Handverschweißung von „Sarnafil“-FPO-Bahnen
Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Umgang mit Kunststoffdachbahnen von SikaDie „Sarnafil“-Kunststoffabdichtungsbahnen von Sika bestehen aus flexiblen Polyolefinen (FPO). Für eine funktionssichere Abdichtung mit den FPO-Bahnen sind das Einhalten der Verlegungsanleitung bei der Verschweißung und die anschließende Nahtkontrolle entscheidend – wir zeigen, wie beides funktioniert.
Vor der Verschweißung der „Sarnafil“-Abdichtungsbahnen wird der Schweißnahtbereich beidseitig mit „Sarnafil T Prep“ vorbehandelt und muss anschließend ablüften, damit keine Lösemittelrückstände auf dem Material verbleiben. Für diese Vorbehandlung eignen sich „Sarnafil“- Nahtvorbereitungstücher, die lösemittelbeständig und saugfähig sind. Danach müssen die Bahnen für die Verschweißung mindestens 8 cm überlappend verlegt werden. Als nächstes wird der Bereich der Vorschweißung angezeichnet. Dabei ist ein Bereich von etwa 2,5 cm Breite bei der Verwendung einer 20 mm breiten Schweißdüse ausreichend.
Vorbereitung des Handschweißgeräts
Für die Verschweißung der „Sarnafil“-FPO-Bahnen wird in diesem Fall ein Handschweißgerät verwendet. Der Luftauslassquerschnitt der Schweißdüse muss dabei über die gesamte Länge gleichmäßig breit und offen sein. Die Schweißdüse wird luftdicht auf den Aufnahmehals des Handschweißgeräts gesetzt. Der Luftregelschieber muss geöffnet und die Luftdurchlassöffnungen staubfrei sein. Eventuell vorhandene Staub- und Schmutzablagerungen am Gerät werden am besten mit einem Pinsel oder per Druckluft entfernt. Die Schweißtemperatur für die Verarbeitung der Kunststoffabdichtungsbahnen sollte zwischen 280 und 340 °C angesetzt werden. Dabei muss die Temperatur der jeweiligen Schweißdüsenbreite, Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit sowie den verschiedenen Geräte- und Materialtypen angepasst werden.
Testschweißungen und Vorschweißen
Vor der finalen Verschweißung der Bahnen sollten Testschweißungen mit Schälproben an Bahnstücken durchgeführt werden, um die korrekte Einstellung des Handschweißgerätes sicherzustellen. Damit die Bahnen sich beim Schweißen nicht verschieben, werden Heftpunkte mit dem Handschweißgerät gesetzt. Anschließend folgt das Vorschweißen im hinteren Überlappungsbereich. Für das finale Verschweißen sollte eine Öffnung von 2,5 cm (bei einer 20 mm breiten Düse) bzw. 3,5 cm (bei einer 40 mm Düse) zwischen den Bahnen verbleiben.
„Schweißraupe“ signalisiert fachgerechte Verschweißung
Beim Fertigschweißen wird die Andrückrolle parallel und in einem Abstand von etwa 3 cm zum Luftauslass der Schweißdüse geführt
Foto: Sika Deutschland CH AG & Co KG
Beim finalen Verschweißen der Abdichtungsbahnen wird eine Andrückrolle parallel in einem Abstand von 3 cm zum Luftauslass der Schweißdüse über die Bahnen geführt. Dabei sollte man immer bis über die Schweißnahtkante hinausrollen. Als sichtbares Qualitätsmerkmal sollte beim Verschweißen durch die Kombination aus Hitze und Anpressdruck an der Nahtkante ein kleiner Materialauftrag entstehen. Diese sogenannte „Schweißraupe“ verläuft parallel zur Naht als schmaler, gleichmäßiger Wulst aus aufgeschmolzenem Material. Eine gleichmäßige, kontinuierliche und nicht verbrannte Schweißraupe signalisiert die korrekte Einstellung der Temperatur und einen ausreichenden Anpressdruck. Dadurch dient sie als erstes Kontrollmerkmal für eine fachgerechte Verschweißung.
Mechanische Prüfung und Schälprobe
Abschließend wird ein Schältest quer zur Naht durchgeführt. Die durchgehende Verschweißung muss eine Mindestbreite von 2 cm aufweisen
Foto: Sika Deutschland CH AG & Co KG
Nach dem vollständigen Abkühlen der Schweißnähte müssen diese mechanisch geprüft werden. Hierfür eignet sich ein Schraubendreher mit abgerundeten Kanten. Damit sollte auf die Naht ein leichter Druck ausgeübt, die Bahn aber auf keinen Fall beschädigt werden. Die mechanische Nahtkontrolle ist keine Dichtigkeitsprüfung. Sie hilft aber, nicht durchgehend verschweißte Nahtbereiche zu finden. Abschließend wird eine Schälprobe quer zur Naht durchgeführt. Für diese wird ein etwa 2 cm breiter Streifen der oberen Dachbahn angeschnitten, vorsichtig angehoben und im spitzen Winkel von der unteren Bahn abgezogen. Während des Abziehens darf sich die Verschweißung nicht sauber lösen. Stattdessen muss das Material im Nahtbereich selbst Verformungen oder Risse zeigen. Das bestätigt, dass die Schweißnaht fester als die Dachbahn ist und somit fachgerecht ausgeführt wurde. Die durchgehende Verschweißung muss eine Mindestbreite von 2 cm aufweisen.
Schulungen und Videos zur Verarbeitung
Verschweißung von „Sarnafil“-FPO-Abdichtungsbahnen mit einem Handschweißgerät auf der Baustelle
Foto: Sika Deutschland CH AG & Co KG
Wer bei der Verschweißung von „Sarnafil“-FPO-Bahnen die Verlegungsanleitung befolgt und anschließend eine Nahtkontrolle und einen Schältest durchführt, kann sicherstellen, dass er mit den Kunststoffabdichtungsbahnen eine dauerhaft dichte und funktionssichere Abdichtung erzielt.
Damit sich Verarbeitungsbetriebe kontinuierlich weiterbilden können, finden jedes Jahr im ersten Quartal die „Sarnafil Verlegerschulungen“ statt. Mit fünf verschiedenen Kursstufen wird jedes Leistungsniveau abgedeckt: von Grund-, Aufbau-, Weiterbildungs- und Auffrischungskursen bis hin zum Kurs für Meisterinnen, Meister und Bauleitende. Zusätzlich gibt es auf der Sika-Website verschiedene Videos zu Verarbeitungsschritten wie Innen- und Außenecken mit Kunststoffdachbahnen oder dem Verbundblechstoß. Die mit mehrsprachigen Erläuterungen untertitelten Videos sind nach einer einmaligen Registrierung zu finden unter: www.sika.de/tutorials-flachdach.
AutorRoland Stulier ist Leiter der Anwendungstechnik und Funktionssicherung bei der Sika Deutschland CH AG & Co KG.
