Gefälledämmung mit Schaumglas

Flachdächer müssen zur sicheren Entwässerung ein Gefälle aufweisen. Die Herstellung der Neigung kann mithilfe von Gefälleestrich erfolgen. Eine alternative Möglichkeit ist der Einsatz von Gefälledämmsystemen, bei denen die erforderliche Dachneigung bereits in den Dämmplatten integriert ist.

Bei der Planung und Ausführung von Flachdächern kommt es – neben dem Wärmeschutz – auf die sichere Entwässerung an. Denn nur diese ist in der Lage, Niederschlagswasser zuverlässig von der Dachfläche abzuführen und bauliche Schäden aufgrund von stehendem Wasser zu verhindern. Sofern bei einem Dach keine Neigung in der Unterkonstruktion vorhanden ist, wird meist ein Gefälleestrich ausgeführt. Erst im Anschluss wird die Dachfläche gedämmt. Das kostet jedoch Zeit und ist gerade bei großen Dachflächen nicht besonders wirtschaftlich. Wesentlich weniger Aufwand verursacht dagegen das Verlegen einer Gefälledämmung. Hierbei kann das Aufbringen eines Gefälleestrichs, also ein kompletter Arbeitsschritt, entfallen. Die erforderliche Neigung ist bereits in den Dämmplatten integriert. 

Material- und Zeitersparnis

Die Anwendung einer Gefälledämmung birgt verschiedene Vorteile: Da der Dämmstoff wesentlich weniger Gewicht aufweist, reduziert sich die Aufbaulast um circa 2,0 bis 3,0 Kilonewton pro Quadratmeter (kN/m²). Das sorgt für eine Entlastung der Statik. Bauteile können geringer bemessen und somit Material eingespart werden. Der Einsatz einer Gefälledämmung reduziert außerdem die Bauzeit, da der Handwerker nicht die Austrocknung des Gefälleestrichs abwarten muss, um seine Arbeit fortzusetzen. Bei großflächigen Gewerbe- oder Industrieobjekten fällt diese Zeitersparnis besonders ins Gewicht. Ein weiterer positiver Effekt ist: Es fällt keine zusätzliche Feuchtigkeit durch die zementgebundene Schicht in der Konstruktion an. Auch unter optischen Gesichtspunkten haben Gefälledämmungen Vorteile. Denn gerade bei Flachdächern sind hohe Dachaufbauten von Auftraggebern oft nicht gewünscht. Da mit den Gefälledämmplatten die Aufbauhöhe reduziert werden kann, lässt sich diese Forderung erfüllen.

Gefälledämmung mit Schaumglas

Die zum Einsatz kommende Gefälledämmung muss eine Reihe von Anforderungen erfüllen, zum Beispiel die Druckfestigkeit. Mit dem Dämmstoff „Tapered“ bietet die Deutsche Foamglas GmbH ein geeignetes Dämmsystem mit integriertem Gefälle für Neubau ten und Sanierungen an. Die Gefälledämmplatten „T3+“, „T4+“, „S3“ und „F“ aus Schaumglas werden in der sogenannten Kompaktdachausführung verlegt und sind feuchteresistent, dampfdicht und hoch druckfest. Gerade beim Flachdach spielt die Druckfestigkeit eine wichtige Rolle. Denn das Dach muss zu Wartungs- und Instandhaltungszwecken sicher begehbar sein. Bei genutzten Dächern muss die Dämmung zudem diverse Belastungen aufnehmen – von Plattenbelägen, intensiver oder extensiver Begrünung oder Kiesschicht bis hin zu Personen und Fahrzeugen. Die Gefälledämmsysteme von Foamglas sind daher – abhängig vom Typ – in Druckfestigkeiten von 500 bis 1600 kPa erhältlich. Sie verfügen zudem über Wärmeleitfähigkeiten von λD ≤ 0,036 bis ≤ 0,050 W/mK. Die gute Wärmeleitfähigkeit ermöglicht eine Verbesserung des Wärmedurchgangskoeffizienten des Flachdachs.

Planung in drei Schritten

Die Planung eines Foamglas-Gefälledämmsystems erfolgt in drei Schritten. Am Anfang steht das Aufmaß des Daches. Hierbei sind wesentliche Punkte wie die Lage der Abläufe, wichtige Höhen oder Türschwellen mit zu berücksichtigen. Bei der Planung der Entwässerungsführung hat der Planer ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit: Geometrien, Abstände, Gefälle (von 1,1 bis 6,7 Prozent) sowie Entwässerungspunkte sind in der Regel frei wählbar. Auch eine Kombination verschiedener Gefälleneigungen ist realisierbar. Im zweiten Schritt erarbeitet Foamglas auf Grundlage dieser Daten einen individuellen Systemplan inklusive Stückliste. Er umfasst alle notwendigen Informationen – unter anderem zu Randhöhen, Gefällebrüchen und den Gefällerichtungen. Nach Freigabe durch den Planer erfolgt die Ausschreibung des Daches. Im letzten Schritt wird der Verlegeplan erstellt.

Kennzeichnung und Verpackung

Eine durchdachte Planung mit dem objektbezogenen und detaillierten Verlegeplan bildet die Grundvoraussetzung für eine reibungslose Ausführung auf der Baustelle. Praktisch für den Verarbeiter ist die Kennzeichnung und Verpackung der Platten – falls mehrere Dächer gedämmt werden. Gestanzte Pfeile geben zudem die Gefällerichtung und Position an. In der Regel erfolgt die Verlegung der Gefälledämmplatten in Heißbitumen. Darauf folgen eine zweilagige, bituminöse Abdichtung sowie eine Trenn- und Schutzlage. Im Falle einer innen liegenden Entwässerung gilt es, die Abläufe an den Tiefpunkten anzuordnen und die Abdichtung sicher und dicht anzuschließen. Das ist in der kompakt verklebten Dämmschicht problemlos möglich.

Kleinere Dachflächen in Kaltverklebung

Die oberste Schicht des Daches ist flexibel wählbar – ob Kies, Plattenbelag oder Dachbegrünung. Die oft zu Fehlern führende Verlegung einer Dampfsperre entfällt in dem Systemaufbau, da „Foamglas Tapered“ aus geschlossenzelligem Glas über eine „eingebaute“ Dampfsperre verfügt. Flach- und Gefälledämmplatten lassen sich auch in einem mehrlagigen Aufbau kombinieren, um einen noch höheren Wärmeschutz zu erzielen und Kosten einzusparen. Außerdem besteht die Möglichkeit, kleinere Dachflächen in Kaltverklebung mit „Foamglas Ready“-Gefälledämmplatten zu realisieren. Diese Produkte verfügen auf der Oberseite über eine Bitumenkaschierung, auf die Dachabdichtungsbahnen direkt aufgeschweißt oder bitumenkompatible Selbstklebebahnen aufgebracht werden können.

Autor

Dirk Vogt ist Prokurist und Marketing Manager DACH Building Business bei der Deutschen Foamglas GmbH in Hilden.

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