Gutmütiges Abbrandverhalten

Obwohl Holzfaserdämmstoffe als normal entflammbare Baustoffe nach B2/Euroklasse E eingestuft sind, tragen damit ausgeführte Dämmsysteme einen deutlichen Anteil zum Feuerwiderstand bei. Zusätzliche Sicherheit bringt das hohe Speichervermögen der Dämmplatten, das einen Wärmedurchgang nahezu vollständig verhindert. Das zeigen die Ergebnisse von Brandversuchen, die der Hersteller Pavatex vom Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der TU Braunschweig und der MFPA Leipzig hat durchführen lassen. Untersucht wurden Dach- und Wandkonstruktionen mit Pavatex-Holzfaserdämmstoffen im Hinblick auf die Tragfähigkeit, die raumabschließende Funktion und die Wärmedämmung. Eine Beurteilung beispielsweise nach REI 90 bedeutet, dass das Bauteil bis zu 90 Minuten seine Vorgaben hinsichtlich Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung erfüllt.

Fazit der Untersuchungen: Durch ihr gutmütiges Abbrandverhalten ermöglichen Holzfaserdämmstoffe Bauteile mit hoher brandhemmender Wirkung und schaffen im Ernstfall Zeit, die bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte entscheidend sein kann. An der Oberfläche der Holzfaserdämmplatten bildete sich eine Ascheschicht als Schutzmantel, die die Sauerstoffzufuhr zum Brandherd unterbindet und eine schnelle Ausbreitung verhindert. Damit werden Feuerwiderstandsklassen bis REI 90 erreicht.

Gleichzeitig erwärmen sich die Dämmplatten, aufgrund ihrer hohen Wärmekapazität, weitaus langsamer als andere Bau- und Dämmstoffe, da die feuerabgewandte Seite längere Zeit kalt bleibt. Dies zeige sich deutlich am Temperaturgradienten etwa im Dachbereich: Während eines Feuers herrschen direkt am Brandherd bis zu 940 °C, während die Temperatur an der Oberfläche des Dachs lediglich 18 °C beträgt (siehe Grafik, Temp. nach 50 Min. Prüfdauer).

Brandschutzwerte für Pavatex gedämmte Konstruktionen:

REI 45 für Aufsparrendämmung
REI 30 von innen bei hinterlüfteter Fassade
REI 60 von außen mit „Diffutherm“ und „Pavaflex“
REI 90 von außen mit „Diffutherm“ und „Pavatherm“
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