Gesundes Wachstum und mutiges Investment

Der Dachdeckermeisterbetrieb Stefan Bern aus Mönchengladbach im Porträt

Wer das Gelände des Dachdeckerbetriebs von Stefan Bern in Mönchengladbach betritt, erkennt sofort: Der Dachdeckermeister hat eine hochprofessionelle Baufirma aufgebaut. Dabei setzt das Unternehmen vom Dachaufmaß über die Angebotserstellung bis zur Werkzeugverwaltung auf digitale Prozesse.

Der Dachdeckerbetrieb von Dachdeckermeister Stefan Bern in Mönchengladbach verfügt über einen modernen Fuhrpark inklusive Arbeitsbühne und Autokran Der Dachdeckerbetrieb von Dachdeckermeister Stefan Bern in Mönchengladbach verfügt über einen großen Fuhrpark inklusive Arbeitsbühne und Autokran
Foto: Felix Küster

Der Dachdeckerbetrieb von Dachdeckermeister Stefan Bern in Mönchengladbach verfügt über einen großen Fuhrpark inklusive Arbeitsbühne und Autokran
Foto: Felix Küster
Gegründet wurde der Dachdeckermeisterbetrieb von Stefan Bern mit Sitz in Mönchengladbach im Jahr 2001. Damals investierte Stefan Bern zwei Drittel seines Kapitals in ein Firmenfahrzeug und den Rest in Werkzeuge. „Nach drei Monaten war ich mir nicht sicher, ob ich nicht doch zurück in den Betrieb gehen sollte, aus dem ich gekommen war. Aber dann kamen die Dinge ins Rollen“, sagt der Geschäftsführer heute mit Blick auf die Anfänge seines Unternehmens.

Stefan Bern hat seinen Dachdeckerbetrieb 2001 gegründet und über die Jahre zu einem hochprofessionellen Unternehmen weiterentwickelt
Foto: Felix Küster

Stefan Bern hat seinen Dachdeckerbetrieb 2001 gegründet und über die Jahre zu einem hochprofessionellen Unternehmen weiterentwickelt
Foto: Felix Küster
Kleinere Aufträge, Ausbauten, Umbauten, Einfamilienhäuser: all diese Projekte führten zu einem Ausbau seines Betriebs. Die ersten Mitarbeitenden wurden eingestellt. Acht Jahre nach der Gründung kaufte Stefan Bern ein neues Firmengelände, auf dem er die erste Lagerhalle errichten ließ. Weitere Grundstücke nebenan folgten, bis schließlich 2013 eine weitere Lagerhalle und 2018 der Hauptsitz mit Büroräumen errichtet wurde.

Die Büroräume des Dachdeckerbetriebs in Mönchengladbach sind mit vollverglasten Systemtrennwänden, dunklem Teppich und puristischen Büromöbeln in neutralem Weiß gestaltet. Die Gemeinschaftsküche bietet einen Ausblick in die Werkhalle. Stefan Bern ist sichtlich stolz auf sein Firmenquartier und sagt: „Seien wir ehrlich: Das Hauptquartier ist die Visitenkarte einer Firma. Wenn das Gebäude einen guten Eindruck macht, dann macht automatisch die Firma einen guten Eindruck.“

Ambitionierte Großprojekte

Dachsanierung Haus Horst Moenchengladbach Giesenkirchen Dachdeckerbetrieb Stefan Bern Nicht nur im Neubau, sondern auch in der Sanierung ist der Dachdeckerbetrieb tätig: Kürzlich wurde das Dach eines ehemaligen Rittersitzes in Mönchengladbach-Giesenkirchen saniert
Foto: Felix Küster

Nicht nur im Neubau, sondern auch in der Sanierung ist der Dachdeckerbetrieb tätig: Kürzlich wurde das Dach eines ehemaligen Rittersitzes in Mönchengladbach-Giesenkirchen saniert
Foto: Felix Küster
Dachsanierung Haus Horst Moenchengladbach Giesenkirchen Dachdeckerbetrieb Stefan Bern Für die Neudeckung des Schieferdachs des „Haus Horst“ in Giesenkirchen wurde der Dachdeckerbetrieb von Stefan Bern beauftragt
Foto: Felix Küster
Für die Neudeckung des Schieferdachs des „Haus Horst“ in Giesenkirchen wurde der Dachdeckerbetrieb von Stefan Bern beauftragt
Foto: Felix Küster

