Fertighaussanierung, Teil 2: Trockenestriche und Schüttungen

Bei der Modernisierung von Fertighäusern ist der Fußboden ein entscheidender Aspekt. Mithilfe von Trockenestrichelementen, Schüttungen und Gipsfaserplatten lassen sich neue Böden auf alten Decken erstellen. Dadurch verbessert man nicht nur das Aussehen, sondern auch die Akustik und Dämmung.

Für die Bodenmodernisierung bei Fertighäusern sind Trockenestriche aus Gipsfaserplatten gut geeignet.Sie ermöglichen schlanke Bodenaufbauten und ihre Belastbarkeit ist mit der von herkömmlichen Estrichen vergleichbar. Auch die Kombination mit einer Fußbodenheizung ist möglich, doch dazu später mehr.

Die Trockenestrichelemente bestehen aus zwei miteinander verklebten Fermacell-Gipsfaserplatten im Format 150 x 50 cm mit einem umlaufenden Stufenfalz. Der Vorteil der Elemente: Mit Trockenestrichen wird praktisch keine Feuchtigkeit in den Bau gebracht. Das schont die Holzrahmenkonstruktion der Fertighäuser und sorgt für eine verkürzte Bauzeit. Bei normalen Estrichen ist eine Trocknungszeit von mehr als vier Wochen nötig, der Boden darf in dieser Zeit nicht belastet werden. Nach dem Verlegen von Trockenestrichen wird fast ohne Zeitverzug weitergearbeitet. Die Estrichelemente sind nach dem Verlegen sofort begehbar. Nach dem Aushärten des Klebers, was etwa 24 Stunden dauert, sind sie voll belastbar und bereit zum Verlegen des Bodenbelags.

Papier, Gips und Wasser als Basis

Zu den technischen Vorteilen von Trockenestrichen kommen gesundheitliche Aspekte: Für die Bodenkonstruktionen in älteren Fertighäusern setzte man früher oft Holzwerkstoffplatten ein, hergestellt unter Einsatz von formaldehydhaltigen Bindemitteln. Formaldehyd wird im Laufe der Zeit aber nicht abgebaut, sondern nach und nach an die Raumluft abgegeben. Bei Messungen in alten Fertighäusern wird es daher oft in der Raumluft nachgewiesen. Die Fermacell-Trockenestrichelemente dagegen werden auf der Basis von recyceltem Papier, Gips und Wasser hergestellt. Das Gipsfaser-Estrichelement „Greenline“ nimmt sogar Schadstoffe und Emissionen aus der Raumluft auf und bindet sie.

Estrichelemente mit Dämmschicht

Neben Estrichsystemen aus Gips- und Gipsfaserplatten gibt es auch zementgebundene Leichtbetonplatten. Sie haben ein geringes Gewicht und ein handliches Format. Anders als Gipsfaserplatten werden sie in allen Bereichen, in denen hohe Anforderungen an die Wasserfestigkeit bestehen, eingesetzt.

Für die wirksame Wärmedämmung gibt es Estrichelemente, die rückseitig mit 20 oder 30 mm Polystyrol-Hartschaum versehen sind. Zur Minderung von Luft- und Trittschall sind Trockenestrich-Elemente mit einer Kaschierung aus 10 mm Holzfaserdämmplatten erhältlich, alternativ gibt es die Elemente mit 10 oder 20 mm aufkaschierter Mineralwolle. Dabei bietet die Mineralwolldämmung guten Schallschutz, ist aber relativ weich. Eine Holzfaserkaschierung bietet weniger Schalldämmung, aber einen stabileren Bo­denaufbau. Welcher Dämmstoff im Einzelfall besser geeignet ist, hängt auch vom Bodenbelag ab: Großformatige Fliesen brauchen einen stabileren Aufbau als Parkett oder Linoleum.

Wabendämmsystem mit Schüttung

Vor dem Verlegen der Trockenestrichelemente gleicht man Unebenheiten im Untergrund mit Spachtelmasse oder – bei größeren Flächen – mit einem selbstnivellierenden Fließspachtel aus. Bei größeren Unebenheiten sind Ausgleichsschüttungen sinnvoll, die man mit einem Rieselschutz direkt auf der Holzbalkendecke aufbringt. Das Fermacell-Waben-Dämmsystem ist für die schallschutztechnische Ertüchtigung von Holzbalkendecken geeignet. Es besteht aus Karton-Waben, die man auf der Rohdecke auslegt und mit der Wabenschüttung auffüllt. Anschließend wird darauf das Fermacell-Trockenestrichelement mit Holzfaser- oder Mineralwollkaschierung verlegt.

Estrichelemente und ­Fußbodenheizungen

Auch auf Fußbodenheizungen müssen Besitzer von Fertighäusern nicht verzichten. Während die klassische Fußbodenheizung ursprünglich im Nass-Estrich verlegt wurde, sind inzwischen Flächenheizsysteme auf dem Markt, die sich mit Trockenestrichelementen kombinieren lassen. Vor allem in Fertighäusern mit Holzbalkendecken war das aus statischen Gründen wegen des hohen Gewichts herkömmlicher Estriche lange nicht möglich. Grundsätzlich ist jedoch zu beachten, dass die Fußbodenheizungen vom Hersteller für die Kombination mit Trockenestrichen freigegeben sind. Ist das der Fall, wird zwischen Ausgleichsschüttung oder Mineralwolldämmung eine lose verlegte, 10 mm dicke Fermacell-Gipsfaserplatte als lastverteilende Schicht verlegt. Bevor man dann die Estrichelemente auf der Fußbodenheizung verlegt, sollte man eine Trennlage (etwa PE-Folie oder Kraftpapier) aufbringen. Mit der Trennlage verhindert man ein Verkleben der Estrichelemente mit der Fußbodenheizung.

Bodenbeläge auf Trockenenstrich

Trockenestriche lassen sich mit den meisten Bodenbelägen kombinieren. Vor dem Verlegen von dünnen, elastischen Bodenbelägen spachtelt man Fugenbereiche und Befestiger in den Trockenestrichelementen  ab, damit sich Stoßkanten oder Schraubenköpfe später nicht auf der Oberfläche abzeichnen. Bei harten Oberbelägen wie Parkett oder Fliesen ist das nicht nötig.

Tipp: Der Online-Bodenplaner von Fermacell gibt Hinweise zum Aufbau des Untergrunds, zur Dämmung, Trockenenstrichelementen und zum passenden Oberbelag. Dabei werden Anforderungen an den Wärme-, Schall- und Brandschutz berücksichtigt: www.bodenplaner.com

Autorin

Rita Jacobs M.A. führt ein PR-Büro mit Schwerpunkt Bau und Architektur in Düsseldorf. Sie unterstützt die Firma Ferma­cell bei der Pressearbeit.

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