Zweiter Rettungsweg übers Dachfenster
Einbau eines Lideko-Dachschiebefenster im Dach eines Wohnhauses in KölnIn einem Wohnhaus in der Zülpicher Straße in Köln sollte ein neues Dachschiebefenster eingebaut werden und so ein zweiter Rettungsweg über das Dach entstehen. Dabei kam es bei der Vorbereitung und dem Einbau auf eine hohe Genauigkeit an. Der Transport des Dachfensters wurde außerdem zur Herausforderung.
Mit großformatigen Dachschiebefenstern lässt sich nicht nur viel Tageslicht im Dachgeschoss erzielen, sondern diese können auch als Dachausstieg genutzt werden – so wie im Dach eines Wohnhauses in Hinterhoflage in der Zülpicher Straße in Köln. Dort sollte ein Dachschiebefenster mit angeschlossener Treppe eingebaut werden, um für die Bewohnerinnen und Bewohner der Dachgeschosswohnung einen zweiten Rettungsweg zu schaffen, der im Notfall vom Dach bis auf den Boden vor das Gebäude führt.
Auf dem Dach des Wohnhauses in der Zülpicher Straße in Köln wurde ein Lideko-Dachschiebefenster eingebaut (links im Bild), das im Notfall als Dachausstieg und zweiter Rettungsweg genutzt werden kann
Foto: Reuterdach GmbH
Auf der Suche nach einem Hersteller, der ein Dachschiebefenster in der vom Bauamt geforderten Größe anbieten konnte, stieß das Architekturbüro Planbar Architekten aus Köln auf die großformatigen Lideko-Dachschiebefenster der Amelingmeyer Metallbau GmbH. Für das Projekt in Köln fiel die Wahl auf ein einflügeliges, manuell zu öffnendes „Classic“-Dachschiebefenster. Das maßgefertigte Fenster ist 2,56 m hoch und 1,21 m breit. Die Gesamtbreite des Fensters inklusive der seitlichen Öffnungsschienen beträgt 2,17 m. Die Firma Reuterdach aus Köln wurde mit dem Einbau beauftragt – für den Betrieb war es das erste Projekt mit einem Lideko-Dachschiebefenster.
Bei der Planung und den Vorbereitungen für den Einbau arbeitete Norman Reuter, Geschäftsführer der Reuterdach GmbH, mit dem Lideko-Anwendungstechniker Daniel Lüdeke zusammen. „Die Zusammenarbeit mit ihm war sehr angenehm und unkompliziert, sowohl fachlich als auch menschlich“, sagt Norman Reuter. Daniel Lüdeke berichtet, dass er schon während der Planungsphase schnell merkte, dass er sich auf die Firma Reuterdach verlassen konnte – somit war eine Begleitung des Einbaus vor Ort durch den Anwendungstechniker nicht nötig.
Vorhandene Dachöffnung wurde erweitert
Im Dach des Wohnhauses in Köln war durch ein bereits eingebautes, kleineres Dachfenster eine Dachöffnung vorhanden, die 140 cm hoch und 114 cm breit war. „Für das deutlich größere Lideko-Dachschiebefenster musste die vorhandene Dachöffnung in der Höhe auf 252 cm und in der Breite auf 117 cm erweitert werden“, erklärt Norman Reuter.
Das Dachschiebefenster wurde mithilfe eines Spezialkrans und dem Montageset von Lideko auf der Dachöffnung platziert
Foto: Reuterdach GmbH
Die größte Herausforderung lag dabei in der exakten Vorbereitung der Dachöffnung vor dem Einbau. Zunächst musste das bestehende Dachfenster zurückgebaut werden. Danach bauten die Dachdecker einen neuen Wechsel aus Brettschichtholz und anschließend einen Aufbaurahmen ein. Für den Wechsel wurden seitlich Hölzer mit einem Querschnitt von 6 x 14 cm und im unteren Bereich ein Balken in 10 x 14 cm Größe eingebaut. „Der Wechsel und der Aufbaurahmen für das neue Dachfenster mussten absolut waagerecht, gerade und rechtwinklig angefertigt werden“, erklärt Norman Reuter. Die Oberkanten des Rahmens mussten umlaufend eine Ebene bilden. „Bereits geringe Abweichungen hätten zu einer Verformung des Rahmens und zu Problemen beim Öffnen und Schließen des Fensters über die seitlichen Schienen führen können. Deshalb wurden die Diagonalmaße des Rahmens mehrfach kontrolliert“, erklärt der Dachdeckermeister.
