Strahlungswärme für Wohlfühlklima

Die Entscheidung für die Art der Wärmeerzeugung und die Umsetzung der Wärmeverteilung in den Räumen ist sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen von zentraler Bedeutung. Eine beliebte Alternative zu Fußbodenheizung oder Radiatoren sind mittlerweile verschiedene Wandheizungssysteme.

Das Wandheizungssystem ClimateWall (Hersteller Energiewerkstatt Rhein-Neckar GmbH, www.energiewerkstatt-rn.de) ist ähnlich aufgebaut wie ein Kachelofen. Die Heizschleifen sind um Schamottsteine verlegt, welche die Wärme über Stunden speichern und an den Innenraum abgeben. Die Speicherfunktion der Wand wird unterstützt durch die Innendämmung mit 40 mm starken Gutex-Holzfaserdämmplatten. Die restlichen Flächen, die nicht mit Schamottsteinen der Wandheizung belegt werden, sind mit 60 mm starken Holzfaser-Systemdämmplatten ausgefüllt.

Die möglichst wärmebrückenfreie Anbringung der Holzfaserplatten auf allen Innenseiten der Außenwände erfolgt in zwei Schritten: Auf die bestehende Wandfläche wird mit einer Zahntraufel (5 mm) gleichmäßig Kalkmontageputz aufgetragen, damit eine homogene Fläche entsteht. Dann werden die Dämmplatten mit Kalkmontageputz vollflächig (Zahntraufel 10 mm) bestrichen und die Platten an die Wand geklebt.

Die Empfehlung der Energiewerkstatt Rhein-Neckar zur Fixierung und Befestigung der Module lautet, „mit dem mitgelieferten Befestigungsset (Rahmendübel mit Schraube 8x120 mm) pro Modul vier mal mechanisch zu fixieren. Die Montage der Systemdübel erfolgt oberflächenbündig.“ Nach der Modulmontage wird das Heizungsrohr in die Schlitze der Module eingelegt. Die Mehrschichtverbundrohre (Durchmesser = 16 mm) sollen bündig mit der Oberkante der Module abschließen. Im Anschluss wird Kalkschamotteputz, ohne Lufteinschlüsse, in die Kanäle eingeputzt. Anschließend wird mit Putzgewebe der Grundputz fertiggestellt.

Diffusionsoffener Aufbau

Die neu gedämmten und zum Teil beheizten Wände können innen flächig entweder mit Lehmputz oder mit Kalkputz veredelt werden. Dieser Aufbau ist diffusionsoffen (sofern beim Farbanstrich ebenfalls auf diffusionsoffene Materialien geachtet wird). Die Holzfaser und der Lehmputz wirken sich positiv auf das Raumklima aus, da sie Raumfeuchte aufnehmen und abgeben können, ohne an Dämmwirkung zu verlieren. Der diffusionsoffene Aufbau, auch zur Rauminnenseite, ermöglicht ein hohes Feuchteabgabepotential der Konstruktion. In städtischen, lärmbelasteten Bereichen macht sich zusätzlich die schallmindernde Wirkung des offenporigen Dämmmaterials positiv bemerkbar. Von der Wandaußenseite dagegen muss meist ein neuer Putz auf die Wandflächen aufgebracht werden, damit die Regensicherheit und Winddichtigkeit der Wände wieder hergestellt ist.

Autoren

Sabine Euler ist selbstständige Marketingberaterin und lebt im Schwarzwald. Sie betreut für die Firma Gutex die Pressearbeit. Thomas Rumbach ist staatlich geprüfter Techniker, Schwerpunkt Umwelttechnik und Ansprechpartner bei Fragen zu ClimateWall thermo bei der Energiewerkstatt Rhein-Neckar.

Die Holzfaser und der Lehmputz nehmen Raumfeuchte auf und können sie auch wieder abgeben

Vorteile eines Wandheizungssystems

geringe Vorlauftemperaturen der Heizungsanlage.
strahlen- beziehungsweise wellenförmige Verteilung der Wärme im Raum (angenehme „Ka­­chel­ofen“-Atmosphäre).
warme Bauteiloberflächen im Winter vermeiden Feuchteprobleme.
im Sommer lässt sich das System als Kühlung einsetzen und verbessert so zusätzlich den sommerlichen Hitzeschutz.
schnelle Montage und hoher Anteil an Vorfertigung möglich (Montage pro Modul mit vier Schrauben direkt auf Spanplatten oder OSB-Platten) im Holzrahmenbau.
„Bauen und Dämmen mit Holz“ als konzeptioneller, baubiologischer Gesamtansatz plausibel erklärbar.
Energieeinsparung durch Anbringen einer beheizten diffusionsoffenen Innendämmung
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