Metalldach verlegen mit Klicksystem

Montage des Lindab Klick-Dachs

Während die Verlegung von Metalldachprofilen in der Regel Spezialwerkzeuge und Fachwissen erfordert, lassen sich die vorgefalzten Stahl-Stehfalzprofile des „Lindab Klick-Dachs“ ohne Vorkenntnisse verlegen. Die Profile werden mit Schrauben befestigt und per Klick-Verbindung zusammengefügt.

Das „Klick-Dach“ von Lindab eignet sich für alle Dächer mit einer Neigung von mindestens 14° und ist sowohl im Industrie- und Gewerbebereich als auch im Wohnbau einsetzbar. Das System ist in Fixlängen lieferbar, Sonderanfertigungen sind auf Wunsch möglich. Die Stahlprofile des Metalldachsystems sind mit einer organischen Beschichtung versehen, die diese vor UV-Strahlung sowie Witterungs- und chemischen Einflüssen schützt. Bei dieser Beschichtung wird das im Lösungsmittel anderer Beschichtungen enthaltene Rohöl durch Rapsmethylester ersetzt, das aus heimischem Rapsöl gewonnen wird. Im Gegensatz zu anderen Materialien wie Kupfer, Zink oder Aluminium weist Stahl nur eine geringe Ausdehnung auf. Das ermöglicht eine wetterunabhängige Verarbeitung der Stahlprofile selbst bei Temperaturen unter 10 °C.

Verlegung auf Lattung oder Schalung

Die Montage des „Lindab Klick-Dachs“ erfolgt auf einer vollflächigen Unterkonstruktion oder auf einer Dachlattung. Der Hersteller empfiehlt die Montage auf einer vollflächigen Holzschalung, etwa aus OSB-Platten, mit einer Metalldachtrennlage zwischen der Schalung und den Stahlprofilen. Geeignet ist dafür beispielsweise die Bahn „BauderTop Vent NSK“. Wenn die Profile auf Dachlatten montiert werden, müssen diese eine Breite von mindestens 73 mm haben. Der Abstand zwischen den Latten darf nicht größer als 300 mm sein. Vor der Montage der Profile auf der Dachfläche wird zunächst das Traufblech montiert. Die vorherige Verlegung einer bitumenfreien Kunststoffdachbahn an der Traufe wird empfohlen. Dadurch soll Kondenswasserbildung zwischen der Unterkonstruktion und dem Traufblech vermieden werden. Das Traufblech wird waagerecht am unteren Ende der Dachfläche angebracht und gibt den später montierten Stahlprofilen Halt. Anschließend wird die Trennschicht auf der Dachfläche befestigt. Bei der Verwendung von Dachlatten sollte ein geräuschreduzierendes Polyethylen-Band genutzt werden.

Erst schrauben, dann klicken

Nun kann mit der Montage des „Klick-Dachs“ begonnen werden. Dabei ist von rechts nach links zu arbeiten. Das erste Profil wird mit den mitgelieferten Schrauben befestigt, dann wird das nächste angelegt und beide werden zusammengeklickt. Damit die Griffkante in das Traufblech greift, schiebt man das Profil nach oben. Die Klick-Verbindung wird anschließend durch Schläge mit einem Hammer gefestigt, dabei sollte ein schützender Holzklotz untergelegt werden. Da die Verschraubung jeweils von dem angrenzenden Profil verdeckt wird, ist sie am fertigen Dach später nicht mehr sichtbar.

Giebelprofil montieren

Sind alle Profile verlegt und die gesamte Dachfläche eingedeckt, steht die Montage des Ortgangprofils an. Dieses wird vorab entsprechend zugeschnitten. Die Enden der beiden Profilstücke müssen mit einer Zange so nach innen gebogen werden, dass sie, wenn das Ortgangprofil geschlossen ist, eine Kante bilden und ineinandergreifen. Das Einkleben eines Abdichtbandes, das im Lieferumfang enthalten ist, verhindert den Kontakt von Metall mit Metall. Sind diese vorbereitenden Schritte erledigt, kann das Ortgangprofil nach dem gleichen Schema wie die Profilbleche befestigt werden.

Das „Lindab Klick-Dach“ bildet auch die Basis des neuen „Lindab Solar Roofs“. Bei dieser Solarlösung werden hauchdünne, nur 2 mm hohe CGIS-Zellen werkseitig auf den Stahlprofilen mit Klick-Verbindung integriert. Vor Ort muss der Dachdecker, Zimmerer oder Klempner nur noch die Profile montieren, den elektrischen Anschluss des Systems übernimmt ein Elektriker. Weil die separate Installation der Solarmodule entfällt, gestaltet sich die Montage der Solarlösung für das „Klick-Dach“ einfach und zeitsparend. Gleiches gilt auch für die Planung. Außerdem kann mit der Solardachlösung für Lindab-Stehfalzprofile nach Herstellerangaben mehr Dachfläche als bei konventionellen PV-Anlagen für die Energiegewinnung genutzt werden. Bei anderen PV-Anlagen wird die Nutzfläche oft durch das Gewicht der Anlage und die Unterkonstruktion beschränkt – die „Solar Roof“-Matten werden hingegen direkt auf die Dachprofile geklebt und bringen durch ihr geringes Gewicht kaum zusätzliche Lasten auf das Dach. Mit den Solarzellen auf den Stahlprofilen muss außerdem weniger Abstand zum Dachabschluss an First, Traufe und Giebel eingehalten werden als bei anderen PV-Anlagen. Dadurch kommt man näher an den Dachrand heran – was insbesondere bei kleinen Dachflächen von Vorteil ist.

Autor

Ralf Rexin ist Verkaufsleiter für Lindab Profile in Deutschland.

Dachfenstereinbau leicht gemacht

Der „EDQ“-Eindeckrahmen von Velux ermöglicht den Einbau von Dachfenstern in das „Klick-Dach“-Metalldach. Der Eindeckrahmen besteht aus farbbeschichtetem Stahl und Aluminium, kommt vorgefertigt auf die Baustelle und wird dort auf der Holzunterkonstruktion montiert. Anschließend kann das Fenster eingesetzt werden. Die umliegenden Profile werden an den Fensterausschnitt angepasst. Eine Schürze am unteren Ende des Eindeckrahmens leitet Niederschlagswasser auf die Dachfläche ab. Mehr Informationen zum „EDQ“-Eindeckrahmen finden Sie online unter www.velux.de.

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