Schnelle Dachsanierung mit EPDM-Planen

Hertalan Easy Cover-Planen per Induktionsverfahren über alter PVC-Abdichtung verlegt

Bei der Sanierung der Dachfläche einer für Messebauzwecke genutzten Industriehalle in Hohenbrunn bei München ermöglichten EPDM-Abdichtungsplanen in Kombination mit einem speziellen Befestigungssystem eine sichere Abdichtung im laufenden Betrieb.

Die VRPE Team GmbH mit Sitz in Hohenbrunn bei München entwickelt individuelle Markenstrategien und hochwertige Messebauten und hat sich dabei vor allem auf die Luft- und Raumfahrtindustrie spezialisiert. Seit seiner Gründung vor nunmehr 25 Jahren ist das Unternehmen in einer schlichten Industriehalle im Gewerbegebiet Hohenbrunn bei München ansässig. Der Bau war in den 1970er-Jahren als Stammhaus des international tätigen Tor- und Türenherstellers Hörmann errichtet worden. Nach dem Einzug von VRPE wurde er dann modernisiert und an die Anforderungen des neuen Nutzers angepasst.

Parallel zum Einzug 1993 war seinerzeit auch eine erste Sanierung der aus zwei Satteldächern zusammengesetzten Dachfläche des Gebäudes erfolgt. Die ursprünglich auf der Gasbeton-Tragschalendecke aufgebrachte Bitumenabdichtung war dabei flächendeckend durch eine PVC-Abdichtung überdeckt worden. Anfang 2019 war eine weitere Sanierung nötig, weil das Dach einen Schneebruchschaden erlitten hatte, der seinerzeit nur notdürftig repariert werden konnte.

Sanierung im laufenden Betrieb

Mit der Umsetzung der umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde im Frühjahr 2019 die Hartmut Bergener GmbH aus Otterfing beauftragt. „Die Verwendung von Carlisle-Produkten stand dabei aufgrund der bestehenden PVC-Abdichtung auf dem Gebäude und aufgrund meiner positiven Erfahrungen in den vergangenen Jahren eigentlich schon fest“, sagt Spenglermeister Hartmut Bergener rückblickend. Schon frühzeitig hatte er Kontakt mit dem Carlisle-Anwendungstechniker Alexander Hajek aufgenommen, um dem Auftraggeber eine genaue Ausführungsplanung inklusive Windsogberechnung im Angebot präsentieren zu können.

Acht EPDM-Planen für das Hallendach

Auf der Dachfläche der Industriehalle wurden „Hertalan Easy Cover“-Planen von Carlisle verlegt. Ausgehend von der vorhandenen Dachfläche, die so gut wie keine Durchdringungen oder Lichtkuppeln aufweist, wurde gemeinsam und in enger Absprache mit dem Bauherrn entschieden, dass eine Feldbefestigung der „Hertalan Easy Cover“-Planen in Kombination mit dem Befestigungssystem „RhinoBond“ die schnellste und kostengünstigste Lösung bietet. „Ein wichtiger Vorteil der Planen ist vor allem ihre flexible Größe, so dass sich große zusammenhängende Dachflächen in einem Stück abdichten lassen“, sagt Hartmut Bergener. Entsprechend konnte die 1500 m² große Dachfläche der Industriehalle in Hohenbrunn vorab auf acht Planen mit einer Fläche von jeweils etwa 200 m2 aufgeteilt werden. „Hinzu kam, dass wir durch die Verlegung über der bestehenden PVC-Altabdichtung gleichzeitig auch die sonst häufig anfallenden Entsorgungskosten einsparen konnten“, sagt Bergener. Mit dem „Hertalan-RhinoBond“-System ist eine Direktsanierung auf PVC-Altabdichtungen möglich, da keine Wechselwirkungen durch Weichmacheraustritt vorkommen. Da PVC-Bahnen einem Materialschrumpf unterliegen, würde eine Verklebung einer neuen Dachabdichtung auf den alten PVC-Bahnen zu Scherkräften und somit zum Abriss der Klebeverbindung führen. Bei EPDM-Planen ist eine Verlegung auf alten PVC-Bahnen somit nur mit Auflast oder mechanischer Befestigung per Induktionsverschweißung möglich.

Einfache Verlegung

Bei der Verarbeitung der „Hertalan Easy Cover“-Planen in Verbindung mit dem „RhinoBond“-System kommen induktionsfähige, tellerförmige Befestiger zum Einsatz, mit deren Hilfe sich die Abdichtungsplane über dem vorhandenen Dachaufbau aufbringen lässt, ohne dass die Dachhaut durchdrungen werden müsste. „Das bedeutete in diesem Fall, dass wir die Abdichtung auch im laufenden Betrieb umsetzen konnten, ohne dass wir befürchten mussten, dass bei einem eventuellen starken Regen Wasser in den Innenraum eindringt“, berichtet Hartmut Bergener. Ein weiterer Vorteil: Durch die Verschraubung der Halteteller im alten Dachaufbau wird dieser nachbefestigt und so die Lagesicherung des Altdaches gewährleistet.

