Flüssigkunststoffabdichtung am Steildach

Spitzdach eines Seniorenheims in Nürnberg mit maschinell aufgetragener Flüssigabdichtung abgedichtet

Auf dem Steildach eines Nürnberger Seniorenheims hatte sich die Beschieferung oberhalb der Bitumenbahnen zum Teil gelöst. Daher sollte eine Neuabdichtung der Dachfläche vorgenommen werden. Ausgeführt wurden die Arbeiten mit einem neuen Flüssigkunststoffsystem, das maschinell aufgesprüht wurde.

Das Besondere des Sanierungsprojekts in Nürnberg ist nicht nur der Einsatz von Flüssigkunststoff auf Polymethylmethacrylat (PMMA)-Basis am Steildach, sondern auch die maschinelle Sprüh-Applikation mit der neuen Technik „Triflex SAM“ (SAM steht für „Spritz-Applikations-Maschine“).

Für die Neuabdichtung des Steildachs eines Nürnberger Seniorenheims fiel die Wahl auf ein Triflex-Flüssigkunststoffsystem, aufgetragen mit der neuen Technologie „Triflex SAM“
Foto: Triflex

Für die Neuabdichtung des Steildachs eines Nürnberger Seniorenheims fiel die Wahl auf ein Triflex-Flüssigkunststoffsystem, aufgetragen mit der neuen Technologie „Triflex SAM“
Foto: Triflex
Im Hinblick auf die Dachneigung des Steildachs in Nürnberg von 20 bis 25º erwies sich das Material „Triflex Prodetail“ mit seiner hohen Viskosität für die Fläche als ideal. Die Abdichtung ebenso wie die Grundierung wurden mit der Maschinentechnologie „Triflex SAM“ verarbeitet, die seit 2023 auf dem Markt ist. Bei dieser Technologie wird der Flüssigkunststoff von einer mobilen Einheit direkt aus IBC-Containern auf das Dach gefördert. Die Handwerker tragen dabei einen Statikmischer auf dem Rücken, in dem das Harz und der Katalysator der 2-komponentigen Abdichtung elektronisch gesteuert angemischt und anschließend mit einer Sprühpistole aufgetragen werden. Einer der großen Vorteile des Systems ist die Zeitersparnis, die dadurch erzielt wird.

Quarzsand als Zuschlag erhöhte die Rutschhemmung

Auf der Baustelle in Nürnberg wurde das Material von der am Boden befindlichen Einheit 18 m nach oben gefördert. Auf dem Dach trug das vierköpfige Team der Firma Dach und Gerüst Weidmann zunächst die Grundierung „Triflex Cryl Primer 222“ auf. Dabei konnte die Grundierung mit einer Arbeitsgeschwindigkeit von rund 4 m² Dachfläche pro Minute augetragen werden.

Das Abdichtungssystem „Triflex Prodetail“ wurde auf die Steildachfläche aufgesprüht
Foto: Triflex

Das Abdichtungssystem „Triflex Prodetail“ wurde auf die Steildachfläche aufgesprüht
Foto: Triflex
„Um die Arbeitssicherheit künftig zu erhöhen, wurde eine Quarzsandeinstreuung zugeschlagen, um die Rutschhemmung der Oberfläche zu steigern” erklärt der zuständige Triflex-Gebietsverkaufsleiter Karsten Matthias, der das Projekt vor Ort begleitet hat. Nach der Grundierung folgte der Auftrag von „Triflex Prodetail“, ebenfalls mit der „Triflex SAM“-Maschine, zunächst im Anschlussbereich, dann auf der Fläche. Dabei wird in das flüssige Harz in zwei Schichten eine Vliesarmierung eingelegt. Die Arbeitsgeschwindigkeit betrug dabei rund 2 m² pro Minute. „Aufgrund der Quarzsandeinstreuung sowie der relativ kurzen Bitumenbahnen konnten die Materialien nicht durchgehend auf die Fläche gespritzt werden. Deswegen dauerte die Verarbeitung länger als auf ebenem, flachen Untergrund“, so Karsten Matthias. Er betont: „Wäre die gesamte Applikation konventionell, also händisch, vonstattengegangen, hätten wir mit der derselben Mitarbeiter-Besetzung wesentlich mehr Zeit benötigt.“

Schneller Projektabschluss trotz widriger Witterung

Die Neuabdichtung der insgesamt 420 m² Spitzdachfläche konnte durch den Einsatz der Spritzmaschine binnen zwei Vormittagen abgeschlossen werden. Dabei waren die Förderhöhe und die Dachneigung nicht die größten Herausforderungen – vor allem die Wetterverhältnisse erwiesen sich als widrig. „Immer wieder mussten wir Regenpausen einlegen“, erinnert sich Karsten Matthias.

