Neue Wände für alte Häuser

Wie man Bäder und Fußböden saniert, haben wir in den letzten Teilen unserer Serie zur Fertighaussanierung gezeigt. Im vierten Teil geht es nun um das Einbauen neuer Wände in alten Fertighäusern mit Gipsfaserplatten und Unterkonstruktionen. Wir zeigen, was dabei zu beachten ist. 

Besitzer oder Käufer eines älteren Fertighauses stehen oft vor der Frage: Kann ich die Grundrisse meines Hauses so verändern, dass sie zu meiner Art zu wohnen passen? Speziell beim Fertighaus ist durch das Entfernen oder Versetzen nichttragender Wände eine neue Raumaufteilung möglich. Wände können auch neu eingefügt werden, wenn zusätzlicher Raum gebraucht wird.

Gipsfaser-Platten zur Beplankung

In alten Fertighäusern können gesundheitsgefährdende Stoffe, wie etwa Formaldehyd, stecken. Gipsfaser-Platten hingegen enthalten kein Formaldehyd und werden ohne Leimzusätze, nur auf Basis von recyceltem Papier, Gips und Wasser hergestellt. Aufgrund ihrer Stabilität dürfen Gipsfaser-Platten von Fermacell sowohl tragend als auch aussteifend verwendet und zur Beplankung und Bekleidung von Bauteilen eingesetzt werden. Durch die Nichtbrennbarkeit kommt Sicherheit im vorbeugenden Brandschutz dazu, Fermacell-Gipsfaserplatten können für Konstruktionen in den Feuerwiderstandsklassen F30 bis F90 eingesetzt werden.

Wohnungstrennwände

Besondere Anforderungen an den Brand- und Schallschutz können mit einer zusätzlichen Vorsatzschale vor der vorhandenen Wand erreicht werden. Das ist sinnvoll, wenn etwa im Rahmen von Umbaumaßnahmen normale Trennwände zu Wohnungstrennwänden werden. Die Vorsatzschale wird doppelt beplankt und auch die vorhandene Trennwand bekommt eine zusätzliche Lage Gipsfaserplatten. Alle einlagig bekleideten Trennwände von Fermacell erfüllen die Brandschutzklassifizierung F30, Wände mit zweilagigen Beplankungen erreichen oft die Bandschutzklassifizierung F90.

Tragend oder nicht tragend

Bei einer Änderung der Raumaufteilung wird es notwendig, Wände ganz oder teilweise zu entfernen oder neu zu errichten. Dabei hängen Aufwand und Möglichkeiten erheblich von der Statik ab. Vor dem Entfernen oder dem Ersatz einer Trennwand muss daher unbedingt geklärt werden, ob diese tragende oder aussteifende Funktionen hat. Die entsprechenden Informationen stehen in den Planungsunterlagen oder statischen Berechnungen. Grundsätzlich können auch tragende Trennwände versetzt werden. Allerdings muss dann ein Unterzug eingebaut werden und/oder eine Lastweiterleitung durch Stützen erfolgen. Nicht tragend ausgebildete Trennwände dagegen lassen sich ohne Probleme versetzen und können auch mit einer Stahlunterkonstruktion aus CW- und UW-Profilen ausgestattet sein.

Unterkonstruktion aus Holz oder Stahl

Die Montage erfolgt jeweils nach dem gleichen Prinzip: Eine Stahlunterkonstruktion aus CW- und UW-Profilen oder Holzunterkonstruktion wird zunächst einseitig mit 12,5 mm dicken und 125 cm breiten Fermacell-Gipsfaserplatten beplankt. Dabei werden die Platten auf der Stahlunterkonstruktion mit Schnellbauschrauben befestigt. Auf der Holzunterkonstruktion werden sie hingegen mit verzinkten Stahlklammern befestigt. Nach dem Verlegen von Installationen im Wandhohlraum und dem Einbau von Dämmstoffen kann die zweite Wandseite nach dem gleichen Muster beplankt werden. Anschließend können alle Platten-Stoßfugen und die Befestigungsmittel verspachtelt werden. Grundsätzlich sollte eine neu errichtete Trennwand aus Schallschutzgründen direkt auf der Rohdecke stehen und bis unter die Deckenbalken oder Sparren geführt werden. Die Beplankung ist mit raumhohen Platten am einfachsten.

Fazit

Wenn sich Wohnwünsche ändern, kann bei älteren Fertighäusern eine andere Raumeinteilung mit wenig Aufwand realisiert werden. Gipsfaser-Platten sind dabei eine gute Ergänzung zur Holzrahmenbauweise.

Tipp

Unter https://www.ausbau-schlau.de/verarbeitungs
video_1294.php
sehen Sie in einem Video ohne viele Worte, wie Gipsfaser-Platten von Fermacell verarbeitet werden und worauf es dabei besonders ankommt.

Autorin

Rita Jacobs M.A. führt ein PR-Büro mit Schwerpunkt Bau und Architektur in Düsseldorf. Sie unterstützt die Firma Ferma­cell bei der Pressearbeit und arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

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