Durch und durch aus Holz gebaut

Ein Haus ganz aus Holz, eigentlich nichts Besonderes mehr, aber auch die Dämmung passt zum Material. Die besteht aus Holzweichfaserplatten und einer Einblasdämmung aus Holzfasern. Damit werden so gute Dämmwerte erzielt, dass ein Pelletsofen mit Einzelbeschickung für die Beheizung des Hauses genügt.

„Wir bauen für uns“, sagt der Bauherr, Stefan Zurin, aus Bonndorf im Schwarzwald und ist voll motiviert, sein Haus mit möglichst viel Eigenleistung zu bauen. Die beauftragten Handwerksbetriebe haben innerhalb von wenigen Wochen das Einfamilienhaus gebaut und aufgerichtet, alles lief Hand in Hand, es gab im Bauablauf kaum Verzögerungen.

Über das Gesamtkonzept war sich das junge Ehepaar einig, ein Holzhaus sollte es werden, ausgelegt auf die Bedürfnisse der vierköpfigen Familie mit zwei kleinen Mädchen. Für das Haus mit einer Wohnfläche von etwa 130 m² fand sich ein Einzelgrundstück, 850 m2 groß, im Kern von Bonndorf mit großem Garten zum Spielen und Rennen. Das Dach des Carports schließt direkt an den Eingangsbereich des Hauses an, so dass Einkäufe trocken ins Haus gebracht werden können und im relativ starken Winter in Bonndorf der Weg zum Auto von Schnee frei bleibt.

Im Mai wurde die Bodenplatte gegossen. Sie wurde mit 6 cm Hartschaumdämmung zum Erdreich hin in eine Schotterschicht verlegt. Auf den Keller wurde wegen des steinigen Untergrunds verzichtet. Die Sommermonate nutzten die Handwerker der Zimmerei Walter Stüber dazu, die Holzrahmenwände des Hauses vorzufertigen. Das Holzständerwerk und das Dach wurden dann innerhalb von zwei Wochen aufgerichtet. Die Decken bestehen aus einer sichtbaren 24 cm starken Holzbalkenlage und einer Sichtschalung

Holzfaserdämmung in vielen Variationen

Auf dem Dach wurden von den Handwerkern Holzfaserdämmplatten als Aufdachdämmung vollflächig verlegt. Eine Durchdringung der Dachhaut gibt es lediglich am einzügigen Kamin mit Kabelschacht. Diese Durchdringung wurde von den Handwerkern fachgerecht luftdicht ausgeführt. Der homogene Holzfaser-Dämmstoffaufbau aus Gutex-Thermosafe-homogen in Kombination mit der regensicheren Multiplex-top-Unterdeckplatte sorgt für einen sehr guten Hitzeschutz im Sommer. Diese Holzfaserplatte ist höher verdichtet und damit härter, zudem werden wasserabweisende Zusatzstoff beigegeben, sie ist drei Monate frei bewitterbar. Kinderzimmer und Büro liegen unter dem Dach, deshalb ist gerade der Hitzeschutz ein wichtiges Kriterium. Optisch abgerundet wird die Dachansicht mit dunkelgrauen Ziegeln von Eternit.

Die Außenwände des Einfamilienhauses bestehen aus einer Holzständerkonstruktion, die nach außen mit der Multitherm-Platte in einer Stärke von 60 mm versehen ist. Diese Holzfaserdämmplatte wurde extra für hinterlüftete Fassaden entwickelt und bietet eine optimale Kombination aus niedrigem Lambda-Wert für den Kälteschutz im Winter und hoher Wärmespeicherfähigkeit für den Hitzeschutz im Sommer. Der U-Wert der Außenwand beträgt 0,17 W/m2K.

Setzungssichere Holzeinblasdämmung

Die Ständer sind mit einer Holzfasereinblasdämmung ausgeblasen. Die Thermofibre-Faser von Gutex zeichnet sich durch eine hohe Setzungssicherheit, eine gleichbleibende Faserqualität und hohe Diffusionsoffenheit aus. Die hohe Setzungssicherheit entsteht durch das Verhaken der Fasern ineinander. Das Einbringen in die Gefache erfolgt über Einblasmaschinen, unterstützt durch ein Zusatzaggregat, den Gutex-Fibrejet. Durch das Auflockern der Holzfasern mit dem Fibrejet haben geschulte Verarbeiter geringe Einblasrohdichten und niedrige Material- und Arbeitskosten. Als Luftdichtung wurde innen eine OSB-Platte montiert, bevor in der Installationsebene Rohre und Leitungen verlegt wurden. Dies gelang in diesem Fall mit der Thermoinstal-Platte. Die Platte bringt eine zusätzliche Dämmungwirkung, der gesamte Aufbau ist kompakt, diffusionsoffen und kann im Raum entstehende Feuchtigkeit in der Fläche aufnehmen und zwischenpuffern. Die Gipskartonplatten zum Innenraum wurden später mit einem Kalkputz versehen.

