Gaube trifft Dachfenster

Einbau der Velux-Lichtlösung „Panorama“

Mit der Lichtlösung „Panorama“ lässt sich im Vergleich zu normalen Dachfenstern zusätzlicher Raum und mehr Licht im Dachgeschoss erzielen. Dachdecker können damit ihren Kunden eine gaubenähnliche Form anbieten und arbeiten beim Einbau überwiegend mit vom Dachfenster gewohnten Handgriffen.

Ahnlich wie eine Gaube bietet die Lichtlösung „Panorama“ von Velux mehr Wohnfläche und Stehhöhe als ein reines Dachfenster. Anders als eine normale Gaube ist sie aber auch im oberen Bereich verglast. Dadurch werden mehr Tageslicht im Dachgeschoss und ein besserer Ausblick für die Bewohner erreicht. Die Montage von „Panorama“ beruht im Wesentlichen auf den von Dachfenstern gewohnten Arbeitsschritten und -abläufen. Der Hersteller Velux liefert alle Bauteile, Anschlüsse und Befestigungsmittel vorgefertigt und vorkonfektioniert. Der Bausatz kommt auf einer Palette, die etwa die doppelte Größe einer Europalette hat, auf die Baustelle. Lediglich die Fenster werden als separate Packstücke geliefert, was den Vorteil hat, dass neben der serienmäßig angebotenen Thermo-Verglasung auch andere Fenstertypen oder Verglasungen bestellt werden können.

Größe wählen, Dachausschnitt vorbereiten

Wichtigste Voraussetzung für den Einbau der Lichtlösung „Panorama“ ist der genau angelegte Dachausschnitt. Er sollte schon bei der Bestellung geplant und vor der Montage der Elemente vorbereitet werden. Für den Wohnraum im Dachgeschoss empfiehlt Velux bestimmte Mindestdeckenhöhen in Abhängigkeit von der Dachneigung. Sie reichen von etwa 2 m bei 35° Neigung bis zu 2,60 m bei 55° und stellen einen fachgerechten Einbau mit ästhetischem Raumeindruck sicher. Die Dachneigung ist bei der Bestellung mit anzugeben. Ebenso die Ausführung der Fenster, wahlweise in Kunststoff, Kiefer natur oder weiß lackiert, die jeweils als Schwingfenster für den oberen und als Klapp-Schwing-Fenster für den unteren Bereich geliefert werden.

Kombination aus 6 oder 4 Fenstern

Der vorbereitete Dachausschnitt muss 2,67 m hoch sein, die Breite richtet sich nach der gewählten Größe: „Panorama“ steht als 2 x 3-Kombination mit sechs Dachfenstern (Größe jeweils 78  x 118 cm) oder 2 x 2-Kombination mit vier Dachfenstern (Breiten von 78, 94 oder 114 cm) zur Verfügung. Aus der Auswahl der Fenster ergibt sich die erforderliche Breite des Dachausschnitts. Die Fotos in diesem Beitrag zeigen den Einbau einer 6er-Kombination, für die aus der mitgelieferten Einbauanleitung eine erforderliche Einbaubreite von 2477 mm nötig ist.

Rahmen erstellen aus Schienen und Querträgern

Der erste Schritt bei der Montage ist die Befestigung der seitlichen Auflageschienen an beiden Seiten des Dachausschnitts. Sie liegen fertig zugeschnitten der Lieferung bei, die außerdem ein Paket mit allen benötigten Schrauben enthält. Die seitlichen Auflageschienen sollten vor dem Verschrauben zunächst geheftet werden, um die Präzision des Dachausschnittes überprüfen zu können: Die Auflage muss eben sein, darf also nicht durchhängen. Die seitlichen Schienen müssen außerdem parallel verlaufen, was sich mit einer Messung der Diagonalen einfach überprüfen lässt. Das untere Ende der seitlichen Auflagerschienen befindet sich 10 cm oberhalb der Dacheindeckung, sodass genügend Platz für die Montage des unteren und anschließend des oberen Querträgers bleibt. Auf diese Weise entsteht ein allseitig umlaufender Rahmen, über den nun die Unterspannbahn auf die Lattung aufgelegt und dort befestigt wird. Außerdem sind an den Seiten die Zwischenräume zwischen den Konter- und den Montagelatten mit Dämmstoff zu füllen, damit an diesem Anschluss keine Wärmebrücken entstehen. Der Dämmstoff ist bauseits bereitzustellen und kann zum Beispiel aus Schnittresten der Sparrendämmung bestehen.

