Werkzeuge und Arbeitssicherheit im Fokus

Neuer Winkelschleifer, staubfreies Arbeiten mit Bluetooth-Technologie und Zubehör für Werkstatt und Betrieb - Festool Experience Days

Auf der „Festool Experience Conference“ Ende Juni präsentierte der Werkzeughersteller Festool zahlreiche Neuheiten. Mit dabei waren auch die Firmen Tanos und Bott. Die drei Hersteller präsentierten unter anderem eine neue Version des Systainer-Werkzeugkoffers („Systainer³“), der auf die Fahrzeugeinrichtung „Bott Vario 3“ abgestimmt ist.

Der Werkzeughersteller Festool zeigte den Prototypen einer Tischkreissäge mit der „SawStop“-Technologie. Die Technik soll vor schweren Unfällen bei der Arbeit an Tischkreissägen bis hin zum Verlust der Finger schützen. Dabei erkennt das Sägeblatt der Tischkreissäge die Leitfähigkeit menschlicher Haut über ein elektrisches Signal, dass an dem Sägeblatt anliegt. Sobald ein Körperteil das laufende Sägeblatt berührt, wird ein Aluminiumkeil in das Sägeblatt getrieben und stoppt die Säge innerhalb von fünf Millisekunden, zehnmal schneller als ein Airbag. Die Auslösung funktioniert mechanisch durch eine vorgespannte Druckfeder. Das Sägeblatt verschwindet bei Hautkontakt im Maschinentisch und so aus dem Gefahrenbereich. Nach einer Auslösung müssen allerdings Sägeblatt, Patrone und Aluminiumblock ausgetauscht werden, sie sind nicht wiederverwendbar. Die Kosten für die „SawStop“-Schutzvorrichtung aus Aluminiumblock, Patrone und Sägeblatt liegen laut Festool bei 200-230 Euro. Entwickelt wurde die Technik in den USA, dort verkauft der Hersteller SawStop seit 2004 Tischkreissägen mit der Schutztechnik. Das Unternehmen gehört seit 2017 zur TTS Tooltechnic Gruppe mit Sitz in Wendlingen, zu der auch Festool gehört. Festool entwickelt zur Zeit eine Tischkreissäge mit „SawStop“-Funktion („TKS 80“). Diese soll frühestens im Sommer 2020 auf den europäischen Markt kommen.


Akku-Winkelschleifer für Metallteile und Dachziegel

Kein Prototyp mehr, sondern marktreif ist der erste Festool-Winkelschleifer mit Akkubetrieb „AGC 18“. Er arbeitet mit einem 18-Volt-Akkupack. Der bürstenlose EC-TEC-Motor ist vor Staubentwicklung geschützt im Gehäuse verbaut. Motor und Gehäuse sind voneinander entkoppelt, das soll für vibrationsarmes Arbeiten sorgen. Die Drehzahl des Winkelschleifers lässt sich stufenlos von 4500 - 8500 Umdrehungen pro Minute einstellen. Besonders effektiv: Mit einem Klappverschluss wird ein schneller, werkzeugloser Scheibenwechsel ermöglicht. Der Griff ermöglicht unterschiedliche Haltepositionen und eine Zweihand-Führung der Maschine. Mit dem Winkelschleifer ergänzt Festool sein Portfolio für den Profihandwerker um eine wichtige akkubetriebene Maschine.

Für das Trennen von Dachziegeln eignet sich das Trennsystem „DSC AGC 18 FH“ von Festool, es besteht aus dem Akku-Winkelschleifer „AGC 18“ mit einer Absaughaube, daran lässt sich ein Absaugmobil anschließen. Den Akku-Winkelschleifer und das Trennsystem „DSC AGC 18 FH“ erhalten Kunden ab September 2019 im Fachhandel.

 

Akkus und Absaugmobil via Bluetooth koppeln

Die Akkus, mit denen der Winkelschleifer betrieben wird, sind Bluetooth-fähig. Das bedeutet: Wird der Akku mit einem ebenfalls Bluetooth-fähigen Absaugmobil gekoppelt, startet der Sauger gleichzeitig mit dem Elektrowerkzeug. Beim Abschalten des Werkzeugs geht nach einer Nachlaufzeit auch der Sauger aus. So ist das Werkzeug mit dem Sauger kabellos verbunden. Das Absaugmobil „CMT Midi“ von Festool etwa lässt sich mit bis zu 12 Bluetooth-Akkus koppeln. Der nächste Schritt wäre nun ein akkubetriebener Sauger, der für Arbeiten auf dem Gerüst oder Dach nützlich wäre. „Absaugmobile brauchen allerdings viel Strom, daher sind sie bisher bei uns kabelgebunden“, erklärt Gerhard Grebing, Leiter der Versuchsabteilung bei Festool, „ein Akku mit 18 V würde beispielsweise nur für 10 Minuten Absaugung reichen.“ Allerdings seien die Entwicklungen noch nicht abgeschlossen, sodass auch hier noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

