Tägliche Selbsttests statt Testzentrum bei Metabo

Wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch Test-Experten der Tübinger CeGaT

Betreten des Werksgeländes nur mit einem tagesaktuellen, negativen Schnelltest: Diese Regel gilt ab Mittwoch, 7. April 2021, beim Nürtinger Elektrowerkzeug-Hersteller Metabo. Alle Mitarbeiter bekommen vom Unternehmen für jeden Arbeitstag kostenlose Schnelltests. Damit testen sie sich jeden Tag zu Hause, bevor sie sich auf den Weg zur Arbeit machen. „So können wir sicherstellen, dass nur negativ getestete Mitarbeitende das Unternehmen betreten“, sagt der Metabo-Geschäftsführer (CEO) Horst Garbrecht.

Zeige dagegen der Schnelltest eine Corona-Infektion an, könnten die Mitarbeitenden durch die Kooperation mit dem Tübinger Labor CeGaT GmbH auf Firmenkosten umgehend einen PCR-Test machen. CeGaT zähle mit mehr als 200.000 durchgeführten PCR-Tests zu den führenden Laboren in Deutschland, und Testexperten des Tübinger Unternehmens begleiten die umfassende, auf Selbsttestung basierende Strategie von Metabo wissenschaftlich, heißt es aus dem Unternehmen.

„Testen wird für das Metabo-Team zum täglichen Morgenritual gehören wie Zähneputzen“

„Derzeit überlegen viele Unternehmen, firmeneigene Testzentren aufzubauen“, sagt Garbrecht. „Wir haben uns bewusst für den Weg entschieden, bei dem sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich selbst testen. Das wird in Zukunft für das Metabo-Team während der Zeit der Pandemie zum täglichen Morgenritual gehören wie das Zähneputzen. Eine zentrale Anlaufstelle in Form eines Testzentrums für einen täglichen Test aller Mitarbeitenden ist eine enorme logistische Herausforderung, die für uns nicht zu stemmen wäre. Zudem birgt das auch gewisse Risiken, weil wir damit erst einmal viele ungetestete Menschen an einen Ort konzentrieren würden. Da sind Selbsttests ein viel schnelleres und leichter umsetzbares Konzept“, führt Garbrecht aus.

1.250 Mitarbeiter in Nürtingen können nicht ins Homeoffice

Mögliche Risiken durch unsachgemäße Anwendung sei aus seiner Sicht geringer einzuschätzen als der Vorteil der täglichen Testung. Vertrauen sei einer der zentralen Unternehmenswerte – „und wir sind sicher, dass unsere Mitarbeiter sehr verantwortungsbewusst mit diesem Thema umgehen werden“, betont Garbrecht und fügt hinzu: „Wir sind ein produzierendes Unternehmen. 600 unserer 1.250 Mitarbeiter in Nürtingen können also gar nicht ins Homeoffice, und auch viele Menschen in der Verwaltung möchten gerne in einem sicheren Umfeld im Büro arbeiten. Die einen müssen wir schützen. Und die anderen haben vielleicht zu Hause ein geringeres Ansteckungsrisiko, leiden aber unter den psychischen Folgen der Isolierung. Wir geben daher unseren und Mitarbeitern die Möglichkeit, sich jeden Tag selbst zu testen und bitten sie, die Tests jeweils mit Namen und Datum zu beschriften und mit ins Unternehmen zu bringen. Damit wird sichergestellt, dass der tägliche Test korrekt gemacht wird.“

Projekt soll wichtige Daten über Wirksamkeit von Teststrategien liefern

Darüber hinaus will Metabo erfahren, wie gut die Teststrategie wirkt – und was vielleicht ergänzend getan werden könnte, um die Mitarbeiter noch besser zu schützen. Deshalb hat Metabo das Tübinger Labor CeGaT um eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts gebeten. „Wir haben uns über diese Anfrage sehr gefreut“, sagt Dr. Dirk Biskup, Geschäftsführer von CeGaT. „Metabo plant hier ein sehr konsequentes und richtiges Vorgehen, das sowohl im Sinne der Mitarbeiter als auch im Sinne des Unternehmens ist. Durch unsere Begleitung des Projekts können wir wichtige Daten über die Wirksamkeit von Teststrategien gewinnen. Das ist eine echte Basis, um in Zukunft noch gezielter gegen die Ausbreitung der Corona-Viren und -Mutanten vorgehen zu können.“

