Bauder eröffnet neues Werk in Drusenheim
06.02.2026Mit einem großen Festakt wurde am 29. Januar das neue Werk der Paul Bauder GmbH & Co. KG im elsässischen Drusenheim offiziell eröffnet. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit ist damit ein neuer, moderner Produktionsstandort für Dachsysteme offiziell in Betrieb gegangen. Das in vierter Generation geführte Familienunternehmen Bauder investierte rund 100 Millionen Euro in sein erstes französisches Werk und unterstreicht damit seine Wachstumsstrategie sowie sein Bekenntnis zum Standort Europa.
Die Eröffnung des neuen Bauder-Werks in Frankreich wurde feierlich begangen
Foto: Paul Bauder GmbH & Co. KG / Johan Schwarzkopf
Zusammen mit Frank Leroy, Ministerpräsident der Region Grand-Est, eröffneten die Brüder Jan, Mark und Tim Bauder, Geschäftsführer in vierter Generation, am 29. Januar ihre neue Produktionsanlage für hochwertige PIR-Dachdämmstoffe sowie leistungsstarke Abdichtungsbahnen aus Bitumen. Beim feierlichen Festakt, bei dem auch Jacky Keller, Bürgermeister von Drusenheim, sowie Serge Schaeffer, Bürgermeister von Herrlisheim, teilnahmen, wurde das neue Werk offiziell eingeweiht. Nach dem traditionellen Banddurchschneiden folgte für die Gäste ein ausführlicher Rundgang durch den Standort im Industriepark Axioparc, der sich auf der Gemarkung der beiden Gemeinden befindet.
Eigene Expertise für begrünte Dächer genutzt
Bauder investierte auf dem 12,6 h großen Areal am neuen Standort Drusenheim in zwei Produktionslinien: PIR-Dämmstoffe sowie Bitumenbahnen. Dabei kann das Unternehmen auf langjährige Erfahrung zurückgreifen: Bereits seit fast 170 Jahren produziert Bauder Abdichtungsbahnen und seit 1967 PIR-Dämmstoffe. Dieses Know-how floss auch direkt in die Planung und Ausgestaltung des neuen Werks ein, für das im Rahmen des Projekts eine Förderung der Region Grand Est gewährt wurde.
„Die Vorgaben an die nachhaltige Gestaltung sind hoch – wir wollten sie aber nicht nur erfüllen, sondern übertreffen“, erklärt Mark Bauder den Anspruch, den die drei Brüder bei der Planung und Umsetzung des neuen Standorts hatten. In Sachen Ökologie gelingt dies etwa durch umfassende Anpflanzungen heimischer Bäume und Hecken, die sich harmonisch in das vorhandene Landschaftsbild einfügen und so einen Beitrag zur Biodiversität leisten. Zudem waren mindestens 20 Prozent der Grundstücksfläche zu begrünen. Ein Großteil der 20.000 m2 großen Produktionshallen sowie der Verwaltungs- und Bürogebäude sind folglich mit extensiv begrünten Dächern versehen, das 23.800 m2 große Dach der Lagerhalle bietet zudem Platz für eine Photovoltaikanlage mit 2 MWp. Das Werk wird damit den Vorgaben des französischen Energiestandards RE2020 gerecht.
Auf dem 12,6 h großen Areal werden ab sofort Bitumenbahnen und PIR-Dämmstoffe hergestellt
Foto: Paul Bauder GmbH & Co. KG / Johan Schwarzkopf
Ressourcenschonendes Energiekonzept
Die architektonische und technische Planung sollte zu einem möglichst energieeffizienten und ressourcenschonenden Betrieb führen. Zum Beispiel wird in Kombination mit einem elektrischen Heizkessel der selbst erzeugte Solarstrom zur Erwärmung von Bitumen genutzt. Denn Bitumen muss stets auf mindestens 180 Grad Celsius erhitzt sein, um verarbeitet werden zu können. Das bringt nicht nur Kostenvorteile mit sich, sondern veressert auch den CO2-Fußabdruck des Standortes. Innovativ ist ebenso das speziell entwickelte Speicherkonzept: Überschüssiger Solarstrom kann zum thermischen Laden der großvolumigen Bitumenbehälter genutzt werden. Auf diese Weise kann die Nutzung von Erdgas reduziert oder sogar ganz vermieden werden.
Für die generelle Wärmeversorgung ist das Werk an das lokale Fernwärmenetz angeschlossen. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf Elektromobilität, von eigenen Ladestationen für Firmenfahrzeuge und Autos der Mitarbeitenden bis hin zur ebenfalls elektrifizierten Gabelstapler-Flotte. Sämtliches Regenwasser wird auf dem Grundstück in Versickerungsbecken gesammelt und dem Grundwasser zugeführt, ohne Anschluss an das öffentliche Abwassernetz.
Neue Arbeitsplätze für die Region
Rund 70 neue Arbeitsplätze hat Bauder am neuen Standort bis heute geschaffen. Neben technischen Berufen wie Maschinenbedienern, Anlagentechnikerinnen und Produktionsleitern gehören auch Mitarbeitende in der Logistik sowie im Vertrieb zum französischen Bauder Team. Ihnen allen stehen an ihren neuen Arbeitsplätzen moderne Bedingungen, helle Sozialräumen, ein Betriebsrestaurant und ein großzügiger Pausenbereich mit direktem Zugang zur Grünzone zur Verfügung. Zudem ist die komplette Fassade der Verwaltungsbereiche verglast und nutzt das Tageslicht bestmöglich.
Von kurzen Wegen am Standort und einer umfassenden Ausstattung profitieren in Zukunft auch die Kunden des Unternehmens: Mit dem 400 Quadratmeter großen „Technikum“ werden Schulungsmöglichkeiten geschaffen, die die Verbindung von Theorie- und Praxis ermöglichen.
Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter www.bauder.de
