Deutsche Meisterschaft im Dachdeckerhandwerk
Bundessieger:innen stehen fest 06.11.2026Nach einem spannenden Wettkampf wurden am 3. November die drei Bundessieger der Deutschen Meisterschaft „German Craft Skills“ im Dachdeckerhandwerk 2026 ermittelt. Eine Landessiegerin und 13 Landessieger kamen am 2. und 3. November 2026 im Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks (BBZ) in Mayen zusammen und meisterten dort vielfältige Aufgaben in den Bereichen Dachdeckung, Abdichtung und Fassade, darunter waren eine Kür- und zwei Pflichtaufgaben.
Alle 14 Landesieger, die Bundesbewertungskommission und Redner, die zu den Deutschen Meisterschaften der „German Craft Skills“ im Dachdeckerhandwerk nach Mayen gekommen waren
Foto: Photo Herzmann
Lena Kaltenbrunn aus Baden-Württemberg ist die 1. Bundessiegerin 2026 und hat von maximal 100 möglichen Punkten 83,64 Punkte erreicht. Den 2. Platz machte Julian Ernst aus Hessen mit 82,46 Punkten und als 3. Bundessieger 2026 überzeugte David Heßmann, der Landessieger aus Sachsen, mit 81,89 Punkten.
Anspruchsvolle Aufgaben bei Kür und Pflicht
Lena Kaltenbrunn (1. Bundessiegerin) aus Baden-Württemberg bei der Arbeit an ihrem Werkstück
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Am ersten Wettbewerbstag demonstrierten die jungen Dachdeckerinnen und Dachdecker in der Hauptarbeitsprobe (= Schwerpunkt ihrer Ausbildung) bereits ihr Können. Bei der Kür wählten die Teilnehmenden zum Beispiel eine Flachdachabdichtung, die Altdeutsche Deckung oder eine Biberschwanz-Doppeldeckung. Am zweiten Wettbewerbstag waren zwei weitere Arbeitsproben nach Vorgabe der Bundesbewertungskommission anzufertigen. Bei der ersten Pflichtaufgabe, der sogenannten Gegenarbeitsprobe, mussten die Teilnehmenden das zeigen, was sie in der Kür nicht gewählt hatten: Wer in der Kür ein Flachdach abgedichtet hatte, musste nun decken, und umgekehrt. Die dritte Aufgabe war für alle gleich: Alle bekleideten eine Fassadenfläche mit Faserzementplatten in Doppeldeckung.
Bei der Gegenarbeitsprobe im Bereich Dachdeckung galt es, eine vorgegebene Pultdachfläche in Deutscher Deckung mit Schiefer im Format 25 × 25 cm auszuführen. Gefordert war eine Linksdeckung, bei der die Traufe mit Fuß- und Gebindesteinen sowie die Ort- und Gratdeckung eingebunden auszuführen waren. Zusätzlich musste an einer geeigneten Stelle ein Sicherheitsdachhaken eingebaut werden. Im Bereich Dachabdichtung bestand die Aufgabe darin, die Innen- und Außenecke einer vorgegebenen Dachfläche mit FPO-Kunststoffdachbahnen abzudichten. Dabei mussten die Teilnehmenden systemgerechte Formteile verwenden und die Abdichtung bis zur Vorderkante der Attika führen.
Sieben Meister aus sieben Bundesländern
Andreas Schmitz, Vorsitzender der Bundesbewertungskommission, begrüßte die Gäste der Siegerehrung in der Werkhalle, in der die 14 Landessieger:innen zwei Tage lang ihr Können unter Beweis gestellt hatten. Er lobte das hohe Niveau, die sehr knappen Abstände zwischen den Plätzen und das faire Verhalten aller Teilnehmenden, was er auch den Ausbildungsbetrieben zuschrieb. Zur Bewertung erklärte Schmitz: „Sieben Meister aus sieben Bundesländern haben jede Arbeitsprobe nach denselben Kriterien beurteilt: Maßhaltigkeit, Ausführung, Sauberkeit, Vollständigkeit und Zeit. Jeder Arbeitsplatz wurde von mehreren Augen gesehen. Die Ergebnisse liegen vor, sie sind abgestimmt, und sie sind eindeutig“. Sein Lob galt ausdrücklich auch dem Team des Bundesbildungszentrums, das für einen gelungenen Ablauf des Wettbewerbs sorgte.
„Neugierig bleiben und Wissen weitergeben“
Von links: Julian Ernst (2. Bundessieger), Lena Kaltenbrunn (1. Bundessiegerin), David Heßmann (3. Bundessieger)
Foto: Photo Herzmann
Kurt Krautscheid, Präsident der Handwerkskammer Koblenz und gelernter Dachdecker, gratulierte allen Landessieger:innen, die an der Deutschen Meisterschaft im Dachdeckerhandwerk teilnahmen und würdigte ihre Leistung während der beiden Wettkampftage. Er betonte, wie wichtig der Beruf für die Energiewende und den Klimaschutz sei: „Kaum ein Gewerk steht so im Zentrum der Veränderungen, die auf uns zukommen. Energiewende, Photovoltaik, Dämmung, Klimaanpassung, Starkregen, Hitzesommer, Gründächer, Regenwasserrückhalt – all das findet auf dem Dach statt . Die Politik beschließt Ziele und Fristen in Berlin und Brüssel. Umgesetzt werden sie von Menschen wie Ihnen.“ Zudem lobte Krautscheid die duale Ausbildung und den Meisterbrief als Bildung auf höchstem Niveau. Zum Schluss gab er den jungen Leuten drei Ratschläge mit: neugierig bleiben, den Meisterbrief anstreben und später selbst Wissen weitergeben und Verantwortung übernehmen.
Auch ZVDH-Vizepräsident Jan Voges fand lobende Worte: „Unser Nachwuchs im Dachdeckerhandwerk zeigt mit Mut und Ehrgeiz, was in ihm steckt. Die Ausrichtung und Unterstützung dieser Meisterschaft macht deutlich, wie wichtig eine starke Berufsorganisation auf allen Ebenen ist, um Talente zu fördern und Spitzenleistungen sichtbar zu machen.“
