtergesellschaft Lignum-Finish GmbH in Aitrach. Für diese Gesellschaft dauern die Verhandlungen derzeit noch an.

Sachwalter Georg Jakob Stemshorn (PLUTA Rechtsanwalts GmbH) wird das Verfahren im Sinne der Gläubiger weiterbegleiten. Er erklärt: „Die aktuellen Marktbedingungen sind herausfordernd, und ohne einen Investor für das gesamte Unternehmen ist eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung nicht darstellbar. Leider sind die meistbietenden Investoren nur bereit, die Immobilien zu übernehmen. Ich bedauere diese Entwicklung für den Betrieb sowie für die engagierten und motivierten Mitarbeitenden.“

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