Mit Gründächern gegen den Klimawandel

Studie untersucht Effekte von Dachbegrünung

Bepflanzte Dächer können in heißen Sommern Wärme in den Städten verringern, Niederschläge zurückhalten und die Abflusssituation verbessern. Die Begrünung von Dächern kann eine Maßnahme sein, um die Folgen extremer Wetterereignisse abzuschwächen. Aber welche Dächer und Pflanzen sind dafür besonders geeignet und in welchem Maße verbessert sich das Klima in den Städten konkret? Diesen Fragen will der Bundesverband Gebäudegrün (BuGG, Berlin) in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst (Offenbach) und der EFTAS Fernerkundung Technologietransfer (Münster) am Beispiel der Stadt Essen nachgehen. In dem Projekt sollen bereits begrünte Flächen in einem so genannten Gründachkataster eingetragen werden. Zusätzlich werden Informationen zur Bepflanzungsart und möglichen weiteren begrünbaren Dachflächen gesammelt. „Im Anschluss werden wir verschiedene Simulationen durchführen. Die erste untersucht das Stadtklima entweder ohne Gründächer, mit den vorhandenen Gründächern oder mit Einbeziehung aller potenziellen Gründächer“, erklärt Projektleiter Dr. Gunter Mann vom Bundesverband Gebäudegrün. Auf Grundlage dieser Daten soll ermittelt werden, welche Kühlwirkung die Pflanzen haben und welche Gründachtypen sich am stärksten auswirken. 

Effekte von Gründächern messen

Ziel sei zu klären, in welchem Ausmaß das Anpassen an den Klimawandel mit Hilfe von Dachbegrünungen erreicht werden könne und ob weitere Maßnahmen gegen sommerliche Wärmebelastung ergriffen werden müssen. „Dieses Projekt zeigt den Effekt des Begrünens nicht nur auf einzelne Gebäude, sondern auf die ganze Stadt bezogen. Das gesammelte Wissen kann so modellhaft für andere Quartiere genutzt werden“, so Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Die Stiftung fördert das Projekt fachlich und finanziell mit 200 000 Euro. Weitere und tiefergehende Informationen über das Projekt finden Sie unter www.gebaudegruen.de .

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