Solarmodule ersetzen die Dachdeckung

Der Schweizer Solarhersteller Megasol hat Solarmodule für die Verlegung auf Steildächern entwickelt. Sie sollen eine einfache Montage, hohe Kompatibilität zu verschiedenen Ziegelmodellen und viele Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Über integrierte Haken werden die Module auf dem Dach befestigt.

Solarmodule, die ähnlich wie Dachziegel aussehen und sich gemeinsam mit diesen auf dem Dach verlegen lassen, produziert die Megasol Energie AG bereits seit mehr als zehn Jahren. 2009 wurde der erste von Megasol entwickelte „Solarziegel“ in Zusammenarbeit mit einer Ziegelei lanciert. Dieser bestand aus einem Tonziegel mit eingelegtem Solarmodul. 2015 präsentierte Megasol die nächste Generation an „Solarziegeln“, die sich, so wie auch das Vorgängermodell, nahtlos in bestehende Ziegeldächer einfügen ließen. Das Modul bestand aus einem Aluminiumrahmen und einem Glas-Glas Laminat und war in zwei Farben ­erhältlich. Die neueste Entwicklung des Herstellers aus dem schweizerischen Deitingen sind die „Match“-Indachmodule, die 2020 erstmals auf der Messe Swissbau in Basel vorgestellt wurden. Die „Match“-Module sind laut Hersteller zu vielen bestehenden Dachziegelmodellen kompatibel. Der Hersteller hat dafür die gängigsten Dachziegel in Ziegeltypen eingeteilt. Pro Ziegeltyp bietet Megasol ein bis drei Standardformate an, die sich untereinander kombinieren lassen. Damit sind die „Match“-Module mit einer breiten Palette an Dachziegeln kompatibel und können auch in einem bestehenden Ziegeldach verlegt werden. Vorhandene Dachlattungen können für die Verlegung genutzt werden. Zusätzlich zur bestehenden Trag- und Konterlattung ist eine weitere Lattung nötig, auf der die Solarmodule über integrierte Haken fixiert werden. Jedes einzelne „Match“-Modul verfügt über einen Plus- und Minus-Stecker. Dank langer Kabel lassen sich die Solarmodule sowohl horizontal (zeilenweise) wie auch vertikal (spaltenweise) verkabeln. Zusammengesteckt werden die Kabel vor dem Einhängen der Module auf der Lattung. Neben den Varianten „Full Black“ und „Terra Cotta“ bietet Megasol für die Solarmodule eine umfangreiche Farbpalette und die Möglichkeit, individuelle Farben zu kreieren. Neben klassischen Solargläsern stehen auch die Glasoberflächen „Creek“, „Diamond“, „River“ oder „Wave“ zur Verfügung.

Module aus Glas ohne Aluminiumrahmen

Die „Match“-Solarmodule beschränken sich aber nicht nur auf Ziegeldächer. In der Variante „Match Slate“ lassen sie sich auch mit schindelartigen Eindeckungen wie etwa Faserzementschindeln kombinieren. Dabei kommen die gläsernen Solarmodulen ohne Aluminiumrahmen oder Plastikgehäuse aus. Die Solarmodule sind gegen Hagelschlag widerstandsfähig und erfüllen die Anforderungen der Hagelschutzklasse 4. Wird doch einmal ein Modul beschädigt, lässt es sich genauso auswechseln wie ein normaler Dachziegel. Hinzu kommt eine Lebensdauer von bis zu 50 Jahren.

Leistungswerte

Die „Match“-Solardachmodule weisen eine für PV-Anlagen hohe Leistung auf. Die beiden Standardgrößen des Ziegeltyps A verfügen beispielsweise über 22 und 55 Wp. Die beiden Standardgrößen des Ziegeltyps B verfügen über 44 und 99 Wp. Die Solarmodule übernehmen nach der Verlegung zusätzlich die Funktion der Dacheindeckung, was bei der Kalkulation und Planung eines Daches mit „Match“-Solarmodulen berücksichtigt werden muss – vor allem wenn es um die Neudeckung eines Daches geht. Wird das berücksichtigt, zeigt sich, dass die „Match“-Indachanlage in einem ähnlichen preislichen Bereich liegt wie eine konventionelle Aufdachanlage.

Die „Match“-Solarmodule sind bei der Megasol Energie AG erhältlich und werden ausschließlich an Dachhandwerker und Solarteure vertrieben. Mehr Informationen finden Sie unter www.megasol.ch/match.

 

Autor

Michael Reist ist Leiter Kommunikation und Marketing bei der Megasol Energie AG.

 

Mit „Match“-Modulen kompatible Ziegel 

Kompatibel bedeutet dabei, dass ein „Match“-Solarmodul ohne weitere Anpassungen einen oder mehrere Ziegel in einem bestehenden Ziegeldach ersetzen kann.

Nelskamp Glattziegel „G10“,

Erlus „Ergoldsbacher Scala“,

Jacobi Walther „Z10“,

Creaton „Cantus“,

Gasser „FS03 & MS95“

weitere Ziegelmodelle auf Anfrage

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2018-03

Domino-Dachziegel mit Solarmodulen von Creaton+Autarq in Serienproduktion

Die Dachziegel „Domino“ mit Solarmodul lassen sich im Verbund mit normalen „Dom­­­ino“-Dachziegeln und im Austausch gegen diese verlegen. Die Solardachziegel stellt die Firma Autarq in...

mehr
Ausgabe 2012-02

PV auf Trapezblechdächern

Centrosolar hat eine Installationsmöglichkeit für das Dünnschicht-Solarmodul TF Multi Professional entwickelt. Das Großflächen-Modul kann damit auch auf Trapezblechdächern montiert werden....

mehr
Ausgabe 2012-03

Hoher Wirkungsgrad dank Pyramidglas

Alfasolar präsentiert das monokristalline Pyramid 60 mono-Solarmodul. Das aus 60 monokristallinen Zellen bestehende Solarmodul ist in den Leistungsklassen 250, 255 und 260 Watt Spitzenleistung...

mehr

Neuer Ziegel für flach geneigte Dächer

Erlus auf der Dach+Holz 2020 in Stuttgart

Mit den Ziegelmodellen „Karat“ und „Ergoldsbacher E 58 RS“ hat Erlus bereits seit längerem Dachziegel im Sortiment, die besonders für flache Dachneigungen geeignet sind. Auf der Messe Dach+Holz...

mehr

Neues Glasvlies vermeidet Staub

Unterseitiges Glasvlies für kaschierte Masterrock-Dämmplatten

Die „Masterrock“-Steinwolldämmplatten von Rockwool für die Verlegung auf den Sparren verbessern Wärme-, Schall- und Brandschutz von Steildächern. Produktvarianten mit aufkaschierter...

mehr