Induktionsfähige Halteteller verschraubt

Vor dem Verlegen der „Hertalan“-Planen wurden insgesamt 4800 induktionsfähige Halteteller auf dem Dach verschraubt. Nachdem die Planen verlegt waren, konnte damit begonnen werden, die einzelnen Teller mit einem speziellen Induktionsgerät durch die Dachplanen auf 240 bis 280 °C zu erhitzen und damit deren Beschichtung zu verflüssigen: „Nach wenigen Sekunden wird anschließend eine magnetische Kühlstange auf den Halteteller gepresst, so dass sich Plane und Halteteller dauerhaft verbinden“, beschreibt Carlisle-Anwendungstechniker Alexander Hajek die weiteren Handgriffe, „die genaue Menge und die exakte Position der einzusetzenden Halteteller wird dabei anhand der vorherigen Windsogberechnung festgelegt. Sie hängt also unter anderem davon ab, wo genau das Gebäude liegt, wie der Dachaufbau beschaffen ist oder wie hoch die Attika ausgebildet ist. Ausgehend von diesen Angaben kann man dann beispielsweise mit Hilfe der Kalkulationssoftware MF Dach ermitteln, wie viele Teller in welchen Abständen in den verschiedenen Abschnitten des Daches (Innenbereich, Eckbereich, Außenrand und Innenrand) eingebaut werden müssen.“ Die „RhinoBond“-Technik sorgte nicht nur für eine schnelle Verlegung und Verklebung der EPDM-Planen. Werden die Planen per „RhinoBond“-Induktionsverfahren befestigt, lassen sie sich auch bei Bedarf entfernen und wiederverwenden – zum Beispiel, wenn das Gebäude durch eine neue Ebene erweitert wird: „Die Halteteller lassen sich dann ganz einfach wieder lösen, ohne dass die darüberliegende Plane hierbei beschädigt wird“, erklärt Alexander Hajek, „dazu ist lediglich ein erneutes Aktivieren des Induktionsgerätes über den Haltetellern nötig. Nach dem Lösen der Plane müssen dann lediglich die Teller erneuert werden.“

Vorherige Schulung

Die Ausführung der Sanierungsarbeiten erfolgte im Sommer 2019. Um das System richtig einzusetzen, wurde das vor Ort tätige Dachdeckerteam am ersten Tag der Verlegung durch Alexander Hajek geschult, um so die verschiedenen Tricks und Kniffe der Verarbeitung kennenzulernen. „Aufbauend auf dieser soliden Basis konnten wir die Dachfläche der Halle mit Tagesleistungen von bis zu 400 m2 in lediglich acht Arbeitstagen zügig abdichten“, berichtet Hartmut Bergener, „als zusätzliche Maßnahmen mussten wir in dieser Zeit auch zwei Notüberläufe integrieren und die Attikaabdichtung inklusive der dazu notwendigen Blecharbeiten ausführen. Für die Abdichtung des Bürotraktes kamen dann weitere sieben Arbeitstage hinzu.“ Parallel wurde die leicht vorgelagerte, zusätzlich gedämmte und 170 m² große Dachfläche des Bürotraktes neu abgedichtet. Aufgrund der vielfältigen Dachdurchgänge kamen hier die „Resitrix SK W Full Bond“-Abdichtungsbahnen von Carlisle zum Einsatz. Komplettiert wurden die Sanierungsarbeiten durch eine umfassende Fassadensanierung sowie durch eine Sanierung der Oberlichtverglasung des Bürotraktes. Insgesamt dauerten die Sanierungsarbeiten an der Halle drei Wochen. „Im Zusammenspiel der verschiedenen Maßnahmen erstrahlt das Gebäude damit wieder in altem Glanz“, fasst Hartmut Bergener das Ergebnis zusammen.

Autor

Robert Uhde ist freier Architekturjournalist und arbeitet in Oldenburg.

Bautafel (Auswahl)

Projekt Sanierung eines Industriehallendaches in Hohenbrunn

Dachfläche Hallendach 1500 m² , Bürotrakt 170 m², insgesamt 1670 m2

Dachdeckerbetrieb Hartmut Bergener GmbH, 83624 Otterfing, www.hartmut-bergener.de

Produkte (Auswahl)

Material    „Hertalan Easy Cover“-Planen in Kombination mit dem Befestigungssystem „RhinoBond“, zusätzlich für Dachfläche des Bürotrakts: „Resitrix SK W Full Bond“, Carlisle Construction Materials GmbH, 21079 Hamburg, www.ccm-europe.com

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