Wege zum regensicheren Unterdach

Zusatzmaßnahmen zur Regensicherheit einer Dachdeckung

Geneigte Dächer, die zum Wohnen genutzt werden, müssen unter der Dachdeckung stets eine zweite wasserführende Ebene haben. Die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks beschreiben sechs Klassen von Zusatzmaßnahmen zur Regensicherheit einer Dachdeckung. Wir zeigen, wie sie sich unterscheiden.

Die Anforderungen an ein Unterdach sind in den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks festgelegt. Sie beschreiben sechs Klassen von Zusatzmaßnahmen zur Regensicherheit einer Dachdeckung. Das einfachste Unterdach besteht aus einer Unterspannbahn, die frei hängend über die Sparren gelegt wird (Zusatzmaßnahme Klasse 6). Diese einfache Unterspannung eignet sich für Scheunen oder Carports. Unterdächer für bewohnte Dachgeschosse hingegen bestehen aus Unterdeckbahnen, die an Längs- und Querstößen verklebt werden können (Zusatzmaßnahme Klasse 4, mit Nageldichtband unter der Konterlattung Klasse 3).


Regensicher oder wasserdicht

Sehr flach geneigte Dächer, die unterhalb der Regeldachneigung der Dachdeckung liegen, fordern zuweilen sogar ein regensicheres oder wasserdicht verschweißtes Unterdach der Klasse 2 oder 1. Solche Unterdächer lassen sich mit Aufsparrendämmplatten mit aufkaschierten Unterdeckbahnen erstellen. Manche Dachhandwerker nennen solche Unterdächer auch „Dämmschalungen“. Mithilfe der dünnen Dämmplatten entstehen feste Ebenen über den Sparren.

Bei Schnee oder Starkregen

Um ein wasserführendes Unterdach zu erstellen, verklebt man die Unterdeckbahnen in ihren Überlappungsbereichen über werkseitig aufgebrachte Klebeflächen. Die so gesicherte Unterdeckung wird an Gauben, Dachfenstern, Antennendurchbrüchen, Dunstrohren, Kehlen, Graten und First mit speziellen Klebebändern angeschlossen. So ist sichergestellt, dass bei Schneeverwehungen oder verwehtem Starkregen das hinter die Dachdeckung gelangte Wasser zur Regenrinne abläuft.

Wasserdicht verschweißt

Ist für Wohndächer ein regensicheres oder wasserdichtes Unterdach als Zusatzmaßnahme der Klasse 2 oder 1 gefordert, kommen spezielle Unterdeck­bahnen zum Einsatz. Puren hat für diesen Einsatzbereich für Kunden aus Süddeutschland und den angrenzenden Alpenländern das Aufsparrendämmsystem „PUR Unterdach“ entwickelt. Es besteht aus PUR/PIR-Dämmplatten mit beidseitigen Aluminiumschichten und oberseitiger Unterdeckbahn. Die Bahnen auf den Dämmplatten lassen sich wie üblich verkleben, aber auch per Heißluft oder Quellschweißmittel wasserdicht verschweißen.

Mit Schleppstreifen lassen sich auch Konterlatten, Kehlen und Anschlüsse aller Art in ein solches wasserdichtes Unterdach integrieren. Da die Bahnen diffusionsoffen sind, werden die Konterlatten ohne Gefahr für das Holz in die Abdichtung eingebunden.

Autor


Gerard Halama ist Baufachjournalist mit Agentur in Bremen und betreut den Hersteller Puren bei der Pressearbeit.

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