Dachdeckerbetriebe reagieren auf Preiserhöhungen

„Roofer's Club“ fordert wirkungsvolle Gegenmaßnahmen von Politik und Industrie

Drastische Materialpreissteigerungen belasten aktuell das Dachdeckerhandwerk. Insbesondere Produkte auf Rohölbasis wie Bitumen- und Kunststoffabdichtungsbahnen sowie Dämmstoffe haben sich in kurzer Zeit um bis zu 50 Prozent verteuert. Teilweise erfolgten diese Preissteigerungen innerhalb weniger Wochen – mit gravierenden Folgen. Daher fordern die Mitglieder des „Roofer's Club“ jetzt sowohl die Politik als auch die Industrie zum Handeln auf. 

Der „Roofer's Club“ hat im April 2026 die „Initiative bezahlbares Bauen“ gestartet, um auf die aktuellen Preissteigerungen und die damit verbundenen Herausforderungen im Dachdeckerhandwerk aufmerksam zu machen
Abb: Roofer's Club

Der „Roofer's Club“ hat im April 2026 die „Initiative bezahlbares Bauen“ gestartet, um auf die aktuellen Preissteigerungen und die damit verbundenen Herausforderungen im Dachdeckerhandwerk aufmerksam zu machen
Abb: Roofer's Club
Die Mitglieder des „Roofer's Club“ berichten aktuell von starken Preiserhöhungen bei vielen Dachbauprodukten. „Wir reden hier nicht mehr über normale Marktbewegungen, sondern über Preissprünge, die jede Kalkulation aushebeln“, erklärt Urs Nies, Managing Director des „Roofer's Club“. Angebote seien teilweise nach wenigen Wochen nicht mehr haltbar – und viele Preise den Endkunden nicht mehr vermittelbar.

Dachdeckerbetriebe sehen sich zunehmend gezwungen, Angebote nur noch mit sehr kurzen Preisbindungsfristen abzugeben. Gleichzeitig geraten laufende Bauprojekte wirtschaftlich unter Druck, da Preissteigerungen häufig nicht weitergegeben werden können. Die Auswirkungen der Preiserhöhungen reichten dabei über das Handwerk hinaus: Bauprojekte würden verzögert oder ganz gestoppt, Investitionen blieben aus und der Wohnungsbau werde weiter ausgebremst, so Urs Nies.

Verbindliche Preisgleitklauseln gefordert

Die Mitglieder des „Roofer's Club“, ein Zusammenschluss aus derzeit 30 mittelständischen Dachdecker-, Zimmerer- und Spenglerbetrieben, fordern daher von der Industrie mehr Transparenz bei der Preisgestaltung sowie eine politische Überprüfung der aktuellen Marktentwicklung, ähnlich wie beim Spritpreis. „Es stellt sich die Frage, ob viele Preisentwicklungen in dieser Form noch marktgerecht sind“, so der Verbund. Zudem sprechen sich die Mitgliedsbetriebe des „Roofer's Club“ für verbindliche Preisgleitklauseln bei öffentlichen Bauprojekten aus, um mittelständische Unternehmen vor unkalkulierbaren Risiken zu schützen. „Unser wichtigstes Ziel ist Planungssicherheit im Handwerk, damit nicht noch weitere Bauprojekte gefährdet werden“, so Urs Nies. Weiterhin fordert der Unternehmerverbund von der Industrie verlässliche Preisbindungen für drei Monate und eine flexible Anpassung der Preise nach unten bei sinkenden Rohstoffkosten.

Stefan Bern, Dachdeckermeister und Geschäftsführer eines Dachdeckerunternehmens aus Mönchengladbach, fordert Politik und Industrie auf, mit wirkungsvollen Maßnahmen gegen die aktuellen Preissteigerungen gegenzusteuern
Abb: Roofer's Club

Stefan Bern, Dachdeckermeister und Geschäftsführer eines Dachdeckerunternehmens aus Mönchengladbach, fordert Politik und Industrie auf, mit wirkungsvollen Maßnahmen gegen die aktuellen Preissteigerungen gegenzusteuern
Abb: Roofer's Club
„Wir müssen jetzt reagieren, denn viele Kollegen sind bereits am Limit“, erklärt Stefan Bern, Geschäftsführer eines Dachdeckerunternehmens aus Mönchengladbach und Mitglied des „Roofer's Club“ und ergänzt: „Wenn die Politik, die Industrie und wir alle nicht aufpassen, dann entstehen hier Schäden in der deutschen Bauwirtschaft, die wir so schnell nicht wieder beseitigen können.“ Hier sei die Politik gefordert, mit wirkungsvollen Maßnahmen gegenzusteuern. „Vielleicht kann man kurzfristig die Mehrwertsteuer auf Bauleistungen senken. Damit wäre allen geholfen“, schlägt Stefan Bern vor.

Initiative bezahlbares Bauen gestartet

Der „Roofer's Club“ fordert vor dem Hintergrund der aktuellen Preissteigerungen von der Politik Sonderabschreibungen für private und öffentliche Auftraggeber und Förderprogramme bei starken Materialpreisschwankungen. Dazu hat der Club eine eigene Kampagne unter dem Titel „Initiative bezahlbares Bauen“ gestartet, um auf die Situation im Dachhandwerk aufmerksam zu machen. Geplant sind eine umfangreiche Social-Media-Kampagne sowie Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und der Industrie. Auch Inhaberinnen und Inhaber von Handwerksbetrieben, die nicht Mitglied im „Roofer's Club“, aber ebenfalls von starken Preiserhöhungen betroffen sind, können sich der Initiative anschließen. Auf der Aktionswebsite (siehe hier) finden sich weitere Informationen und der Kontakt zum Team des „Roofer's Club“.

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