Kondensatfrei dank Dämm-Manschette
Montage von Dachfenstern auf einem Dämmrahmen aus Polyurethan

Zwischen einem hochwertigen Wärmeschutz von Dächern und von Dachfenstern liegen heute immer noch Welten. Beim U-Wert ist es oft der Faktor 10. So große Unterschiede deuten auf Kondensatgefahren hin. Dämmzargen für Dachfenster sorgen dagegen für stabile und schimmelresistente Anschlüsse.

Je besser Dächer gedämmt werden, umso konsequenter müssen sie im Detail durchdacht sein. Sauberes, maßgenaues Arbeiten gehört ebenso dazu wie sorgfältiges luft- und winddichtes Einkleben der Dämmstoffe und der Fenster. Dies alles muss, so der Wunsch aufgeklärter Bauherren, mit Baustoffen machbar sein, die sich nicht gesundheitsschädigend auswirken. Da passte es, dass die hier eingesetzten PUR-Dämmstoffe von Ökotest mit „gut“ bewertet wurden. Geprüft wurden unter anderem die Wärmeschutzeigenschaften, der sommerliche Wärmeschutz, die Schadstoffbelastung, giftige Ausdünstungen und Allergien auslösende Substanzen.

An einem Beispieldach soll der Einbau von Dämmzargen gezeigt werden. Das Dach eines Neubaus in Bad Neuenahr erreicht mit einem U-Wert von rechnerisch 0,093 W/m²K Passivhausstandard (< 0,1 W/m²K). Und da möchte der Bauherr einen gut ausgebildeten Dachdecker auf dem Dach nicht missen. Zwischen den 8 x 22 cm großen Sparren ist eine 22 cm dicke Zwischensparrendämmung (WLS 035) verbaut. Darauf folgt eine 2 cm dicke Schalungsplatte. Darauf liegt das 12 cm dicke Steildachdämmsystem Puren Plus (WLS 026). Die Platten wurden mit ihren Nut-Feder-Systemen exakt ineinander geschoben. Schnitte, egal welcher Art, sind mit Japansäge oder Kreissäge so exakt ausgeführt, dass Montageschaum nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommt. Alle Anschlussbereiche an Mauerwerk sind zusätzlich mit Klebebändern abgeklebt. Die Ausschnitte für die Dachfenster wurden bereits auf die Holzfaserplatten exakt aufgezeichnet und die Dämmelemente nach diesen Vorgaben mit einer Kreissäge maßgenau geschnitten. So waren die Dachfenster-Ausschnitte bereits nach der Verlegung der Aufsparrendämmung komplett fertig. Diese maßgenaue Vorgehensweise kostet zwar geringfügig mehr Zeit, spart aber in letzter Konsequenz Dämmmaterial, denn die Dachfensterausschnitte, die man im Nachhinein ausschneidet, sind speziell bei großen Dachfenstern immer zuerst verlegt und bezahlt und danach Müll.

Bessere Isothermenverläufe

Die Fünf Dachflächenfenster vom Typ Energy Star verfügen über einen im Fensterbereich bemerkenswert guten U-Wert von 1,0 W/m²K. Treffen diese Fenster jedoch auf eine extrem gute Dachdämmung mit einem U-Wert von rund 0,1 W/m²K, gibt es im Anschluss an den Fensterrahmen zwangsläufig extreme Temperaturverläufe (Isothermenverläufen). Das sind – gleichsam den Linien gleichen Luftdruckes, den Isobaren im Wetterbericht – Linien gleicher Temperatur im Dachbauteil. An diesen Linien kann man die verzwickte Lage im Anschlussbereich Dach zu Fenster erkennen (siehe Kasten). Denn: Von dem im Dach realisierten, zusammen 36 cm dicken Dämmpaket bleiben im Anschlussbereich zum Fensterrahmen nur wenige Zentimeter übrig.

Der Dachdecker montierte deshalb an diesem Dach die neuen Dämmzargen von Puren. Die sogenannten PDZ-V-Dämmzargen wurden notwendig, weil Velux seine Konstruktion bei der neuesten Fenstergeneration verändert hat. Als Bausatz lieferbar, sind die neuen Zargen für die Standard- als auch vertiefte Einbauvariante einsetzbar. Eine Besonderheit der neuen Dachfenstergeneration sind die vier Montagewinkel, die nicht mehr über Eck eingebaut werden. Die neuen Winkel liegen bei einem Standardeinbau am Fensterrahmen oben links und rechts und bei einem vertieften Einbau seitlich oben und unten. Zwei weitere Winkel stützen den Fensterrahmen etwa mittig an den Längsseiten. Mit den neuen Halterungen werden die Lasten des Fensters, je nach Montagehöhe, geringfügig verlagert. Diesen veränderten Anforderungen folgt die Konstruktion der neuen Dämmzarge. Die Zargen sind in den Ecken nicht mehr stumpf gestoßen, sondern mit den zwei Lagen auf Konterlatten- und Dachlatten-ebene überlappend konstruiert und damit zusätzlich über Eck verstärkt. So sichern die neuen Dämmzargen, unabhängig von der Einbauart, eine weitgehend gleichmäßige Lastenverteilung und zusätzlich eine robuste Einbausituation.