Hohe Genauigkeit war gefragt
Weitere Herausforderungen seien das hohe Gewicht und die besondere Größe des Dachschiebefensters gewesen, berichtet Norman Reuter. Das Fenster wurde mit einem Kran und dem dafür vorgesehenen Montageset von Lideko exakt auf den vorbereiteten Rahmen gesetzt. „Anschließend mussten die Abstände, die Leichtgängigkeit der Flügel und das Flügelspaltmaß genau geprüft werden“, erklärt Reuter. Vorab wurde die Dacheindeckung rund um die Fensteröffnung angepasst und zugeschnitten. Besonders sorgfältig musste der Anschluss an das Dach ausgeführt werden. „Die Unterspannbahn im Dach wurde am Aufbaurahmen hochgeführt, die Ecken verklebt und der Eindeckrahmen so montiert, dass das Wasser sicher ablaufen kann. Insgesamt kam es beim Einbau auf eine hohe Genauigkeit an“, sagt Norman Reuter.
Spezialkran für den Transport erforderlich
Für die vorbereitenden Arbeiten am Dach, den Transport und Einbau des Dachschiebefensters benötigten die Dachdecker insgesamt zwei Arbeitstage
Foto: Reuterdach GmbH
Der Einbau des Dachschiebefensters verlief ansonsten unkompliziert. Eine Herausforderung war jedoch der Transport des großen Fensters auf das Dach, wie Norman Reuter berichtet: „Aufgrund der schwierigen Gegebenheiten und der Lage des Wohngebäudes in einem Hinterhof musste ein Spezialkran eingesetzt werden. Ein zunächst eingeplanter kleiner Raupenkran passte nicht durch die enge Tordurchfahrt. Deshalb wurde kurzfristig ein noch kompakterer Spezialkran organisiert.“ Dabei arbeitete der Dachdeckerbetrieb mit der Firma Kranservice Solle aus Essen zusammen.
Für die vorbereitenden Arbeiten am Dach, den Transport und den Einbau des Dachschiebefensters inklusive aller Anschlussarbeiten benötigten die Dachdecker aus Köln zwei Arbeitstage. „Die Zusammenarbeit mit der Firma Amelingmeyer Metallbau war unkompliziert und sehr angenehm. Die Abstimmung funktionierte reibungslos“, sagt Norman Reuter. Der nächste Einbau eines Lideko-Dachschiebefensters ist bereits geplant, eingebaut werden soll es in der Kölner Innenstadt in ein sogenanntes „Sargdeckeldach“ aus Beton. „In diesem Fall wird ein quadratisches Lideko-Dachschiebefenster mit einer Größe von 2,06 × 2,06 m eingebaut. Das Fenster ist bereits bestellt und wir freuen uns schon auf das Projekt“, erklärt Norman Reuter abschließend.
AutorStephan Thomas ist Chefredakteur des Magazins dach+holzbau.
Bautafel (Auswahl)
Projekt Einbau eines Dachschiebefensters als zweiter Rettungsweg im Dach eines Wohnhauses in der Zülpicher Straße in Köln
Bauherr Hoffmann Immobilien, Köln im Auftrag der WEG Zülpicher Straße 218
Dachfenstereinbau Reuterdach GmbH, Köln, www.reuterdach.de
Dachschiebefenster Lideko „Classic“-Dachschiebefenster, Maße: 1210 x 2560 mm (Breite x Höhe), Amelingmeyer Metallbau GmbH, Osnabrück, www.lideko.de
