Leistungsstarker Elektrotransporter

Neuer Ford E-Transit ab Frühjahr 2022 auf dem deutschen Markt erhältlich

Der neue, vollelektrische Ford „E-Transit“ soll voraussichtlich im Frühjahr 2022 auf den deutschen Markt kommen. Der elektrische Transporter bietet einige interessante Features wie eine Schnellladefunktion, einen „On-Board-Generator“ und ein hohes Laderaumvolumen. Wir stellen den „E-Transit“ vor. 

Die vollelektrische Variante des Ford „Transit“ ist eine komplette Eigenentwicklung des Herstellers Ford. Laut Herstellerangaben wird der „E-Transit“ der europaweit leistungsstärkste Transporter im entsprechenden Segment der elektrischen Nutzfahrzeuge sein: Sein Elektromotor mobilisiert eine Leistung von 198 kW (269 PS) und ein Drehmoment von 430 Nm, damit dürften das Ziehen eines Anhängers oder die Ausnutzung der vollen Nutzlast kein Problem sein. Die Kraft wird über die Hinterräder auf die Straße gebracht. Dazu hat Ford eine neue Hinterachse und eine Heavy-Duty-Einzelradaufhängung konstruiert. Auf einen Allrad-Antrieb wird man zwar verzichten müssen. Jedoch soll der „E-Transit“ laut Ford mit dem Hinterradantrieb genügend Traktion auch für schwierige Bedingungen haben. Der Elektromotor des „E-Transit“ wird von einem im Unterboden eingebauten, 400 Volt starken Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 67 kWh gespeist. Gemäß WLTP-Fahrzyklus und nach Angaben des Herstellers soll man damit eine Reichweite von bis zu 317 km erzielen. Zur Wahl stehen dabei die drei Antriebsmodi „Normal“, „Rutschig“ und „Eco“. Mit dem „Eco“-Mode werden das Ansprechverhalten und die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs so beeinflusst, dass sich eine Energieeinsparung von 8 bis 10 Prozent ergibt.

Keine Einbußen bei der Ladefläche

Beim „E-Transit“ werden die europäischen Kunden die Auswahl aus insgesamt 25 Konfigurations-Möglichkeiten haben, basierend auf drei Radständen und zwei Dachhöhen – je nach Bedarf als Kastenwagen, als Kastenwagen mit Doppelkabine für bis zu sechs Personen oder als Fahrgestell für maßgeschneiderte Aufbauten. Die angestrebte Nutzlast beträgt bei den Kastenwagen-Modellen bis zu 1616 kg, bei den Fahrgestellen bis zu 1967 kg. Das maximal zulässige Fahrzeuggesamtgewicht beträgt 4,25 t. Die Batterie des Transporters befindet sich unter dem Laderaum. Dadurch ergeben sich keine Einbußen beim Laderaumvolumen, das mit bis zu 15,1 m³ dem maximalen Wert des aktuellen Ford „Transit“ Kastenwagens mit Heckantrieb entspricht.

Ford gönnt dem „E-Transit“ einige gerade für Handwerker interessante Ausstattungsdetails. Dazu gehört die Möglichkeit, die Fahrerkabine vor Fahrantritt vortemperieren zu lassen – also noch während des Ladevorgangs im Stand an der Steckdose zu heizen oder zu kühlen. Der Fahrer startet mit der vorgewählten Temperatur und mit voller Batterie – eine sinnvolle Funktion, um eine hohe Reichweite zu erzielen.

Auf Wunsch lässt sich der „E-Transit“ zudem mit einem „On-Board-Generator“ ausstatten, der auf die Batterie zugreift und maximal 2,3 kWh leistet. Über dieses „Pro Power Onboard“ genannte System können zum Beispiel auf der Baustelle Elektrogeräte und Elektrowerkzeuge, für die sonst ein eigenes Stromaggregat erforderlich wäre, über die im Fahrzeug integrierte 230 V Steckdose betrieben werden.

Schnelles Aufladen mit Gleichstrom

Ford wird für den „E-Transit“ verschiedene Ladelösungen anbieten, für zu Hause, für die Werkstatt oder für unterwegs. Das „Fordpass“-Ladenetzwerk verfügt nach Angaben des Herstellers aktuell über mehr als 200 000 Ladestationen in ganz Europa. Ein Pluspunkt ist, dass der „E-Transit“ sowohl über eine Wechsel- als auch über eine Gleichstrom-Ladefunktion verfügt. Dank einer Kapazität von 11,3 kW kann das Bordladegerät (Wechselstrom) die Batterie innerhalb von 8,2 Stunden an einer 230 Volt Steckdose vollständig aufladen. Leistungsfähiger ist die Gleichstrom-Schnellladefunktion: Mit einem 115 Watt-Schnellladegerät wird ein Aufladen der Batterie in 35 Minuten von 15 auf 80 Prozent ermöglicht.

Klare wirtschaftliche Vorteile

Für den „E-Transit“ spricht nicht nur der lokal emissionsfreie Antrieb. Dank des geringeren Wartungsbedarfs von Elektromotoren sollen sich die Betriebskosten im Vergleich zu den „Transit“-Dieselmodellen voraussichtlich um rund 40 Prozent senken lassen. Dieser Vergleich basiert auf einer 3-Jahres-Periode (18 000 km) und bezieht sich auf planmäßige und außerplanmäßige Wartungskosten für einen batterieelektrischen Kastenwagen im Vergleich zu einem Kastenwagen mit Dieselantrieb. Für den „E-Transit“ will Ford eine Neuwagengarantie von zwei Jahren sowie eine Garantie über 8 Jahre bzw. 160 000 km für die elektrischen Hoch-Volt-Komponenten bieten. Derzeit kommt der „E-Transit“ in mehreren europäischen Ländern zum Einsatz und wird mit Flottenkunden im Straßenverkehr getestet. Als Testfahrzeuge kommen unterschiedliche Varianten des Transporters zum Einsatz, darunter Fahrgestelle mit Kofferaufbauten, Kipper und Pritschenfahrzeuge. Die Markteinführung des „E-Transits“ ist für das Frühjahr 2022 geplant.

Autor

Dipl.-Ing. Olaf Meier hat Maschinenbau studiert, arbeitet als freier Fachjournalist und schreibt unter anderem für die Zeitschriften dach+holzbau und bauhandwerk.

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