Ein neues Zuhause für den Holzbau im Schwarzwald
In St. Blasien-Menzenschwand entsteht ein Ort für Wissen, Baukultur, Begegnung und Bauen mit HolzLange wurde geplant, entwickelt und vorbereitet – nun wird das Zentrum Holzbau Schwarzwald auch baulich sichtbar. Mit dem Umbau des ehemaligen Kurhauses und dem geplanten angrenzenden Neubau nimmt in St. Blasien ein Projekt Gestalt an, das weit über den Hochschwarzwald hinausstrahlen und Kompetenzen rund um das nachhaltige Bauen und Sanieren mit Holz bündeln soll.
Dabei beginnt die Geschichte des gemeinnützigen Zentrum Holzbau Schwarzwald (ZHS) nicht erst mit dem Bau. Seit mehreren Jahren bringt die Gesellschaft bereits Menschen aus Handwerk, Planung, Forschung, Wirtschaft, Bildung und Öffentlichkeit zusammen. Fort- und Weiterbildungen, die „Praxistage Holz“ für Studierende und Meisterschüler, Nachwuchsangebote, Exkursionen und Veranstaltungen haben das ZHS bereits als Plattform für Bauen mit Holz etabliert.
In St. Blasien-Menzenschwand entsteht ein Ort der die Fachwelt und die Öffentlichkeit zusammenbringt. Hier haben Veranstaltungen, Seminare und Weiterbildung ebenso ihren Platz wie Gastronomie und Beherbergung
Visualisierung: MGF Architekten Stuttgart
„Wir arbeiten seit Jahren daran, Wissen, Menschen und Kompetenzen rund um den Holzbau zusammenzubringen. Jetzt bekommt diese Arbeit endlich auch einen eigenen Ort“, sagt Stefan Kudermann, Geschäftsführer des Zentrum Holzbau Schwarzwald. „Und dieser Ort soll selbst zeigen, wofür wir stehen: für nachhaltiges Bauen und Sanieren mit Holz, für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und für die Verbindung von Wissen und Praxis.“
Bestand weiterdenken und mit Holz ergänzen
In Menzenschwand, einem Stadtteil von St. Blasien im Landkreis Waldshut, entsteht kein isolierter Neubau: Das historische Haus Longo bleibt erhalten und das ehemalige Kurhaus wird saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. Ergänzt wird der Bestand durch einen zeitgemäßen Holzbau nach dem Entwurf von MGF Architekten aus Stuttgart. Gemeinsam bilden die drei Gebäude künftig ein Ensemble.
Die Visualisierung zeigt eines der Ferienappartements im zukünftigen Zentrum Holzbau Schwarzwald
Visualisierung: Baur Wohnfaszination
Das Projekt adressiert dabei die zentralen Zukunftsaufgaben des Bauens: vorhandene Bausubstanz erhalten und weiterentwickeln, Ressourcen sinnvoll nutzen und Neubau dort ergänzen, wo er erforderlich ist. Mitten im bestehenden Ort entsteht so ein neuer Raum für Bildung, Begegnung, fachlichen Austausch und Öffentlichkeit. Dieser Netzwerkgedanke wird auch bei der Umsetzung des neuen ZHS sichtbar: Mit Holzbau Bruno Kaiser, Baur Wohnfaszination, Lignotrend und Gutex bringen mehrere Gesellschafter ihre Kompetenzen in das Bauprojekt ein. Der Neubau wird damit selbst zum Anschauungsobjekt für zeitgemäßes Bauen mit Holz.
Ein Zentrum mit überregionaler Strahlkraft
Künftig werden in Menzenschwand Veranstaltungen, Seminare, Weiterbildung, Wissenstransfer und Netzwerkarbeit ebenso ihren Platz haben wie Gastronomie und Beherbergung. Es entsteht ein Ort, der die Fachwelt und die Öffentlichkeit zusammenbringt und das Thema Bauen mit Holz nicht nur vermittelt, sondern direkt erlebbar macht.
Der Standort könnte dafür kaum passender sein: Menzenschwand, ein Stadtteil von St. Blasien, liegt mitten in einer Landschaft, in der Wald, Holz und regionale Baukultur seit Jahrhunderten zusammengehören. Von diesem Ort im Hochschwarzwald aus soll das Zentrum zugleich über die Region hinaus wirken.
Das Zentrum Holzbau Schwarzwald wurde 2022 als gemeinnützige GmbH gegründet und wird von elf Gesellschaftern aus Wirtschaft, Bildung, öffentlicher Hand und regionalen Institutionen getragen. Das Bauvorhaben in Menzenschwand ist ein im Rahmen von „Regio-Win 2030“ gefördertes Projekt. Der Umbau des ehemaligen Kurhauses hat bereits begonnen; der Baubeginn des Neubaus soll Anfang 2027 folgen.
Projekt Zentrum Holzbau Schwarzwald, St. Blasien
Ensemble 3 Gebäude: Haus Longo, ehemaliges Kurhaus, Neubau
Nutzung Künftige Geschäftsstelle des ZHS, Veranstaltungs-, Seminar- und Ausstellungsräume, 17 Ferienappartements, Öffentliche Gastronomie
Architektur MGF Architekten, Stuttgart
Investitionsvolumen 8,3 Mio. Euro
Förderung EU/EFRE und Land Baden-Württemberg: rund 4,1 Mio. Euro, „Regio-Win-2030“-Projekt
Baubeginn Umbau ehemaliges Kurhaus: begonnen, Neubau: voraussichtlich Anfang 2027
Fertigstellung Umbau: September 2027, Neubau: Ende 2027