Durch die Vielzahl an Tests, die völlig datenschutzkonforme und anonymisierte Übermittelung der Ergebnisse an CeGaT und das Angebot, sich bei positivem Selbsttest sehr schnell und kostenlos bei Metabo oder CeGaT mit dem sensibleren PCR-Test untersuchen zu lassen, erhoffe sich CeGaT nicht nur ein genaues Bild darüber, wie sich tägliches Testen auf das Infektionsgeschehen in einem Unternehmen, sondern auch in der Bevölkerung auswirke, so Biskup. Die Daten werden nach Überzeugung des CeGaT-Chefs auch Rückschlüsse zulassen, wie zuverlässig von Mitarbeitern selbst vorgenommene Tests sind: „Insgesamt ist das ein Projekt, das uns eine ganze Reihe neuer Informationen bringen kann – und die brauchen wir in der aktuellen Situation dringend.“

Selbsttests kosten Metabo 120.000 Euro im Monat

Allein in die Selbsttests investieren die Nürtinger 120.000 Euro im Monat. „Dieses Geld bezahlen wir sehr gerne, weil es die Gesundheit unserer Mitarbeiter schützt – und damit ist es hervorragend investiert“, betont der für Finanzen und Personal verantwortliche Metabo Geschäftsführer (CFO) Steffen Osswald. Bislang sei der Nürtinger Elektrowerkzeug-Hersteller vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. Bereits seit November werden die Mitarbeiter beispielsweise nach berufsbedingten Kontakten außerhalb des Unternehmens vom Sanitätsdienst getestet. Darüber hinaus konnten sich die Mitarbeitenden jederzeit freiwillig testen lassen, wenn sie dafür Gründe sahen. Eine an sieben Tagen pro Woche besetzte Corona-Hotline stand zusätzlich für Hilfe und Informationen zur Verfügung.

Metabo schließt Geschäftsjahr 2020/2021 mit deutlichem Umsatzplus ab

Osswald macht auch keinen Hehl daraus, dass mit dem Selbsttest-Konzept auch wirtschaftliche Aspekte verbunden sind. Metabo hat in seinem am 31. März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2020/2021 ein deutlich zweistelliges Umsatzplus erreicht – und das nach einem deutlichen Einbruch im Frühjahr 2020. Das alles sei laut Osswald umso bemerkenswerter, als dass Covid19 in sehr vielen Bereichen Probleme gemacht habe – angefangen vom Umsatzeinbruch im Frühjahr über Störungen in den globalen Liefer- und Logistikketten bis hin zu den strengen Hygiene-Vorschriften in Produktion und Verwaltung. „Unsere Mitarbeitenden haben unter solch schwierigen Umständen einen sensationellen Job gemacht, und ich kann mich im Namen des Unternehmens dafür nur sehr herzlich bei allen bedanken“, betont Garbrecht.  (d+h/ela)

Infos über Metabo gibt es hier:

Thematisch passende Artikel:

Horst Garbrecht wird Europa-Chef von Hikoki und Metabo

Horst Garbrecht ist seit 1. Oktober 2019 nicht mehr nur CEO des Elektrowerkzeugherstellers Metabo, sondern auch Chief Operating Officer Europe (COOE) von Koki Holdings. Damit ist er verantwortlich...

mehr
2013-03

Mit 5.2 Ah noch ausdauernder arbeiten

Ein Jahr nach der Einführung von 4.0 Ah-Akkupacks für Elektrowerkzeuge hat Metabo einen weiteren Entwicklungssprung parat und präsentiert die nächste, noch leistungsstärkere Generation mit 5.2...

mehr
2018-05

Eine Akkutechnologie für 110 Maschinen

Neun Elektrowerkzeug-Hersteller präsentieren ein gemeinsames Akku-System

Man könnte es ein Gipfeltreffen nennen – im Thyssen-Aufzugtestturm in Rottweil ging es mit 18 Metern pro Se­kunde aufwärts in die Konferenzzone in 226 m Höhe. Mitte Juni hatte der...

mehr
2016-02

Die Werkzeug-Hölle

In der Halle ist Gehörschutz Pflicht, denn es herrscht ein Höllenlärm. Doch nirgends ist ein Handwerker zu sehen. Dafür aber Bohrhämmer, die auf einem Betonblock eingespannt sind und seit Stunden...

mehr
2012-03

Stichsägen-Lesertest

Fünf neue, leistungsstarke Stichsägen-Modelle stellt der Elektrowerkzeuge-Hersteller Metabo vor und Sie können die Modelle auf Ihre Baustellentauglichkeit testen. Je nach persönlicher Vorliebe...

mehr