Kontaktlos bestellen und bezahlen

Wie der Baustofffachhandel mit den Folgen der Corona-Pandemie umgeht

Mundschutz tragen und Abstand halten – die Corona-Krise hat die Art, wie wir einkaufen, auch im Baustoffhandel verändert. Um Kontakte zu vermeiden, können Waren telefonisch oder online vorbestellt und in den meisten Fällen direkt auf die Baustelle oder in den Betrieb geliefert werden.

Zahlreiche Geschäfte in Deutschland mussten aufgrund der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten vorübergehend schließen oder durften nur auf eingeschränkter Fläche wieder öffnen. Glücklicherweise war der Baustoffhandel von Schließungen weitgehend nicht betroffen und die Arbeit im Handwerk lief weiter wie bisher. Jedoch mussten viele Baustoffhändler Maßnahmen ergreifen, um Mitarbeiter und Kunden vor einer Ansteckung mit dem Covid-19-Virus zu schützen: Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel für Mitarbeiter bereitstellen, Schutzscheiben im Kassen- und Verkaufsbereich aufstellen und auf Sicherheitsabstände achten sind nur einige davon.

Eingeschränkter Verkauf vor Ort

Auch der Verkauf im Bedachungsfachhandel läuft anders als sonst, das zeigt ein Besuch bei Heitkamm Dachbaustoffe in Gütersloh im Mai 2020: Im Geschäft und im Lager des Bedachungshandels wurden viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um Kunden und Mitarbeiter zu schützen. Wenn man den Laden betritt, gelangt man über einen mit Absperrband markierten Weg aussschließlich zum Beratungstresen, der sonstige Ausstellungs- und Verkaufsraum des Bedachungshändlers darf nicht betreten werden. Die Mitarbeiter im Geschäft tragen Mund-Nasen-Schutzmasken, eine vorübergehend installierte Scheibe trennt Kunden und Mitarbeiter bei Beratungsgesprächen. Privatkunden dürfen das Geschäft derzeit nicht betreten. Aber auch Gewerbekunden, also Dachdecker, Zimmerer und Bauklempner, dürfen nicht einfach so vorbeikommen, sondern müssen ihren Besuch vorher anmelden.

Bestellungen werden bei dem Fachhändler kommissioniert und auf Paletten zur Abholung bereitgestellt. Der Lieferschein, der normalerweise im Verkaufsraum abgeholt wird, liegt schon bei der Ware. So müssen Kunden nur noch auf den Hof fahren und ihre Ware einladen. Mitarbeiter aus dem Lager helfen dann beim Verladen und kontrollieren die Abholung. Konkret sieht das dann so aus: In der Mitte des Hofes stehen mehrere Paletten-Türme, darauf liegen verschiedene Bestellungen zur Abholung bereit: Dachlatten, Ziegel, Bleche oder Schiefersteine. Ein Zimmerer aus Bielefeld etwa kommt vorbei, weil er ein Verdunkelungsrollo für ein Dachfenster bestellt hat. Der Handwerker hat seinen Sohn auf dem Beifahrersitz dabei. Die Kinderbetreuung sei derzeit bei ihm und den Mitarbeitern in seinem Betrieb eine Herausforderung, erklärt der Zimmerer, weil die Schulen noch nicht vollständig wieder geöffnet seien. Um die bestellte Ware abzuholen, muss der Zimmerer nicht einmal sein Auto verlassen. Ein Mitarbeiter des Bedachungsfachhandels lädt das Rollo in den Transporter – schon ist der Einkauf erledigt. Die meiste Ware bestelle er vor Ort, berichtet der Zimmerer noch, manches bestelle er aber auch online. „Braas Wakaflex“-Kamin- und Wandanschlussbänder bestelle er etwa ausschließlich über Dachdeckermarkt24.

Seit 1979 gibt es eine Niederlassung der Heitkamm Dachbaustoffe GmbH Gütersloh, das Unternehmen ist an neun Standorten in NRW, Niedersachsen und Sachsen vertreten. Der Hauptsitz ist in Ahlen/Westfalen. Der Bedachungsfachhandel mit seinen Standorten gehört zur COBA-Baustoffgesellschaft für Dach+Fassade, zu der 40 selbständige Bedachungsfachhändler mit rund 70 Standorten in Deutschland gehören. Michael Engel, Einkaufsleiter und Prokurist bei der COBA-Baustoffgesellschaft für Dach + Fassade, kann trotz aller Einschränkungen  bei den Fachhändlern nicht über sinkende Umsätze klagen: „Aufgrund der guten Auftragslage, mit der unsere Kunden in das Jahr gestartet sind, können wir über stabile Umsätze in den vergangenen Monaten berichten.“ Der Umsatz habe in den ersten vier Monaten des Jahres sogar über dem Vorjahresumsatz gelegen. „Wir hoffen, dass es in den nächsten Monaten so stabil bleibt“, ergänzt Michael Engel, „das ist aber sicherlich von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung nach der Corona-Krise abhängig.“

Dabei ist kontaktloses Bestellen und Bezahlen auch in diesem Fachhandel längst etabliert. Viele Bestellungen gehen bei den Fachhändlern telefonisch, per Mail oder Messenger ein. Für die Abholung kleinerer Mengen oder für das persönliche Gespräch mit dem Verkäufer kommen Kunden aber auch persönlich vorbei. Beratungsgespräche sind aber derzeit nur eingeschränkt möglich, wie das Beispiel des Bedachungsfachhandels aus Gütersloh zeigt.