Etwa 60 Prozent des Auftragsvolumens fließt bei Stefan Bern über Bauträger ein. In der Liste seiner Großkunden sind Bauprojektentwickler wie Instone Real Estate, der Allrounder Derichs und Konertz und Bauunternehmen wie die Bauwens Unternehmensgruppe, die Nesseler-Gruppe und Dreßler Bau. Der Fokus des Dachdeckerbetriebs liegt auf Wohnungsbauten im großen Maßstab. Zu den namhaften Referenzprojekten des Dachdeckerbetriebs zählen auch die Wallarkaden am Kölner Rudolfplatz aus der Feder des britischen Architekturbüros Caruso St. John Architects. Bei diesem Projekt war der Dachdeckerbetrieb von Stefan Bern für die Flachdachabdichtung und -dämmung einschließlich der im Baukörper integrierten Terrassenflächen zuständig. Weitere Beispiele für aktuelle Großprojekte sind das Motel One in Hamburgs Innenstadt, aber auch Sanierungsprojekte wie das kürzlich fertiggestellte „Haus Horst“ in Mönchengladbach: einst Rittersitz im Stadtteil Giesenkirchen, wurde das Haus vor kurzem in eine private Kinder- und Jugendpsy-chiatrie umgebaut. Dabei wurden umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten in den Innenräumen durchgeführt. Für die Neueindeckung des Schieferdachs wurde der Dachdeckermeisterbetrieb von Stefan Bern beauftragt.

Digitale Werkzeug- und Fuhrparkverwaltung

Handwerk ist analog, diese Tatsache ist unstrittig. Doch die Vorstellung, dass im Handwerk heutzutage alles von Hand und physisch greifbar vonstattengeht, ist längst passé. Der klassischen Werkstatt, einem Aufmaß von Hand und Rechnungen auf Papier stellt Stefan Bern ein vollumfänglich digitalisiertes Unternehmen entgegen. Um ein Beispiel zu geben: Die Verwendung der Werk- und Fahrzeuge ist mit dem Buchungssystem „Hilti On!Track“ verknüpft, das transparent macht, wer gerade an welchem Ort welches Werk- oder Fahrzeug verwendet. Stefan Bern berichtet, dass seit der Einführung des Systems die Kosten für Reparaturen und Wartungen signifikant zurückgegangen seien. Das spare wiederum Geld und sorge für mehr Zufriedenheit, weil die Ausstattung des Betriebs in Schuss gehalten werde. Diese Nachvollziehbarkeit erzeuge viel mehr Verantwortlichkeit. Was auf den ersten Blick wie eine systematische Kontrolle wirkt, unterbindet allerdings Frust und Zeitverlust, wenn Werkzeuge zum Arbeiten nicht verfügbar oder gar beschädigt sind.

Das Arbeiten im Team wird im Dachdeckerbetrieb von Stefan Bern großgeschrieben
Foto: Felix Küster

Das Arbeiten im Team wird im Dachdeckerbetrieb von Stefan Bern großgeschrieben
Foto: Felix Küster

„Mein Ziel ist, ein papierloses Büro zu führen!“

Stefan Bern setzt in seinem Betrieb auf digitale Prozesse, von der Bestandsaufnahme bis hin zur Erfassung und Dokumentation der Baustelle
Foto: Felix Küster

Stefan Bern setzt in seinem Betrieb auf digitale Prozesse, von der Bestandsaufnahme bis hin zur Erfassung und Dokumentation der Baustelle
Foto: Felix Küster
Die Digitalisierung zieht sich in dem Dachdeckerbetrieb durch den gesamten Bauablauf: von der Bestandsaufnahme bis hin zur Erfassung und Dokumentation der Baustelle. Das Dachaufmaß erfolgt mittels Drohnen in Kombination mit der Software von Airteam Aerial Intelligence. Dabei fliegt die Drohne mehrmals eine programmierte Route ab und die Software erstellt ein 3D-Aufmaß. Die Planung von zu verlegenden PV-Modulen erfolgt ebenfalls über eine Software, was sich insbesondere bei Großprojekten auszahlt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laden Fotos zur Dokumentation des Baufortschritts direkt von der Baustelle in eine Cloud hoch. Die Mitarbeitenden sind mit Tablets und Smartphones ausgestattet, damit alles auch unterwegs reibungslos ablaufen kann. Damit die Materialnachbestellung effizient funktioniert, erfasst ein Regalsystem von Würth die Bestände und bestellt bei Bedarf automatisch nach.

Ausschreibungen und Angebote werden im Büro des Dachdeckerbetriebs digital ausgefüllt und erstellt. Auch die Buchhaltung mit sämtlichen Rechnungen wird digital abgewickelt. „Mein Ziel ist, ein papierloses Büro zu führen“, erklärt Stefan Bern, „natürlich lässt sich das trotz der Digitalisierung nicht vollständig umsetzen, aber wenn 90 Prozent des Büroalltags digital ablaufen würden, wäre das sicherlich gut.“ Dieses hohe Maß an Digitalisierung macht den Dachdeckerbetrieb auch für den Nachwuchs attraktiv.

