Bauder bleibt trotz Baukrise weiterhin auf Kurs
Investitionen in Werkserweiterungen und Neubauten
Bei der Paul Bauder GmbH & Co. KG traf die Baukrise in den vergangenen Jahren auf das größte Investitionsvolumen der Firmengeschichte. Anstatt die geplanten Investitionen aber aufzuschieben oder einzustellen, hielt das Unternehmen weiter Kurs: Alle 2021 beschlossenen Erweiterungen und Neubauten von Werken wurden wie geplant realisiert und die Präsenz in Europa weiter ausgebaut.
Das Unternehmen Bauder wird inzwischen in vierter Generation von den Brüdern Jan, Mark und Tim Bauder (v.l.n.r) geleitetet
Foto: Paul Bauder GmbH & Co. KG
Das in der vierten Generation von den Brüdern Jan, Mark und Tim Bauder geführte Familienunternehmen konnte seine marktführende Position auch in den letzten Jahren weiter ausbauen. Nach Angaben des Unternehmens erwirtschafteten 2025 europaweit 1750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Umsatz von 1,130 Mrd. Euro (zum Vergleich: 2024 waren es 1,112 Mrd. Euro). Die Bauder-Gruppe ist inzwischen mit 19 Tochtergesellschaften auf dem europäischen Markt vertreten und verfügt über neun Werke. Der Exportanteil des Unternehmens lag 2025 bei etwa 48 Prozent, etwa die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet der Dachsystemhersteller auf dem europäischen Markt.
Schwache Nachfrage im Flachdachmarkt 2025
Der Flachdach-Markt war 2025 aus Sicht des Unternehmens stark von den schwierigen Rahmenbedingungen der Bauwirtschaft geprägt. Insbesondere der massiv eingebrochene Wohnungsneubau wirkte sich spürbar auf die Nachfrage aus. Gleichzeitig zeigte sich eine klare Verschiebung im Markt: Gefragt waren zunehmend Dachaufbauten mit Begrünung oder Photovoltaiklösungen. Insgesamt blieb der Flachdachmarkt 2025 unter Druck, während sich der Wettbewerb deutlich intensivierte.
Solar-Gründächer gewinnen an Bedeutung
Der Gründach-Markt konnte aus Sicht der Firma Bauder 2024 und 2025 nicht mehr an die Entwicklung der Vorjahre anknüpfen. Nach einer längeren Wachstumsphase stabilisierte sich das Marktgeschehen auf einem konstanten Niveau. Der Anteil intensiv genutzter Dachflächen nehme allerdings zu und insbesondere Solar-Gründächer würden weiter an Bedeutung gewinnen. Für 2026 werde im Gründachmarkt eine Entwicklung auf Vorjahresniveau erwartet.
Steildach-Markt: Neubau auf niedrigem Niveau
Der Steildachmarkt zeigte sich 2025 zweigeteilt: Während der Neubau weiterhin auf niedrigem Niveau verharrte, entwickelte sich der Sanierungsbereich positiv. Insbesondere die Aufsparrendämmung mit PU-Hartschaum erreichte ein Rekordniveau, da energetische Modernisierungen für viele Eigentümer deutlich an Bedeutung gewannen. Daraus würden sich neue Impulse für den Sanierungsmarkt ergeben. Im Neubau hingegen sei weiterhin nicht mit einer positiven Entwicklung zu rechnen.
Angespannte Marktlage trifft auf großes Investitionsvolumen
Die angespannte Lage in den verschiedenen Steil- und Flachdachmärkten habe sich von Mai 2022 bis November 2024 zur „größten Baukrise Deutschlands seit über 20 Jahren“ entwickelt, so das Unternehmen, verbunden mit einem starken Rückgang bei der Nachfrage von Baugenehmigungen für Wohnungsneubauten. Diese Krise fiel zusammen mit der Umsetzung des größten Investitionsvolumens der Firmengeschichte des Unternehmens Bauder, das bereits 2021 beschlossen wurde. Trotz dieser herausfordernden Situation hielt Bauder an allen geplanten Investitionen fest.
Neubau von Werken in Drusenheim und Landsberg
Am neuen Bauder-Werksstandort im französischen Drusenheim werden künftig PIR-Dämmstoffe sowie Bitumenbahnen produziert
Foto: Paul Bauder GmbH & Co. KG
Zu den Investitionen der Firma Bauder in den letzten fünf Jahren gehörten die Erweiterung sowie der Neubau von Werken. Im Januar 2026 wurde ein neues Werk für Bitumenbahnen und PIR-Dämmstoffe im französischen Drusenheim eröffnet. Es soll vor allem dazu dienen, Märkte wie die Schweiz, Frankreich oder Süddeutschland zu beliefern (mehr dazu lesen Sie hier). Im Januar 2025 hatte das Unternehmen ein neues Werk in Landsberg im Saalekreis eröffnet, in dem der Flüssigkunststoff „Bauder Liquitec“ produziert wird (hier erfahren Sie mehr zur Werkseröffnung)
Im Januar 2026 wurde ein neues Werk für Bitumenbahnen und PU-Dämmstoffe im französischen Drusenheim eröffnet. Rund 70 neue Arbeitsplätze hat Bauder dort geschaffen
Foto: Paul Bauder GmbH & Co. KG
Neben dem Hauptwerk und Verwaltungssitz in Stuttgart betreibt das Unternehmen Bauder inzwischen acht weitere Werke, darunter sechs in Deutschland, eines im österreichischen Bruck an der Leitha und ein Werk in Drusenheim (FR). Das Bauder-Werk in Bruck (AT) wurde in den vergangenen Jahren vergrößert und erweitert, seit 2024 wird dort auch PU-Dämmstoff produziert. Auf dem Dach des österreichischen Werks ist außerdem ein Solar-Gründach entstanden, das heißt, neben einer Dachbegrünung wurde auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert.
Im Bauder-Werk in Schwepnitz wurden die Fertigungskapazitäten für PVC-Dachabdichtungsbahnen 2023 erhöht. Das Werk in Schwepnitz gilt laut Unternehmensangaben derzeit als das größte Kunststoffdachbahnen-Werk Europas.
Ausblick
In den kommenden Jahren möchte das Unternehmen Bauder seine Marktposition in Deutschland und Europa weiter ausbauen. Obwohl die aktuelle Marktsituation weiter unsicher bleibe, zeigt sich das Unternehmen vom Erfolg durch seine umfangreichen Investitionen überzeugt: „Wir sind sicher, dass wir mit unseren Investitionen langfristig die richtigen Weichen gestellt haben. Nun gilt es, diese geschaffenen Potenziale mit Leben zu füllen“, sagt Geschäftsführer Tim Bauder.
Weitere Informationen zum Unternehmen Bauder finden Sie hier.
