Das richtige Material für das Metalldach finden

Unterschiede zwischen Kupfer, Edelstahl, Stahlblech und Titanzink für Metalldächer

Ein Dach aus Metall kann schön aussehen und robust sein, außerdem darf man mit geringem Wartungsaufwand rechnen. Für das Metalldach hat man eine breite Palette an Materialien zur Auswahl: Es kommt also auf die Art des Daches und die gewünschte Optik an, wenn das geeignete Metall ausgesucht werden soll. Wie unterscheiden sich Kupfer, Edelstahl, Stahlblech und Titanzink voneinander? Wir erklären in diesem Beitrag die verschiedenen Materialien für das Metalldach.

Ein Metalldach lässt sich auf beinahe jedem Gebäude anbringen. Je nach Neigung, Standort und auch Geschmack eignen sich unterschiedliche Metalle besonders gut. Die Kosten für ein Metalldach können kaum pauschal genannt werden, die Summen schwanken zwischen 10 und 100 Euro pro Quadratmeter. Das ist merklich mehr als der durchschnittliche Preis von 5 Euro pro m² für Betondachziegel.

Jedoch sind Metalldächer äußerst robust und strapazierfähig, auch der Wartungsaufwand hält sich in Grenzen. Kupfer ist für seine Bruchdehnung bekannt, verzinkte Stahldächer punkten mit ihrer beeindruckenden Tragfähigkeit. Welches Dach auch immer bedeckt werden soll, Metalle lassen sich flexibel zuschneiden – Elbemetall bietet Bleche nach Maß, auch die zugehörigen Elemente wie Traufbleche und Firstbleche können individuell zugeschnitten werden.

Stahlblech – kostengünstige Vielseitigkeit

Für besondere Stabilität sorgt Stahl, vor allem verzinktes Stahlblech. Dieses ist sehr tragfähig, zudem verformt es sich nicht und neigt auch nicht zu Wellenbildung. Sowohl für Häuser als auch für (landwirtschaftliche) Nutzgebäude eignet sich Stahlblech. Weitere Vorteile von verzinktem Stahl sind:

- Recyclebar

- auf Maß schneidbar

- große Farbpalette bei Beschichtungen

Was Stahlblech für seine Haltbarkeit und Stabilität braucht, ist die Verzinkung. Diese ist gleichzeitig der Korrosionsschutz und dementsprechend unabdingbar. Die Verzinkung muss regelmäßig erneuert werden, denn fehlender Korrosionsschutz ist für ein Blechdach sehr schädlich.

Zudem sind verzinkte Stahlbleche kostengünstig und für Profis in der Verarbeitung kaum eine Herausforderung. Auch gibt es, um die klassischen Tonziegel zu imitieren, Pfannen(profil)bleche aus mit Farbe beschichtetem und verzinktem Stahl.

Edelstahlprofile – Langlebigkeit dank Chrom

Wenn das Dach noch etwas robuster und langlebiger werden soll und es kein Problem ist, für das neue Dach etwas tiefer in die Tasche zu greifen, dann sind Edelstahl-Dachprofile und Abschlussprofile eine ausgezeichnete Wahl. Mindestens 10,5 Prozent Chrom sind dem Edelstahl beigemischt – das resultiert in beeindruckender Korrosionsbeständigkeit und Schutz gegen Säuren, Laugen und Kalk.

Nachteilig sind die Anschaffungs- und Verarbeitungskosten, die bei Edelstahl mitunter hoch ausfallen. Das kann hinsichtlich der Langlebigkeit aber nicht als rein negativer Aspekt betrachtet werden, denn verzinkter Stahl oder Aluminium können Edelstahl in Sachen Robustheit nicht das Wasser reichen.

- Die Profile aus Edelstahl schränken hinsichtlich der farblichen Auswahl etwas ein, hier gibt es kaum Abweichungen vom Standard.

- Etwa 120 bis 140 Euro kostet ein Quadratmeter Edelstahl für das Dach.

Titanzink – wie Zink, nur besser

Titanzink ist eine Legierung aus Zink mit etwas Kupfer und Titan. Der Vorteil von Titanzink gegenüber Zink ist die Widerstandsfähigkeit. Dächer, Regenrinnen und Rohre werden häufig aus Titanzink gefertigt, 40 Jahre und länger halten diese Dächer im Schnitt. Die geringe Wärmeausdehnung macht es als Dachdeckung noch geeigneter.

Die Preisunterschiede zwischen Zink und Titanzink sind vernachlässigbar, vor allem hinsichtlich der verlängerten Lebensdauer. Zudem lässt sich Titanzink sehr leicht biegen.

- auch Titanzink bildet eine unverwechselbare Patina.

- Achtung bei der Verarbeitung von Titanzink: Der Kontakt zu anderen Materialien sollte vermieden werden, denn es kommt zu Reaktionen – vor allem mit Kupfer.

Kupfer – Exklusivität trifft Kreativität

Kupfer ist ein beliebtes Material für Dächer, Rohre und Mauerabdeckungen, da es ausgesprochen langlebig und pflegeleicht ist. Auch punktet Kupfer mit einer beeindruckenden Bruchdehnung, denn man kann es in beliebige Formen bringen, ohne, dass es an einer Stelle bricht oder porös wird. Wer Dachkuppeln etc. bauen möchte, hat mit Kupfer einen höchst flexiblen Werkstoff zur Hand, der viel Kreativität erlaubt.

Die Patina gibt Kupfer die unverwechselbare türkise Färbung, die beispielsweise auf historischen Bauten und Kirchendächern das Stadtbild prägt. Die Schicht, die aus Kupfersalzen besteht, sorgt für eine große Witterungsbeständigkeit, die ein Kupferdach um die 200 Jahre alt werden lassen kann.

- Kupfer ist ein teures Material, aber sehr leicht zu recyclen. Außerdem hält kein anderes Metall mehrere Jahrhunderte. Mit etwa 100 Euro pro m² ist zu rechnen.

- Kupfer reagiert mit anderen Materialien; beispielsweise Traufblechen aus Zink.

Aluminium – ein Fliegengewicht

Aluminium ist ein geeignetes Material für die Zwecke, die ein Dach erfüllen muss: Es ist äußerst leicht und eignet sich dementsprechend auch für Dachstühle, die nicht so tragfähig sind. Es ist bruchsicher, leicht zu verarbeiten und zu biegen. Seine Oxidationsschicht schützt es vor Korrosion. Farblich hat man genügend Auswahl, um individuelle Wünsche umzusetzen.

Allerdings hat es einen gravierenden Nachteil: Aluminium steht aufgrund des energieaufwändigen Herstellungsprozesses in der Kritik. Abholzung und dazu ein energieintensiver Prozess, um Erz von den giftigen Abfallprodukten zu trennen, machen es sehr umweltunfreundlich.

Fazit

Das richtige Metall für das Eigenheim lässt sich nicht pauschal bestimmen, sondern hängt von Umwelteinflüssen, Dachformen und Designwünschen ab. Die Kosten variieren bei einem Metalldach stark, aber auch die teuersten Deckmaterialien rechtfertigen ihren Preis mit beeindruckender Witterungsbeständigkeit und ausgezeichneter Verarbeitbarkeit.

 

Autor

Christoph Jahn ist Geschäftsführer von Elbemetall und gründete das Unternehmen vor 12 Jahren. Durch die jahrelange praktische Erfahrung weiß er, dass es in der Branche und beim Umgang mit Metallen vor allem auf Qualität und Präzision ankommt, egal ob im Großunternehmen, kleinen Betrieb oder im Privatgebrauch

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