Passgenau in den Dachaufbau integriert
Auf Sylt nutzt die Akademie am Meer eine neue PV-Anlage, die über Trägerpfannen in die Dacheindeckung aus Faserzementplatten integriert wurde – ganz ohne Nachbearbeitung des Plattenumfelds. Das Ergebnis ist eine langlebige Dachkonstruktion, die Energiegewinnung und Witterungsschutz vereint.
Die Insel Sylt kommt jährlich im Schnitt auf 1750 Sonnenstunden. Diese werden von den Einwohnern und Touristen für Strandtage, Wassersport oder Wanderungen genutzt. Doch auch die Betreiber von Photovoltaikanlagen profitieren davon, dass das Seeklima und der Wind die Wolken über der Nordseeinsel häufig vertreiben. Dadurch steht der Stromproduktion durch Sonnenenergie nichts im Wege.
Das Osthaus der Akademie am Meer auf Sylt hat seit Juli 2025 eine neue Photovoltaikanlage auf dem Dach
Foto: Fleck GmbH
Im Klappholttal, einer Dünenregion auf der Insel Sylt, macht man sich die Sonnenenergie ebenfalls zunutze. Dort steht die Akademie am Meer, eine der ältesten Heimvolkshochschulen Schleswig-Holsteins. Seit Juli 2025 wird das Osthaus der Akademie durch eine PV-Anlage auf dem Dach mit Strom versorgt, die mit 142 Solarmodulen jährlich bis zu 60 000 kWh Strom erzeugen kann.
Auswahl und fachgerechte Installation
Für die Installation der PV-Anlage auf dem Dach wurden Solar-Trägerpfannen der Firma Fleck als Grundlage gewählt
Foto: Fleck GmbH
Für die Installation der PV-Anlage auf dem Dach waren mehrere Faktoren entscheidend – auch die Auswahl der richtigen Trägerpfannen. Diese sollten grundsätzlich zur vorhandenen Dacheindeckung passen und sich exakt in das Raster der bestehenden Faserzementplatten einfügen, um Undichtigkeiten zu vermeiden. Regenwasser muss dabei zuverlässig abfließen können und Durchdringungen fachgerecht abgedichtet werden. Ein besonderes Augenmerk lag auf der gleichmäßigen, statisch ausgewogenen Lastverteilung der einwirkenden Kräfte von Wind und Schnee, damit die Dachkonstruktion keinen Schaden nimmt. Hierzu musste im Vorfeld eine statische Berechnung mit allen zu berücksichtigenden Parametern inklusive Verlegeplanung erfolgen.
Stabile Basis für Solaranlage
Die Solar-Trägerstütze ist aus VA-Stahl gefertigt. Die Halterung ist verstellbar. Die Grundplatte besteht aus Aluminium
Foto: Fleck GmbH
Die Solar-Trägerpfannen der Fleck GmbH werden vollständig in das Dach integriert und bedürfen keiner mechanischen Nachbearbeitung der benachbarten Eindeckung. Ein Zuschnitt oder die Bearbeitung mit dem Hammer sind nicht notwendig. Die Trägerpfannen werden komplett vormontiert ausgeliefert und sind mit lastabtragenden Metallkomponenten aus Edelstahl bzw. verzinktem Stahl versehen. An der Rückseite befindet sich ein Z-Profil für die Windsogsicherung. Auf der Vorderseite befindet sich eine stabile und in der Neigung verstellbare Halterung aus korrosionsbeständigem VA-Stahl. Sie ist an der Oberseite mit mehreren Langlöchern ausgestattet und mit einer Vielzahl unterschiedlicher PV-Montagesysteme kombinierbar.
Einbau auf dem Dach
Für den Einbau der Solar-Trägerpfannen bei einer Dacheindeckung mit Dachziegeln, Dachsteinen oder Schiefer wird zusätzlich zur Dachlattung eine passende Stützlatte verbaut. Die Trägerpfanne wird mit dem Z-Profil in die Stützlatte eingehängt und in der oberen Dachlatte mit zwei Schrauben fixiert. Im Anschluss kann die umliegende Dacheindeckung verlegt werden, ohne diese erneut anpassen zu müssen. Nachdem die Dacheindeckung verlegt wurde, werden die von vielen Herstellern angebotenen PV-Montagesysteme auf den höhenverstellbaren Trägerstützen befestigt. Im Anschluss werden die Solarmodule auf der Unterkonstruktion montiert und miteinander verbunden. Die Positionierung der Solar-Trägerpfannen erfolgt sparrenunabhängig, dadurch ist sowohl eine vertikale als auch eine horizontale Ausrichtung der Montageschienen auf den VA-Halterungen möglich.
Ergänzte Trägerpfanne für robuste Doppeldeckung
Bei dem Objekt auf Sylt entschied man sich bewusst für Solar-Trägerpfannen für Schiefer- und Schindeldächer von Fleck. Insgesamt wurden 260 Stück davon verbaut. Damit die Solar-Trägerpfannen und die Doppeldeckung aus Faserzementplatten vor Ort passgenau zueinander fanden, wurden die Solar-Trägerpfannen von der Nordfriesland Bedachungs-GmbH durch selbstgefertigte Aluminium-Grundplatten ergänzt. Das ermöglichte eine saubere Anarbeitung und Integration in die 30 x 60er Doppeldeckung. Die gewählte Deckart sorgt für eine hohe Dichtigkeit gegen Regen, Schnee und Wind. Zudem zeichnet sie sich durch ihre Langlebigkeit aus.
Die Schienen für die Unterkonstruktion der Solaranlage werden mithilfe von geeigneten Haltern und Schrauben auf der Solar-Trägerstütze angebracht
Foto: Fleck GmbH
Das Projekt auf Sylt zeigt, wie sich eine PV-Anlage nachträglich in eine bestehende Dacheindeckung integrieren lässt, ohne diese nacharbeiten zu müssen. Entscheidend ist dabei die Wahl von Trägerpfannen, die zum jeweiligen Eindeckungsmaterial passen. Auf dem Dach der Akademie am Meer auf Sylt wird die Sonne nun effektiv zur Energiegewinnung genutzt, während die Dachdeckung zugleich Witterungsschutz vor dem rauen Nordseeklima bietet.
Mehr über die Solar-Trägerpfannen der Fleck GmbH erfahren Sie auf der Website des Herstellers.
Peter Nowack ist Senior-Produktmanager bei der Fleck GmbH.
