Kirchendach saniert mit kleinen Aluminiumschindeln

Prefa-Schindeln für Kirchendach der Mater-Dolorosa-Kirche in Langenau

Asbestbelastete Faserzementschindeln auf dem Dach, Sturm- und Vandalismus-Schäden, Hausbock und Feuchtigkeit in der Konstruktion: Die Sanierung der in die Jahre gekommenen Mater Dolorosa-Kirche in Langenau stellte Architekt, Handwerker und Kirchengemeinde vor einige Herausforderungen.

50 Jahre nach ihrer Erbauung war die Mater Dolorosa-Kirche der Gemeinde Langenau bei Ulm reif für eine Generalsanierung. Nicht nur die bauliche Substanz, sondern auch die Innenausstattung sollte sich nach einer umfassenden Renovierung zeitgemäß präsentieren. Die Herausforderung, die Bausubstanz zu retten und der Kirche mehr Modernität und Attraktivität zu verleihen, nahm der seit 25 Jahren auf Sakralbauten spezialisierte Architekt Elmar Weber mit seinem siebenköpfigen Team an. Für die neue Deckung des Kirchendaches war die Spenglerei Engel aus Fuchstal-Leeder zuständig.

Das Renovieren von Gotteshäusern ist eine sensible Aufgabe, die Einfühlsamkeit, ganz spezielles Fachwissen und den Willen, demokratische Gestaltungsprozesse geduldig zu begleiten, erfordert. Weiterhin braucht man Verständnis für Zeitgeschichte, Materialien, die Liturgie, den Ablauf im Gottesdienst, alte Dachstühle, Turmuhren und vieles mehr. Und Teamgeist braucht es allemal.

Mit neuem Leben füllen

„Wir haben es bei solchen Projekten in allen Bereichen mit Spezialisten zu tun“, meint Architekt Elmar Weber. Dazu gehören Restauratoren des Zimmerer- und Malerhandwerks, Glockengießer, Spengler und Dachdecker, aber auch Materialproduzenten, die alle an einem Strang ziehen und Präzisionsarbeit abliefern müssen. „Es geht nicht nur darum zu modernisieren, zu konservieren und zu renovieren, sondern in die Jahre gekommene Sakralbauten mit neuem Kirchen- und Gemeinschaftsleben zu erfüllen“, sagt Weber, der in Langenau sein erstes Projekt mit Aluminiumschindeln von Prefa verwirklichte.

Alle Ansprüche berücksichtigen

Der Kirchengemeinderat, die 3600 Langenauer Kirchenmitglieder, der Pfarrer und alle anderen Gremien wurden bei der Sanierung mit einbezogen. Denn einen einzigen Bauherrn als Ansprechpartner gibt es bei solchen Sanierungsprojekten meist nicht. „Gremienarbeit stand dabei ganz am Anfang, von der Planung bis zu den Alltagserfordernissen, zum Beispiel einer optimierten Akustik im Kirchenraum, den Baumaterialien, der Finanzierung und letztlich der Umsetzung“, sagt Elmar Weber. Erst dann könne die Planung unter Berücksichtigung aller Ansprüche und vorhandenen Möglichkeiten beginnen.

Kaum rechte Winkel

Webers Aufgabe war es, dem 50 Jahre alten Sakralbau eine neue, frische Ausstrahlung zu geben und ihn auch für die junge Generation attraktiv zu gestalten. Das der Architektenentwurf aus dem Jahr 1967 auch heute noch modern wirkt, hatte seinen besonderen Reiz. Der alte Sakralbau hatte aber auch jede Menge Herausforderungen parat. Denn das asymmetrische Gebäude hat im Grund- und Aufriss kaum rechte Winkel.

Der untere Teil des Kirchturms bis zu den Schallöffnungen besteht aus Betonwänden. Darauf befindet sich die Glockenstube mit stählernem Glockenstuhl. Darüber besteht die Konstruktion aus vier Betonstützen an den Ecken mit einem umlaufenden Rahmen. Diese Rahmenbauweise ist mit Holz verschalt. „Dort hat sich jahrelang unbemerkt der Hausbock eingenistet und den Turm schwer geschädigt“, sagt Architekt Werner Stolz vom Architekturbüro Elmar Weber. Die ganze Konstruktion musste zu großen Teilen erneuert werden, auch die von Wasserschäden betroffenen Schallläden, die für den Klang des Glockengeläuts zuständig sind.

