Liebe Leserinnen, liebe Leser,

von der Energiegewinnung mit Solarmodulen über eine Dachbegrünung bis hin zur Dachterrasse: Flachdächer lassen sich vielfältig nutzen. Das stellt allerdings gewisse Anforderungen an die Dämmung, Dachabdichtung und das Tragwerk.

Ein gutes Beispiel dafür ist ein achtgeschossiger Neubau im Hamburger Springer-Quartier. Auf dem Flachdach des Gebäudes sollten nicht nur haustechnische Anlagen Platz finden, sondern auch eine Bar und ein Spielplatz. Die Planer entschieden sich in diesem Fall für eine druckfeste, schwer entflammbare Flachdachdämmung mit PUR-Dämmplatten. Diese wurden nicht mechanisch befestigt, sondern in Heißbitumen verlegt. Dadurch ist jede Dämmplatte rundum abgeschottet und gegen Unterläufigkeit gesichert. Mehr über dieses Projekt lesen Sie hier.

Ganz andere Anforderungen galt es bei der Dämmung und Abdichtung eines Anbaus mit Flachdach in Hamburg zu erfüllen. Aus architektonischen Gründen war für das Dach eine besonders dünne Dämmung gefordert. Zum Einsatz kamen daher Vakuumdämmplatten, die im Vergleich zu anderen Dämmstoffen eine deutlich geringere Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit der bei diesem Projekt verwendeten Dämmplatten liegt bei nur 0,007 W/mK, gleichzeitig sind die Dämmplatten sehr dünn. Wie die Verlegung der Dämmplatten ablief und warum der Dachaufbau auf dem Anbau als Sonderkonstruktion gilt, lesen Sie hier.

Moderne Dämmstoffe bieten aber noch mehr Funktionen als Wärmeschutz, Kälteschutz, Schallschutz und Druckfestigkeit. Eine neue Steinwolldämmplatte von Rockwool etwa, die im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen ist, soll mit ihrer geschliffenen Oberfläche das Verschweißen von Bitumen-Unterlagsbahnen vereinfachen. Wie gut das in der Praxis funktioniert, testete ein Dachdeckerbetrieb bei einer Dachsanierung in Kottenheim. Dort wurden die neuen Steinwolldämmplatten auf einem ehemaligen Lagerhaus verklebt befestigt und darüber eine zweilagige Bitumenabdichtung verschweißt. Welche Erfahrungen der Dachdeckerbetrieb dabei gemacht hat, zeigen wir in unserem Artikel .

Nicht nur auf dem Dach, sondern auch an der Fassade ist die verklebte Befestigung eine Alternative zu anderen Befestigungsarten. Bei der Montage von Verbundplatten hat diese Methode den Vorteil, dass die Plattenoberfläche nicht durch sichtbare Schraubenköpfe unterbrochen wird. Selbst schwere Fassadenmaterialien mit einem Gewicht von bis zu 30 kg/m² lassen sich mittlerweile verklebt befestigen. Damit beim Kleben nichts schief geht und eine sichere Fassadenkonstruktion entsteht, gibt es jedoch ein paar Dinge zu beachten. Wie man Verbundplatten Schritt für Schritt mit einem bauaufsichtlich zugelassenen System auf einer Unterkonstruktion verklebt, zeigen wir Ihnen daher in einem Praxistipp.

Frohes Schaffen wünscht Ihnen,

„Neben Wärmeschutz, Schallschutz und Druckfestigkeit bieten moderne Dämmstoffe weitere Funktionen.“

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