Goldenes Ypsilon

Temporärer Pavillon in Brettsperrholzbauweise in Münster für Ausstellung: „Goldene Pracht – Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen“

Im März wurde in Münster ein temporärer Pavillon im Rahmen der Ausstellung „Goldene Pracht – Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen“ am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte fertiggestellt. Der 95 m2 große Bau beherbergt eine Schmuckwerkstatt als zentralen Ort der Kunstvermittlung und dient darüber hinaus als Informationspunkt der Ausstellung. Entwickelt wurde der Pavillon vom Büro modulorbeat – ambitious urbanists & planners in Kooperation mit Studierenden der msa | münster school of architecture, Münster.

Die beiden Köpfe von modulorbeat, Marc Günnewig und Jan Kampshoff, starteten mit zunächst 30 Studierenden in mehreren Arbeitsgruppen; am Ende blieben knappe zehn mit einem Entwurf. Als Standort wurde gegenüber dem Bischöflichen Palais ein Platz gefunden.

Die Konstruktion des bis Ende Mai 2012 hier stehenden Pavillons besteht aus Vollholztafeln (Brettsperrholz), deren Oberfläche im Innenraum zum bestimmenden Material wird. Die Holzmöbel im Innenraum wurden gemeinsam mit den Studierenden im Selbstbau erstellt. Es wurden insgesamt 40 m3 Nadelholz verbaut. Die Außenhülle ist dem Thema der Ausstellung entsprechend mit einer goldenen Metallhaut ausgestattet. Die Kupfer-Aluminium-Bleche wurden zu einem individuellen Zackenprofil gekantet. Der Verschwenk der Kreuzarme des Grundrisses belebt die ansich schlichte Figur. Egal von welchem Standort, der glänzende oder einfach nur mysteriös schimmernde Baukörper erscheint dem Betrachter wie ein Y.

Was mit dem Bau nach seiner Nutzung als Werkstatt (Goldschmiedeworkshops) und Informationsstand zur Ausstellung insgesamt geschieht ist noch offen. Allerdings gab es nach Architektenauskunft für den thermisch leicht nachrüstbaren Baukörper bereits private Nachfragen. Die Stadt Münster sollte sich hier wirklich überlegen, das gute Stück einfach so ziehen zu lassen, Orte für die Bauskulptur gibt es genügend, Nutzen desgleichen.

Text: Benedikt Kraft




Bautafel (Auswahl)

Projekt Temporärer Pavillon im Rahmen der Ausstellung „Goldene Pracht“

Planung modulorbeat ambitious urbanists & planners, Münster in Kooperation mit Studierenden der msa | münster school of architecture, Münster

Fassadenwerkstoff TECU Gold (KME Germany AG)

Blechbearbeitung  MN Metallverarbeitung Neustadt GmbH, Neustadt

Verarbeitung am Bau Schabos GmbH, Nordwalde

Holzbau H.Schoster GmbH & Co. KG, Münster

Fassadenfläche, Metall  circa 145 m2


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