Sturmsicherung für Sidings von Prefa

Fassadenbekleidungen mit Prefa-Sidings: Teil 8 – Montage der Sturmsicherungsclips

Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade (VHF) hat sich als bauphysikalisch sicherer Wandaufbau bewährt, bei dem keine Probleme mit Kondensatfeuchte entstehen. In unserer Serie zeigen wir die Planung und Verlegung einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade mit Aluminium-„Sidings“ von Prefa. In Teil 8 der Serie geht es um die Sturmsicherung der „Sidings“.

Bei jeder Fassadenbekleidung ist aus Sicht des Tragwerkplaners die Windlast (Druck und Sog) eine Komponente, die er bei der Erstellung der Statik berücksichtigen muss. Im Speziellen sind die „Sidings“ von Prefa werkseitig an der Befestigungslasche neben den Langlöchern mit Sturmsicherungen in Form von Ausprägungen versehen, die ein „Ausfädeln“ der Nut durch ein „Ausbauchen“ bei hohen Windsoglasten verhindern.

Bei großen Elementen sind Sturmclips erforderlich

Bei glatten „Sidings“ ist das bis zu einer Breite von 300 mm (Dicke 1,2 mm) und beim „Siding.X“ bis 200 mm (Dicke 1,0 mm) gewährleistet. Alle „Sidings“ mit einer darüber hinausgehenden Breite müssen zusätzlich mit sogenannten Sturmsicherungsclips ergänzt werden. Die Montage wird im Folgenden beschrieben.

Bei Verlegeschemata mit verschiedenen Baubreiten ist immer die folgende Reihe entscheidend, ob das Befestigungsmittel mit oder ohne Sturmsicherungsclip verwendet wird, da dieser die Nut des nächsten Profils sichert (siehe Infokasten). Eine Montagehilfe dient zur exakten und unfallfreien Montage der Sturmsicherung. So gibt es für jede Materialdicke der „Sidings“ die passende Montagehilfe, die durch Beschriftung und verschiedenfarbige Knöpfe leicht zuzuordnen sind. Die Bohrschrauben für die Befestigung sind immer die gleichen.

Anbringen der Sturmsicherung mit Montagehilfe

Zunächst wird der Clip in das Werkzeug eingelegt und durch eine vorgespannte Feder gehalten. Mit einer Hand setzt nun der Handwerker mittels Montagehilfe die Sturmsicherung oberhalb der Feder an der Befestigungslasche an und drückt mit dieser gegen die Unterkonstruktion, damit beim Einführen beide Enden in der Nut stecken. Die Tiefe ist durch die Materialdicke am Anschlag des Werkzeuges definiert (1,0 mm beim „Siding.X“, 1,2 mm beim glatten „Siding“ bis 400 mm und 1,5 mm beim „Siding“ mit 500 und 600 mm. Bei diesen beiden ist übrigens der dafür eigens entwickelte Clip zu verwenden.)

Prefa empfiehlt, als erstes mit dem Festpunkt, der möglichst in der Mitte des Bekleidungsprofils liegt, zu beginnen. Die Bohrschraube wird durch das vorgestanzte Loch in der Sturmsicherung und durch das „Siding“ in die Unterkonstruktion geschraubt. Die restlichen Halter müssen immer mittig in den Langlöchern gesetzt werden und zwar an jedem Tragprofil. Eine Langlochzange ist hier ein passendes, nützliches Werkzeug, falls eine werkseitige Lochung einmal nicht mit der Unterkonstruktion zusammentrifft.

Ein kleiner Tipp zur Montage der „Sidings“: Das Einfädeln geht leichter, wenn man die Profile beim Ansetzen an der Nut etwa 30° nach vorne neigt und dann während des Zurückklappens kräftig nach unten drückt. Die Nut klickt hörbar in die Sturmsicherung ein. Ein kurzer Kontrollblick stellt sicher, dass das Profil richtig sitzt, bevor nach und nach die Fassade montiert wird.

Sollte der Fassadenbauer versehentlich ein falsches Werkstück montiert haben, so kann er dies selbstverständlich auch wieder zurückbauen, indem er es nach vorne wegklappt und unter Zug Clip für Clip zusammendrückt, bis das „Siding“ demontiert ist.

Planung und Gestaltung

Neben der Materiallieferung erhält der Verlegebetrieb seitens Prefa sämtliche Unterstützung schon bei der Planung und Gestaltung sowie der kompletten Ausarbeitung zur Erstellung der Fassadenpläne samt Stückliste. Zur Erstverlegung der Prefa-„Sidings“ stehen deutschlandweit sieben Lehrverleger, allesamt Handwerksmeister, zur praktischen Verlegeeinweisung auf der Baustelle mit Rat und Tat zur Seite – mehr über den Prefa-Kundenservice erfahren Sie online unter www.prefa.de/verarbeiter .

Autor

Thomas Weiß ist Zimmermeister und mitverantwortlich für die Schulungen in der Prefa-Academy in Neu-Ulm.

Berechnung der Windsoglasten

Zur Erstellung des statischen Nachweises benötigt der Tragwerksplaner verschiedene Angaben, wie zum Beispiel die ­Beschaffenheit (Tragfähigkeit) des Verankerungsgrundes, die Ausladung der Unterkonstruktion, sowie deren Stützenweiten. Ebenso die Stützweiten der Fassadenbekleidung und deren Gewicht.

Anhand der Postleitzahl, Höhenlage und Gebäudeabmessungen kann er die Windsoglasten und Drucklasten ermitteln, die wiederum mitendscheidend für die Abstände der Unterkonstruktion und der Verankerungsmittel (Dübel) sind.

Bei den Prefa-„Sidings“ wirken die werkseitig geprägten Sturmsicherungen an der Befestigungslasche zwischen den Langlöchern, sowie falls erforderlich die Sturmsicherungclipse den Windsoglasten entgegen.

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