Aluminium statt Faserzement

Sorgenvoll wie die Kirchen-Namenspatronin Mater Dolorosa blickte die Kirchengemeinde schon lange auf das Dach ihres Gotteshauses. „Das war schon seit vielen Jahren ein Problem. Wenn man einen brüchigen, asbestbelasteten Faserzementziegel austauschen will, gehen gefühlt 50 andere, noch intakte, auch kaputt“, sagt Elmar Weber, der als Gemeindemitglied in Langenau das Bauwerk gut kennt. Die Aufgabe war es, ein dauerhaft regensicheres Dach zu schaffen, das der Witterung standhält. Der Charakter der 2000 m² umfassenden Dachdeckung sollte mit anthrazitfarbenen Dachschindeln erhalten werden. „Die neue Aluminium-Schindeldeckung entspricht optisch nahezu der Originaldeckung und erschien uns als dauerhafte Lösung“, sagt Architekt Werner Stolz.

Witterungsresistent und kostengünstig

Neben dem Vorteil einer fast unveränderten Kirchenoptik punktete bei der Entscheidung auch das Material Aluminium, das langlebig, witterungsresistent, gegen Vandalismus robust und kostengünstig ist. Die Mitarbeiter der Spenglerei Engel verlegten die Aluminium-Dachschindeln auf dem Dach und am Kirchturm. Das eher kleine Format der Schindeln hat den Vorteil, dass die Schindelstruktur auch bei nicht so großen Dachflächen zur Geltung kommt. „Ab 25° Neigung, vertikal oder überhängend, ist die Schindel von Prefa immer eine gute Wahl“, sagt Thomas Engel, Chef der Spenglerei Engel.

Unterschiedlich geneigte Flächen

Befestigt wurden die Schindeln auf einer weittragenden Leimbinder-Holzschalung mit 10 Haften pro Quadratmeter. Das Ergebnis ist ein sturmsicherer Verlege-verband. „Die technische Herausforderung lag auch darin, die unterschiedlich geneigten Dachflächen an den Ecken optisch perfekt zusammenzuführen“, sagt Thomas Engel. Die Aluminiumschindeln lieferten einen wichtigen Beitrag zur symmetrischen Optik bei den Knicken der unterschiedlich geneigten Dachflächen. Architekt Elmar Weber ist von den Prefa-Aluminiumschindeln überzeugt und setzte sie nach Abschluss des Projekts bei einer weiteren Kirchensanierung ein: Ende 2017 sanierte das Architekturbüro Weber zusammen mit der Bauflaschnerei und Klempnerei Smeijkal aus Heidenheim die historische Dorfkirche in Bissingen ob Lontal. Auf dem Dach kam hier die Prefa-Dachraute „44 x 44“ mit Seitenlängen von 440 x 440 mm zum Einsatz, an der Fassade teilweise Aluminiumschindeln.

Autorin

Alexandra Bendel-Döll ist Leiterin des Marketings der Prefa GmbH in Wasungen.

Bautafel (Auswahl)

 

Projekt Sanierung der Mater-Dolorosa-Kirche

in 89129 Langenau

Architekt Architekturbüro Elmar Weber,

89129 Langenau, www.elmar-weber-architekt.de

Dacharbeiten Spenglerei Engel GmbH,

86925 Fuchstal-Leeder, www.engel-spenglerei.de

Thematisch passende Artikel:

10-11/2017

Solar-Dachziegel nutzen die Sonnenkraft: So werden sie verlegt

Ein Neubau in Bernau bei Berlin: Auf einem Betondach mit Südausrichtung, vollflächig abgedichtet mit Bitumenbahnen, montiert der Dachdecker die Konter- und Traglatten. Auf den Traglatten verlegt er...

mehr

Verlegen und anschließen: Dachdeckermeister berichtet von Erfahrungen mit Solardachziegeln

Dachdeckermeister Jörg Stockhausen, Inhaber der Friedrich Wiedamann GmbH aus Bonn, hat ein Photovoltaikdach erstellt, auf dem man die Solarmodule erst suchen muss. Sie sind in den...

mehr
7-8/2017

Zimmerermeister verlegt zum ersten Mal Aluminiumdachschindeln von Prefa

Regen, hohe Temperaturschwankungen und nicht zuletzt Hagel hatten das Bitumenschindel-Dach eines Bungalows in Hailfingen in Baden-Württemberg im Laufe der Jahre in Mitleidenschaft gezogen. Eine...

mehr
01/2015

Vizeweltmeister im Steildach

Bei der 25. IFD-Weltmeisterschaft junger Dachdecker in Bukarest/Rumänien setzte sich die deutsche Mannschaft gegen 30 Teams aus 16 Nationen durch und wurde Vizeweltmeister in der Kategorie Steildach....

mehr
05/2012

Nachhaltiges Bauen auch für Denkmäler

Die zukunftsweisende Stromerzeugung mittels Sonnenergie beschränkt sich nicht nur auf Neubauten. Ein Projekt in England zeigt, dass auch Denkmäler umgestaltet werden können, wenn die Eigner es so...

mehr