Holzfaserdämmung auf für Schallschutz

Da auch der Schallschutz im Haus ein wichtiges Thema darstellt, sind auch die Innenwände mit Holzfaserdämmplatten aufgebaut. Gerade zwischen den Kinderzimmern, zum Elternschlafzimmer und als Abtrennung des kleinen Büros war ein guter Schallschutz gefragt. Die Offenporigkeit der Holzfasern ist es zu verdanken, dass Schallwellen absorbiert werden, die Lärmbelastung wird so merklich reduziert. Auch die hohe Rohdichte trägt zur Schallreduktion bei, dies macht sich insbesondere im Aufbau der Zwischendecke bemerkbar. Hier wählte die Baufamilie eine Kombination aus schwerer Schüttung und Holzfaserplatten in Kombination mit Fußbodenheizung und Estrich.

Eine Heizkombination aus Pelletsofen im Wohnzimmer und thermischer Solaranlage auf dem Dach speist einen Pufferspeicher, der die Fußbodenheizung im gesamten Haus bedient. Die Hauptwärme des 9 kW Pelletsofens geht in den 800 Liter-Pufferspeicher, der Rest wärmt mit der Strahlungswärme direkt den Wohnbereich im Erdgeschoss. Die gute Dämmung macht dieses „schmale“ Heizungssystem möglich. Der Jahresprimärenergiebedarft beträgt 31,2 kWh/m2a.

Eine kontrollierte Be- und Entlüftung ist nicht vorgesehen. Eine bewusste Entscheidung, um nicht zu viel Technik ins Haus zu holen. „Kurzes mehrfaches Stoßlüften am Tag, ohne dass die Wände auskühlen ist für uns das Beste“, sagt Stefan Zurin.

Ein Haus ganz aus Holz, das haben sich die Bauherren gewünscht. Auch von außen ist die Haltung zu erkennen. Der moderne, optische Holzhauscharakter drückt sich in einer durchgängigen Rombusschalung aus sibirischer Lärche (naturbelassen) aus. Balken und Schalung wurden in „alt Kiefer“ lasiert. Für die junge Familie wird damit ihr Wunsch wahr.

Autorin

Sabine Euler lebt im Schwarzwald, betreibt eine Marketingagentur und betreut die Gutex GmbH in Waldshut-Tiengen bei der Pressearbeit.

Die hohe Setzungssicherheit der Holzfasereinblasdämmung wird durch das Verhaken der Fasern  erreicht

Bautafel (Auswahl)

Projekt Holzhaus mit ­Holzfaserdämmung
Bauherrschaft Familie ­Zurin, 79848 Bonndorf im Schwarzwald
Wärmeschutz Gebäudeenergieberater Dipl. Ing. Martin Mosch, Fa. Babep, 79736 Rickenbach,
Werkplanung, Ausführung Holzbau Zimmerei Walter Stüber, 79809 Weilheim, www.walter-stueber.de   
Hersteller Dämmung Gutex Holzfaserplattenwerk, H. Henselmann GmbH Co KG, 79761 Waldshut-Tiengen, www.gutex.de
x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2013-07

Durch und durch in Holz gebaut

„Wir bauen für uns“, sagen Stefan Zurin und Andrea Beringer stolz. Sie sind dabei, ihr eigenes Haus aus Holz mitzubauen. Das zukünftige Eigenheim steht auf einem Einzelgrundstück in Bonndorf...

mehr
Ausgabe 2017-12

Verputzbare Holzfaserdämmplatten Isolair

Die Holzfaser-Dämmplatte „Isolair“ wurde als Putzträgerplatte für Wärmedämmverbundsysteme zugelassen. Außerdem kann sie im Dach als Unterdeckplatte gemäß ZVDH-Fachregelwerk (UDP-A) und im...

mehr
Ausgabe 2018-03

Gedämmtes Holzständerwerk an der Fassade

Dämmung von Außenwänden mit vorgesetzter Holzständerkonstruktion "Durio"

Das Fassadendämmsystem „Durio“ lässt sich auf mineralischen Untergründen, Fachwerkwänden oder Massivholzuntergründen befestigen. Dafür wird die Holzkonstruktion mit „Durio“-Winkeln auf...

mehr
Ausgabe 2012-02

Dämmstarke Holzfaser-Einblasdämmung

Neu auf dem Markt ist eine Einblasdämmung aus Holzfasern von Gutex. Vor allem die hohe Nachfrage nach flexibel einsetzbaren ökologischen Dämmstoffen gab den Ausschlag zur Produkteinführung....

mehr
Ausgabe 2016-10-11

Der Dämmstoff aus dem Schwarzwald

Ressourcen aus Holz stärker nutzen - das ist der Gesamttenor der mit Holz arbeitenden Unternehmen im Schwarzwald. Auch der Neubau des Forststützpunktes in St. Peter besteht hauptsächlich aus Holz...

mehr