Präzise Montage

Die Dämmzargen gibt es in den Dicken 3 + 4 cm und 4 + 4 cm (Dachlattenebene + Konterlattenebene). Auf Wunsch sind für flach geneigte Dächer in schnee-reichen Regionen mit entsprechend hohen Hinterlüftungsquerschnitten Dämmzargen bis zu einer Konterlattenstärke von 12 cm lieferbar.

Die vorkonfektionierten Einzelteile der Dämmzarge werden mit jeweils einer Schraube pro Ecke präzise zu einem rechtwinkligen Rahmen zusammengeschraubt. Dazu gibt es zwei Empfehlungen: Kleine Dämmzargen können an beliebiger Stelle vormontiert und auf dem Dach verschraubt werden. Bei größeren Dämmzargen, wie auf dieser Baustelle, macht es Sinn, diese direkt vor Ort am Fensterloch, ohne umständliche Transporte über die Gerüste zu montieren. Die fertig zusammengeschraubten Rahmen werden über den Fensterlöchern präzise ausgerichtet und ihre Lage mit Bleistift auf die Dachfläche abgezeichnet. Die Winddichtigkeit sowie die Regensicherheit zwischen Aufsparrendämmung und Dämmzarge wird mit einem Expansionsband (Kompriband) sichergestellt, das mittig unter der Dämmzarge bei der Bleistiftmarkierung aufgeklebt wird. Die Zargen werden auf die Expansionsbänder aufgelegt, ausgerichtet, ausgewinkelt und mit jeweils drei langen Schrauben auf jeder Seite bis in den darunter liegenden Sparren gesichert.

In die so montierten und verschraubten Dämmzargen passen die Dachfenster mit den Winkelhalterungen anstandslos hinein. In der Vergangenheit gab es bei diesem Montageschritt zuweilen Schwierigkeiten, wenn die Expansionsbänder, speziell im Sommer, zu schnell aufquollen. Mit der neuen Dämmzarge ist dieser Arbeitsschritt entschärft. Die jetzt eingesetzten langsamen Expansionsbänder erlauben, unabhängig von den Temperaturen, eine stets gesicherte Montagezeit von mindestens 30 Minuten. Mit der Verschraubung der Winkelhalterungen in der Dämmzarge und der Expansion der Dichtungsbänder ist die Vormontage abgeschlossen. Die Fenster sind stabil, wärmegeschützt und winddicht eingebaut. Rund um die Fensterrahmen befinden sich mit der PUR-Aufsparrendämmung und den Dämmzargen schimmel- und feuchteresistente Bauteile. Das Fensterumfeld ist damit auf Seiten der Dämmstoffe allergikergeeignet ausgerüstet.

Abschließend gilt es, die Wasserführung oberhalb der Dämmzarge mithilfe des mitgelieferten First- und Gratbandes herzustellen. Spätestens beim Einbau der schweren Fensterflügel mit Dreischeibenverglasung erwiesen sich die stabilen Dämmzargen von Vorteil, wenn die Handwerker am Fensterrand stehend sicheren Halt benötigen.

Autor

Gerard Halama ist Fachjournalist und betreibt ein Büro für Fachpublizistik in Bremen.

Die Dämmzargen verringern die extremen Temperaturunterschiede zwischen Fensterrahmen und Dachdämmung

Unter 12,6 °C wird es kritisch

Bei einem Dachfenster, das ohne Dämmzarge eingebaut wurde, kann am Fensterrahmen in einigen Bereichen eine Oberflächentemperatur von nur 11 °C entstehen. Das zeigt der Isothermenverlauf. Zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung ist gemäß DIN 4108-2 eine Oberflächentemperatur auf der Innenseite des Fensterrahmens von mindestens 12,6 °C erforderlich. Durch den Einsatz von Dämmzargen wird die Oberflächentemperatur am Fensterrahmen auf mindestens 17 °C angehoben. Schimmelpilzbildung oder Kondensate sind damit weitgehend ausgeschlossen. Darüber hinaus sind die hier eingesetzten Polyure-thandämmstoffe grundsätzlich schimmel- und feuchteresistent.

Ohne Dämmzargen sind an solchen Stellen mehr oder weniger ausgeprägte Kältebrücken zu befürchten. Die Problematik der Kältebrücken auf so hohem Dämmniveau wird zusätzlich von einer nicht vorhandenen Thermik befeuert. Denn: Häuser mit sehr hohen Dämmstandards benötigen kaum noch Heizenergie. So bleiben die warmen, trocknenden Luftströme, die normalerweise ein Heizkörper unter dem Dachfenster produziert, weitgehend aus. Am Fensterrahmen wird es dann partiell kühler, und die Kondensatgefahr steigt.

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