Solide Basis für Photovoltaikanlage

Die Weinkellerei Reh Kendermann aus Bingen ist eine der größten Weinkellereien Deutschlands. Im Zuge einer notwendig gewordenen Dachsanierung der Verwaltung wurde eine neue Dämmung und Dachabdichtung verlegt und damit die Grundlage für die nachfolgende Montage einer PV-Anlage gelegt.

Sanierungsarbeiten auf dem Dach des Verwaltungsbaus der Weinkellerei Reh Kendermann in Bingen
Foto: Puren

Sanierungsarbeiten auf dem Dach des Verwaltungsbaus der Weinkellerei Reh Kendermann in Bingen
Foto: Puren
Das mit einer PVC-Dachbahn abgedichtete, rund 500 m² große Flachdach der Verwaltung der Weinkellerei Reh Kendermann wies nach mehr als 20 Jahren Undichtigkeiten auf. Es zeigte sich das für alte PVC-Dachbahnen typische Schadensbild: Weichmacherwanderungen ließen die Dachabdichtung zunehmend erstarren, unter Spannung wölbte sich die Abdichtung in den Dachrandbereichen auf.

Dachdeckermeister Torsten Gregori aus dem benachbarten Weiler betreut die Reh Kendermann GmbH bereits seit einigen Jahren in allen Fragen der fachgerechten Dachabdichtung, -wartung und -sanierung. Auch für die Wiederherstellung der Abdichtung des Flachdaches über dem Verwaltungsbau erstellte er deshalb ein entsprechendes Konzept. Dabei berücksichtigte er den Wunsch des Bauherrn, die Flachdachfläche zukünftig mit PV-Modulen auszustatten. Das hatte sowohl Einfluss auf den geplanten neuen Dachaufbau als auch auf die Eigenschaften der zu verarbeitenden Materialien.

Rückbau und Sanierung nach Plan

Nach Freigabe des Sanierungskonzepts erfolgte der abschnittsweise Rückbau des vorhandenen Dachaufbaus. Auf der Tragschicht aus Stahltrapezprofilen angekommen, verlegten die Dachdecker zunächst eine kaltselbstklebende Aluminium-Dampfsperrbahn, die auch an den Attiken hochgeführt und verklebt wurde. Im Anschluss daran wurden die PU-Dämmelemente „Puren Secure“ direkt auf die Dampfsperre geklebt. Mit einer Dicke von 180 mm weisen die Platten einen Bemessungswert der ­Wärmeleitfähigkeit λB = 0,026 W/(mK) auf. Durch ihren umlaufenden Stufenfalz sind die Dämmplatten ­wärmebrückenfrei zu verlegen und zeichnen sich durch eine hohe Druckbelastbarkeit aus.

Brandsichere Flachdachkonstruktion

Das Dämmelement mit dem zuvor erstellten Ausschnitt für den bereits montierten Anschlagpunkt wird verklebt
Foto: Puren

Das Dämmelement mit dem zuvor erstellten Ausschnitt für den bereits montierten Anschlagpunkt wird verklebt
Foto: Puren
Oberseitig sind die PU-Elemente mit einem diffusionsoffenen und flammhemmenden Spezialvlies kaschiert. Damit sorgt die schwerentflammbare Dämmschicht mit der Brandverhaltensklasse B-s1, d0 nach DIN EN 13501-1 für eine brandsichere Flachdachkonstruktion. Dies ist besonders relevant für die spätere Installation von PV-Modulen auf der Dachfläche. Gleiches gilt für die hohe Druckbelastbarkeit der „Puren Secure“-Dämmplatten, da durch die Bestückung mit PV-Modulen und entsprechender Tragkonstruktion zusätzliche Lasten auf den Dachaufbau einwirken. Dämmstoffe mit geringerer Druckbelastbarkeit geben auf Dauer nach und sorgen so für mögliche ­Folgeschäden an der Dachkonstruktion oder -abdichtung. Auf dem Dach in Bingen kamen PU-Dämmplatten mit Maßen von 2400 × 600 mm zum Einsatz. Die vergleichsweise leichten Dämmplatten lassen sich mit baustellenüblichen Werkzeugen ablängen. Für Durchdringungen, wie die zusätzlich eingebauten und an die Dampfsperre angeschlossenen Anschlagpunkte, wurden entsprechende Öffnungen ausgeklinkt.

Ausrollen der EPDM-Dachbahn „Resitrix SKW“ von Carlisle auf der PU-Dämmschicht
Foto: Puren

Ausrollen der EPDM-Dachbahn „Resitrix SKW“ von Carlisle auf der PU-Dämmschicht
Foto: Puren
Aufgrund der Schwerentflammbarkeit der ­„Puren Secure“-Dämmelemente konnte auf eine Brandschutzlage verzichtet werden. In der Folge dichteten die Dachhandwerker die erneuerten und gedämmten Flächen mit der ebenfalls selbstklebenden EPDM-Kunststoffdachbahn „Resitrix SKW“ von Carlisle ab. In der Fläche wurden die einzelnen Bahnen direkt verlegt und nach Abziehen der Trennfolie verklebt. An den aufgehenden Bauteilen, wie den Attiken, war eine vorherige Grundierung als Haftvermittlung notwendig. Abschließend wurden die EPDM-Bahnen im überlappenden Nahtbereich mittels Heißluft gefügt.

 Details wie die fachgerechten Anschlüsse an die Attika samt Dachrandabdeckungen sowie die Einbindung der notwendigen Abläufe erfolgten im Anschluss an die Abdichtung der Fläche. Nicht zuletzt wurden auch die Abdeckungen der Brandwandkronen gemäß den Vorgaben ausgeführt.

Zukunftsfähige Lösung

Dachdeckermeister Torsten Gregori hat für die Dachsanierung des Verwaltungsgebäudes der Weinkellerei Reh Kendermann ein zukunftsfähiges Konzept entwickelt, das insbesondere die spätere Installation einer Photovoltaikanlage berücksichtigt. Mit der hohen Brandverhaltensklasse ist die PU-Hartschaumdämmplatte „Puren Secure“ schwerentflammbar. Sie ermöglicht nicht nur brandsichere, sondern auch schlanke Flach- und Gefälledachkonstruktionen bei gleichzeitig gutem Wärmeschutz. Dank der fachgerechten Ausführung der Dachsanierung durch das erfahrene Dachdeckerteam und der hohen Beständigkeit der „Puren Secure“-PU-Dämmelemente gegen Alterung, in Kombination mit der EPDM-Dachbahn „Resitrix SKW“, wurde ein langlebiger, sicherer und energieeffizienter neuer Dachaufbau für das Verwaltungsgebäude der Weinkellerei geschaffen. Die Möglichkeit zur Wiederverwertung von PU-Dämmstoffverschnitten für die Produktion neuer Werkstoffe (siehe dazu Meldung auf Seite 4) trägt darüber hinaus zur Kreislaufwirtschaft in der Produktion bei.

Autor

Sven-Erik Tornow ist Baufachjournalist, Fachautor und betreibt die Agentur Flüstertüte in Köln. Er unterstützt die Puren GmbH in der Pressearbeit.

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