 

Zubehör bestellen und Werkzeuge verwalten per App

Zwei neue Festool-Apps bieten Anwendern mehr Möglichkeiten bei der Verwaltung von Werkzeugen und dem Bestellen von Zubehör. Die „Order App“ soll das Bestellen von Zubehör und Verbrauchsmaterialien für Festool-Werkzeuge erleichtern. In der App lassen sich Händler auswählen, denen man seine Einkaufsliste dann per Mail schickt. Über die neue „Work App“ lassen sich Festool-Werkzeuge scannen, registrieren und zur Garantie anmelden. Die App bietet dabei einen Überblick über die verbleibende Garantiezeit. Die Software der Bluetooth-Akkus wird ebenfalls über die „Work App“ aktualisiert. Außerdem zeigt die App Füllstand, Temperatur, Anzahl der bisherigen Ladezyklen und die letzte Ortung der verknüpften Bluetooth-Akkus an. Sie soll außerdem bei der Fehlerbehebung helfen, bietet dafür bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Beide Apps sind ab sofort für Android- und Apple-Geräte verfügbar und können bei iTunes und im Google Play Store heruntergeladen werden.


Gezielte Fehleranalyse und Reparatur

Falls bei der Arbeit mit einem Festool-Werkzeug ein Problem auftritt, dass der Anwender nicht selbst beheben kann, empfiehlt sich die Reparatur in der Servicewerkstatt am Stammsitz Wendlingen. „Hier verfügen wir über alle notwendigen Prüf-, Montage- und Justiereinrichtungen“, erklärt Jens Graner, Bereichsleiter Service bei Festool. In den ersten drei Jahren nach Kauf eines Festool-Werkzeugs profitiert der Käufer von einer vollumfänglichen Garantie. Einzige Voraussetzung: Das Werkzeug muss innerhalb von 30 Tagen nach Kauf registriert werden (etwa über die „Work App“). Die Reparatur in der Garantiezeit ist für den Nutzer kostenlos. Reparaturaufträge in der Servicewerkstatt in Wendlingen wickelt Festool nach eigener Angabe innerhalb von 24-48 Stunden ab. Das Gerät wird dabei per Spedition beim Kunden abgeholt und nach Wendlingen zur Reparatur gebracht. Dort erfolgt die gezielte Fehleranalyse, unter anderem über RFID-Chips, die in die Akku-Werkzeuge eingebaut sind. Durch die genaue Fehleranalyse können die Servicetechniker gezielt Teile austauschen, so gelingt die Reparatur in kurzer Zeit und das Gerät geht zurück an den Anwender. Nach der Reparatur hat der Kunde eine Garantie von 12 Monaten auf die ausgetauschten Ersatzteile.  

Die neue Generation des „Systainers“

Festool verkauft Werkzeuge und Zubehör seit 1993 im Systainer. Der Werkzeugkoffer hat nur einen Verschluss an der Vorderseite, mit dem sich der Systainer einhändig öffnen und schließen lässt. Über diesen „T-Loc“-Verschluss lassen sich auch mehrere Systainer stapeln und auf einem Rollbrett oder am Schultergurt transportieren. Die Firmen Festool, Bott (Hersteller von Fahrzeugeinrichtungen) und Tanos GmbH (Hersteller des Systainers) haben auf der „Festool Experience Conference“ den „Systainer3“ vorgestellt. Er ist abgestimmt auf die „Bott Vario3“-Fahrzeugeinrichtung und lässt sich über integrierte Aufnahmeschienen im Regalfach verstauen. Er ist mit allen vorherigen Systainer-Modellen kompatibel. Außerdem hat der „Systainer3“ an der Vorderseite Löcher, an denen sich Schlösser oder Kabelbinder befestigen lassen, um den Koffer vor unerlaubtem Zugriff zu schützen. Der „Systainer3“ lässt sich auch individuell gestalten, dafür bietet die Tanos GmbH einen Online-Konfigurator: www.systainer-classic-line.com . Ab Januar 2020 werden Festool-Werkzeuge im neuen Systainer verkauft.

Neuheiten bei der Festool-Roadshow testen!

Den neuen Akku-Winkelschleifer, die „SawStop“-Technologie und viele weitere Werkzeuge und Zubehör von Festool können Sie auf der Festool-Roadshow im August und September kennenlernen. Online finden Sie alle Termine der Roadshow, hier können Sie sich auch für einen Termin registrieren: www.festool.de/kampagnen/roadshow.

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