Textile Formholzteile aus Weidenholz

Weidenholz ist seit Jahrtausenden aus dem Korbmacherhandwerk bekannt. Es ist besonders biegsam und hat ein gutes Verhältnis von Gewicht und Zugfestigkeit. „Bemühungen an der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR in Eberswalde in den 1980er Jahren, endlose Fäden aus Weidenholz zur Bestückung von Webstühlen zu entwickeln, brachen mit der deutschen Wiedervereinigung ab“, erklärt Stefanie Silbermann, Projektleiterin des Forschungsverbunds „Textile Tektonik für den Holzbau“ („Tethok“). Das Forschungsprojekt an der Universität Kassel beschäftigt sich mit der Frage, wie man Bauteile mit Fäden aus Massivholz herstellen kann. Die Kasseler Wissenschaftler und Gestalter um Prof. Heike Klussmann fügen dabei flexible, zugfeste Flechtweidenschienen mit einem Querschnitt von wenigen Quadratmillimetern zu einem Endlosfaden. So entsteht ein Halbzeug, dass zu textilen Strukturen weiterverarbeitet werden kann: ein Massivholzmonofil. Dieses lässt sich aufspulen und anschließend verknoten, weben, flechten, legen oder wickeln. Mit dem Umbau handwerklicher Geräte, etwa einem Webstuhl, soll die Kontrolle über das Materialverhalten ermöglicht werden. Langfristiges Ziel der Forscher ist die automatisierte Fertigung an Web- und Flechtmaschinen sowie Leg- und Wickelrobotern. So lassen sich verschiedene Formholzteile gewinnen, die im Bauwesen, Fahrzeugbau oder für den Möbelbau eingesetzt werden können. Auf der Messe LIGNA in Hannover stellte der Forschungsverbund  „Tethok“ erste Prototypen von Bauteilen aus. Mehr über das Projekt finden Sie online unter www.baukunsterfinden.org .

x