Online-Umsatzwachstum von knapp 30 Prozent

Steigende Umsätze trotz der Corona-Krise verzeichnet auch die Würth-Gruppe. Neben dem Verkauf in den ­Niederlassungen vor Ort und dem Vertrieb über den Außendienst bietet Würth kontaktlose Bestell- und Einkaufsmöglichkeiten über einen Online-Shop und die Würth-App. Auf der Bilanzpressekonferenz im Mai 2020 stellte das Unternehmen die aktuellen Umsatzzahlen vor, demnach hat der E-Business-Umsatz der Adolf Würth GmbH & Co. KG im März 2020 um 27 Prozent zugelegt. Auf den Würth-Websites gehen im Schnitt rund 700 Suchanfragen pro Minute ein, im Monat loggen sich etwa 400 000 Kunden im Onlineshop und der Würth App ein. Allerdings ist der Einkauf bei Würth nur Gewerbekunden vorbehalten. Durch die Corona-Pandemie ist die Nachfrage in den Würth-Filialen und im Online-Shop nach bestimmten Produkten gestiegen: Schutzbrillen, Schutzanzüge, Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Seife wurden in den letzten Monaten in überdurchschnittlichen Mengen verkauft. In Zeiten von Corona wird dabei kontaktloses Bestellen, Bezahlen und Liefern immer wichtiger.

Deutliches Wachstum im Online-Verkauf

Auch der Online-Fachhändler Dachhdeckermarkt24 verzeichnete im ersten Quartal 2020 hohe Verkaufszahlen. „Über das Gesamtsortiment hatten wir im ersten Quartal 2020 ein Wachstum von 90 Prozent, im Arbeitsschutzsortiment von über 125 Prozent“, sagt Urs Nies, Leiter des Bereichs E-Commerce bei Dachdeckermarkt24, „aktuell laufen Arbeitsschutzprodukte wie Atemschutzmasken und Flächendesinfektionsmittel überdurchschnittlich gut.“ Der Verkauf von solchen Hygieneprodukten und die Verpackung für den Versand bringe aber hohe Hygieneauflagen mit sich. Dadurch sei der Verkauf vor Ort am Unternehmenssitz in Wettringen zurzeit eingeschränkt. „Die wegen der Hygienemaßnahmen erschwerten Bedingungen vor Ort werden aber durch die starken Online-Umsätze mehr als ausgeglichen“, erklärt Urs Nies. Gute Erfahrungen mit dem Einkauf bei Dachdeckermarkt24 hat der Dachdeckerbetrieb Lecher Dächer aus Kolkwitz/Cottbus gemacht. Vor allem Werkzeuge (etwa von Makita oder Stihl-Motorsägen) und Produkte wie Wandanschlussschienen bezieht der Handwerksbetrieb über Dachdeckermarkt24. Ein unkomplizierter Bestellvorgang und preisliche Vorteile des Online-Einkaufs seien die entscheidenden Gründe, warum bei dem Online-Fachhändler bestellt werde, heißt es auf Nachfrage bei Lecher Dächer. Mehr über das Sortiment von Dachdeckermarkt24 und die zukünftige Entwicklung des Online-Fachhandels lesen Sie im Interview mit Urs Nies und Heiko Mohnberg von Dachdeckermarkt24.

Autor

Stephan Thomas ist verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift dach+holzbau.

Dachdeckermarkt24

Der Online-Fachhändler Dachdeckermarkt24 bietet ein breites Sortiment an Dachbaustoffen, Werkzeugen, Berufsbekleidung und Arbeitsschutzprodukten. Kunden müssen sich für Bestellungen einmalig online registrieren. Jede Bestellung bei Dachdeckermarkt24 kostet 6,90 Euro Versandkosten. Größere Artikel, wie etwa Ladegabeln, werden versandkostenfrei geliefert. Als Zahlungsarten sind Sofortüberweisung, Paypal, Vorkasse, Ratenkauf, Lastschriftverfahren und Kauf auf Rechnung für Privat- und Gewerbekunden möglich. Der Kundenservice von Dachdeckermarkt24 steht Montag bis Freitag von 8-17 Uhr für Fragen bereit unter 02527/9366-0. Der Sitz des Unternehmens ist in Wettringen (NRW).

www.dachdeckermarkt24.de

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