Die systemintegrierte Vliesarmierung wird händisch in das Material eingelegt. Im Schnitt konnten dabei 2 m² der Dachfläche pro Minute abgedichtet werden
Foto: Triflex

Die systemintegrierte Vliesarmierung wird händisch in das Material eingelegt. Im Schnitt konnten dabei 2 m² der Dachfläche pro Minute abgedichtet werden
Foto: Triflex
Gleichzeitig war es sehr heiß, sodass bereits am Vormittag Oberflächentemperaturen von bis zu 55 °C herrschten. Grundsätzlich macht Regen dem Flüssigkunststoff von Triflex nichts aus, da er sich nicht mit dem Wasser verbindet. Falls ein Regenschauer kommt, wird nachträglich kontrolliert, ob durch den Regen eine Verdrängung stattgefunden hat, also das Material durch den Niederschlag zur Seite geschoben wurde. Das war in Nürnberg aber nicht der Fall, sodass die Fläche nach dem Regen mit dem Triflex-Reiniger wieder aktiviert und weitergearbeitet wurde. Die noch zu verarbeitenden Bitumenflächen wurden mit dem Brenner getrocknet.

Persönliche Schutzausrüstung ist verpflichtend

Grundsätzlich sind Handwerkerinnen und Handwerker bei der Verarbeitung von Flüssigkunststoff dazu verpflichtet, beim Auftragen des Materials eine vollstände, persönliche Schutzausrüstung (Augen-, Hand- und Körperschutz) zu tragen. Bei der Sprühapplikation empfiehlt Triflex zusätzlich das Tragen einer Atemschutzmaske.

Kurze Einsatzdauer der Maschine

Trotz der schwierigen Wetterbedingungen verlief das Projekt zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Damit ist das Dach des Seniorenheims nun wieder dauerhaft vor Feuchteeintrag geschützt. „Der vorgegebene Verbrauch von „Triflex Prodetail“ kann aufgrund des thixotropierten Materials auf steilen Flächen sehr gut eingehalten werden“, so Karsten Matthias. Dabei bedeutet „thixotropiert“, dass dem Flüssigkunststoff ein Stellmittel beigefügt wird, damit er geliert, um an senkrechten Flächen besser zu haften. 

Die mobil einsetzbare „Triflex SAM“-Einheit verfügt über ein Antriebsaggregat samt Pumpe, die den Misch- und Förderprozess in Gang bringt
Foto: Triflex

Die mobil einsetzbare „Triflex SAM“-Einheit verfügt über ein Antriebsaggregat samt Pumpe, die den Misch- und Förderprozess in Gang bringt
Foto: Triflex
Bauleiter Timo Neumann, dessen Firma Dach und Gerüst Weidmann zum ersten Mal mit der Sprühapplikationsmaschine von Triflex arbeitete, zeigt sich ebenfalls zufrieden: „Lief super!“, lautet sein kurzes Fazit. Kurz war letztlich auch die Einsatzdauer von „Triflex SAM“: Für den Auftrag von Grundierung und Abdichtung wurden insgesamt etwas mehr als fünf Stunden benötigt.

Kein Transport von Gebinden auf das Dach nötig

Hervorzuheben ist außerdem, dass durch die Förderung des Materials und das Zurückgreifen auf IBC-Container keine Gebinde auf das Dach getragen werden mussten. Dadurch wurden die Handwerker entlastet. Von den IBC-Containern wird derzeit nur das Metallkorsett wiederverwendet, die sogenannte Blase – der eigentliche Tank aus Kunststoff – wird entsorgt. Laut Aussage von Triflex wird hier aber an einer Lösung zur Müllvermeidung gearbeitet. 

Autor

Jan Wittemöller ist Leiter der technischen Beratung bei Triflex. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Baubranche ist er ein anerkannter Experte für Lösungen im Bereich der Bauwerksabdichtung.

Bautafel (Auswahl)

Projekt Dachsanierung mit Flüssigkunststoff am Spitzdach eines Seniorenheims in Nürnberg

Handwerksbetrieb Dach und Gerüst Weidmann GmbH, Nürnberg, www.weidmann-gmbh.de

Fläche 420 m2

Untergrund Bitumenabdichtung

Abdichtung „Triflex Prodetail“, aufgebracht mit „Triflex SAM“ (Spritz-Applikationsmaschine)

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