Vorträge an Schulen geben Einblicke in den Beruf

Dachdeckerbetrieb Stefan Bern Flachdacharbeiten Flach- und Steildacharbeiten gehören ebenso zum Portfolio wie die Montage von Solaranlagen
Foto: Felix Küster

Flach- und Steildacharbeiten gehören ebenso zum Portfolio wie die Montage von Solaranlagen
Foto: Felix Küster
Pro Jahr nimmt der Betrieb zwei bis fünf Azubis auf. Aktuell absolvieren über zehn Azubis in den Bereichen Klempnerei, Dachdeckerei und Bürokauffrau sowie Bürokaufmann ihre Ausbildung. Die Berichte zur Ausbildung werden nicht handschriftlich, sondern digital verfasst. Darüber hinaus geht Stefan Bern mit seinem Betrieb auch an Schulen, um einen Einblick in seine Arbeit zu bieten. Durch Vorträge und Präsentationen in den Schulen vor Ort werden Hemmschwellen und Klischees über den Handwerksberuf abgebaut.

Erfolge werden gemeinsam gefeiert

Die großen, regelmäßigen Weihnachtsfeiern und Sommerfeste des Dachdeckerbetriebs machen deutlich, dass Stefan Bern nicht nur mit seinem Team arbeitet, sondern auch Erfolge und besondere Ereignisse feiern möchte. Bei der „Dachkrone 2022“ wurde der Betrieb in der Kategorie „Team- und  Traditionsverständnis“ mit dem ersten Platz sowie in der Kategorie „Bester digitaler Betrieb“ mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Seit 2022 ist Stefan Bern außerdem Mitglied der Jury des Deutschen Dachpreises „Dachkrone“. Zahlreiche Fotos und Videos auf Instagram geben Einblicke in den Berufsalltag des Dachdeckerbetriebs und spiegeln die gute Stimmung im Team wider. Durch eine eigene PR-Abteilung werden die Social-Media-Kanäle des Handwerksbetriebs regelmäßig mit Eindrücken von laufenden Baustellen und Events gefüttert.

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Bei der „Dachkrone“ belegte der Dachdeckerbetrieb von Stefan Bern 2022 in der Kategorie „Team- und Traditionsverständnis“ den ersten Platz
Foto: Carsten Stork


Bei der „Dachkrone“ belegte der Dachdeckerbetrieb von Stefan Bern 2022 in der Kategorie „Team- und Traditionsverständnis“ den ersten Platz
Foto: Carsten Stork

Mutige Investitionen in die Zukunft

Der Ehrgeiz von Stefan Bern ist ungebrochen: „Für mich ist der Gipfel noch nicht erreicht. Für mich geht es immer bergauf.“ Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung seines Unternehmens ist die Übergabe der Geschäftsführung in fünf Jahren, wenn Stefan Bern die Leitung an seinen Sohn Fabio und zwei weitere Mitarbeiter übergibt. Stefan Bern denkt langfristig und möchte seinen Nachfolgern einen gut geführten, systematisch aufgestellten Betrieb überlassen, bevor er sich selbst aus der Leitung zurückzieht. Der Dachdeckermeister und Unternehmer denkt strategisch. An ein Zurücklehnen ist trotz des Erfolgs nicht zu denken. „Ich ruhe mich nicht auf einem guten Ruf aus. Wir müssen als Betrieb stets darauf achten, uns weiterzuentwickeln und aktiv am Wettbewerb teilzunehmen“, sagt Bern. Investitionen in den Betrieb spielen hierbei eine zentrale Rolle. Moderne Maschinen zum Erstellen von Kantprofilen am laufenden Meter dienen dem Betrieb für externe Aufträge. Für die wirtschaftliche Auslastung hat Stefan Bern das Start-up „Kantfuchs24“ gegründet, das mittels Online-Shop Profile auf Bestellung an andere Unternehmen ausliefert. „Wichtig ist vor allem gesundes Wachstum. Jede Investition, jede neue Arbeitskraft im Betrieb muss gut überlegt sein. Aber ohne mutige Investitionen ist Erfolg ausgeschlossen“, sagt Stefan Bern. Interessensverbände spielen ebenfalls eine große Rolle für Stefan Bern. Der Dachdeckerbetrieb ist nun auch Mitglied im neu gegründeten „Roofer‘s Club“, einem Unternehmerverbund von Dachdecker- und Zimmereibetrieben (mehr dazu lesen Sie hier).

In fünf Jahren möchte Stefan Bern (rechts) die Leitung seines Dachdeckerbetriebs an seinen Sohn Fabio (links) übergeben. Stefan Bern möchte seinem Sohn einen gut geführten, systematisch aufgestellten Betrieb überlassen, bevor er sich selbst aus der Leitung zurückzieht
Foto: Felix Küster

In fünf Jahren möchte Stefan Bern (rechts) die Leitung seines Dachdeckerbetriebs an seinen Sohn Fabio (links) übergeben. Stefan Bern möchte seinem Sohn einen gut geführten, systematisch aufgestellten Betrieb überlassen, bevor er sich selbst aus der Leitung zurückzieht
Foto: Felix Küster

Autorin

Nathalie Brum (*1988) ist freischaffende Architektin und Fachjournalistin. Ihr Fokus liegt im Umbau und der Sanierung von Wohnbauten. Sie lebt und arbeitet in Köln.

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