Gedämmte Keilelemente für die Form

Durch das Aufsetzen der seitlichen Keilrahmenteile, die im Kern mit 12 cm Polyurethan gedämmt sind, entsteht die spezielle, den Innenraum erweiternde Form der Lichtlösung „Panorama“. Die dreieckigen Keilelemente werden am Fuß verschraubt und mit dem Einsetzen des mittleren Querträgers ausgesteift. Alle drei verwendeten Querträger liegen aus fertig zugeschnittenem laminiertem Holz der Lieferung bei und haben bereits alle notwendigen Profilierungen. Mit dem Verschrauben des mittleren Querträgers ist die gaubenähnliche Form hergestellt. Alles was jetzt noch folgt, sind die klassischen Montage- und Anschlussarbeiten für Dachfenster, im hier gezeigten Fall für eine 6er-Kombination.

Komplettiert mit Eindeckrahmen

Den ersten Schritt des Fenstereinbaus bildet die Montage des „Dämmrahmens BDX“, der sich per Klickverbindungen aus seinen Einzelteilen zusammensetzen lässt. Für die Montage der Fenster werden die Flügel aus ihren Rahmen ausgehängt und die Montagewinkel an die Rahmen geschraubt. Sie greifen nach dem Einsetzen der Dachfenster ineinander. Die Fenster sind so auszurichten, dass zwischen ihnen ein paralleler Schlitz von jeweils 18 mm Breite entsteht. Kontrollieren lässt sich dies durch die beiliegenden Dämmstreifen aus Polyurethan. Sie verhindern Wärmebrücken zwischen den Fenstern und passen bei korrekter Montage genau in den Schlitz, sodass sie weder gequetscht werden müssen noch herausfallen können. Wenn alles richtig sitzt, wird die Anschlussschürze „BFX“ montiert: zum einen am Übergang von der Lichtlösung zum Dach, zum anderen aber auch an den Außenseiten der dreieckigen Keilrahmen. Es folgen der Eindeckrahmen mit seinem Unter- und den Seitenteilen sowie das untere Blendrahmen-Abdeckblech.

Oberhalb der Lichtlösung ist die Anschlussschürze „BFX“ bis an die geneigt eingebaute Regenrinne zu führen. Eine Besonderheit bei „Panorama“ ist eine weitere Regenrinne in mittlerer Position zwischen den beiden Fensterreihen. Wenn alle Eindeckrahmenteile montiert sind, wird die Dachdeckung komplettiert und die Fensterflügel können wieder eingehängt werden, womit die Arbeiten auf der Außenseite enden.

Auf der Innenseite gehören Rahmenabdeckungen für den Anschluss an die Innenverkleidung zum Lieferumfang. Vor ihrer Montage sind dauerhaft luft- und dampfdichte Anschlüsse an die dachseitige Dampfsperre herzustellen, zum Beispiel mit für die jeweilige Geometrie passend zugeschnittenen „Dampfsperrschürzen BBX“ oder anderen geeigneten Dampfsperren. Ebenfalls bauseits herzustellen ist die Innenverkleidung des Dachschichtenpakets.

Hitze- und Sonnenschutz für große Glasfläche

Im Ergebnis erhält der Kunde eine Fensterlösung, die durch ihre Form mehr Wohnfläche und Tageslichteinfall bei voller Stehhöhe als ein Dachfenster ermöglicht. Kunden sollten unbedingt auf die Ergänzung mit Sonnenschutz- oder Hitzeschutzprodukten hingewiesen werden. Denn durch die schmalen Übergänge zwischen den Fenstern entsteht eine große, fast durchgehende Glasfläche, die erheblicher Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein kann. Da die Lichtlösung „Panorama“ konstruktiv entweder aus vier oder sechs Einzelfenstern besteht, lassen sich alle gängigen Hitzeschutz-Markisen, Verdunkelungs-Rollos, Jalousien oder Plissees, die Velux für die jeweilige Fenstergröße anbietet, ergänzen. Selbst elektrisch angetriebene Fenster sind möglich, wenn bei der Bestellung ausdrücklich „Integra“-Fenster angegeben werden.

Autor

Alexander Piltz arbeitet bei Velux Deutschland in Hamburg im technischen Kundendienst für den Bereich Produkttechnik Fenster.

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